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Monat: Dezember 2008

Die besten Songs für einen Sonntagmorgen (6)

The Under­to­nes – Teenage Kicks



Do The Jungle Rock

We do the Jungle, Jungle, Jungle, Jungle-Rock. Da kann RTL doch einpa­cken. Oder noch ein paar mehr vom Schick­sal gebeu­telte auf der Mundhar­mo­nika tuten lassen. Auf das die geistig Armen, sich selig in densel­ben liegend, vor Rührung unterm Weihnachts­baum zusam­men­bre­chen. Das freut das Herz des kleinen Mannes und den Geldbeu­tel der „Musik„industrie. Ave Maria!

Ich zieh jetzt in meinem Kostüm (ab 1.48 min!) mit meiner Trian­gel in die Fußgän­ger­zone um endlich auch berühmt zu werden. Wenigs­tens für ein Vierteljahr.

(via)

Schon weaker The Wiederthans

Regel­mä­ßige Leser dieses Blogs werden es eventu­ell schon bemerkt haben: Ich bin ein großer Freund der The Weakerthans. Mehrere Beiträge hier befas­sen sich mit der Band, jetzt ist es schon wieder einer mehr. Tut mir leid, ich kann nicht anders.

Gute Unter­hal­tung mit den Weakerthans, live in Birming­ham, 26 Minuten lang und jede einzelne das Ansehen und Anhören wert.


We Have Signal: Live From Birming­ham – The Weakerthans
from We Have Signal on Vimeo.


Die Kleingeldprinzessin in Magdeburg

Man(n) wird nicht oft Zeuge von etwas ganz Beson­de­rem. Gestern jedoch war es (endlich) mal wieder soweit: Die Klein­geld­prin­zes­sin Dota Kehr gab sich zusam­men mit Gitar­rist Jan Rohrbach in Magde­burg die Ehre. Erstma­lig in der Landes­haupt­stadt Sachsen-Anhalts, im schönen Ambiente der Scheune auf dem Moritz­hof.

Geboten wurde ein formi­da­bles Akustik-Konzert, mit Gitar­ren, Ukulele und einem Blasin­stru­ment, dessen genauer Name mir entfal­len ist. Irgend­was in Richtung Keyboard, nur eben mit zusätz­li­chem Mundstück. Es gab viele Stücke vom im April erschei­nen­den neuen Album zu hören, darüber hinaus natür­lich auch alle Hits in insge­samt vier(!) Zugabeblöcken.

Dota und Jan machten beide einen äußerst sympa­thi­schen und unprä­ten­tiö­sen Eindruck und waren von der enthu­si­as­ti­schen Stimmung des Magde­bur­ger Publi­kums (nach Überwin­dung der obliga­to­ri­schen Eingewöhnungs-Phase) sicht­lich angetan. Enthu­si­as­mus ist bei den tollen Songs und vor allem natür­lich den Texten auch angebracht; ich würde durch­aus soweit gehen und Frau Kehr den Titel „Rio Reiser der Jetzt­zeit“ verlei­hen, oder, wie es die Kieler Nachrich­ten so schön formulieren:

„Musik, die einnimmt und gebor­gene Minuten anbie­tet, ohne senti­men­tal oder abgeschmackt zu wirken. Eine Gratwan­de­rung, die nicht vielen gelingt und Hoffnung macht, dass Dota eine neue musika­li­sche Bewegung anfüh­ren könnte, die sich gegen die grassie­rende säuse­lige Befindlichkeits-Popelektronik mit Schlaf­zim­mer­bett­kan­ten­ängs­ten stemmt und Humor, Poesie und Tiefe zurück in die leich­ten Melodien über die schöne Liebe und den bösen Alltag bringt… Durch­at­men und einsau­gen von Stimmun­gen, die aufrich­tig wirken, poetisch und klar…Die Klein­geld­prin­zes­sin ist wohl Berlins inter­es­san­teste Newco­me­rin…“ (Kieler Nachrich­ten vom 3. 11. 2004)

Das Erlebte in dem Konzert gerecht werdende Worte zu fassen, fällt schwer. Wer Gelegen­heit hat, Dota solo, im Duo oder mit ihrer Band (den Stadt­pi­ra­ten) live zu erleben, sollte diese ganz sicher und unbedingt nutzen.

Ein famoser Abend.

Danke.

Die Klein­geld­prin­zes­sin – Zimmer
(Video von Daniela Reuss)


Shoppen für das Vaterland

Gestern trieb mich die Angst vor der Rezes­sion in unseren örtli­chen Elektronik­fach­markt. Zuvor war ich bei der Bank um mich mit dem nötigen Großgeld für meine Shopping­tour ausstat­ten zu lassen. Auf Pump versteht sich, ich nahm einen Kredit über mehrere zehntau­send Euro auf.

Die Pferde vor meine alte Holzkut­sche gespannt, nahm ich den Weg über die Stand­spur der A2. Im Elektro­fach­markt meines größt­mög­li­chen Unver­trau­ens angekom­men, packte ich sofort einen jungen und hochmo­ti­vier­ten Verkäu­fer am Schla­witt­chen, um mich ausführ­lich beraten zu lassen.
Zunächst brauchte ich ein neues Fernseh­ge­rät. Meines läuft zwar noch, aber darum geht es ja nicht. Wir müssen alle Opfer bringen, Opfer für den Aufschwung, und das TV-Gerät sollte mein erstes Opfer an diesem Nachmit­tag werden.
Der Verkäu­fer zeigte mir eine Regal­wand mit den neues­ten Flach­bild­schir­men. Das er mir zuerst die Geräte mit weniger als 100 cm Bildschirm­dia­go­nale präsen­tierte, war Anlaß für meine erste Rüge. Ich machte ihm unmiß­ver­ständ­lich klar, daß ich nicht für irgend­wel­che Kinker­litz­chen in seinem Markt wäre. Ich wäre gekom­men, um RICHTIG einzu­kau­fen, und wenn ich RICHTIG sage, dann würde er doch wohl wissen, was ich mit RICHTIG meinen würde?! Er nickte vielsa­gend und meinte darauf­hin, wir würden diesen „Anfänger-Scheiß“ jetzt mal hinter uns lassen.

Er führte mich eine Etage höher zu den „wirklich guten Teilen“. Das gefiel mir schon besser, Geräte mit mindes­tens 150 cm Bildschirm­dia­go­nale, vollaus­ge­stat­tet mit HD, selbst­rei­ni­gen­dem Bildschirm, Mikro­welle und Eiswürfel-Bereiter. Ich entschied mich für das größte und teuerste Modell und ließ mir davon drei Stück einpacken.

Auf dem Nachhau­se­weg sah ich zufäl­lig ein Opel-Autohaus und dachte mir, daß ich denen eigent­lich auch noch helfen könnte. Ich bestellte mir (da leider nicht vorrä­tig) einen Großraum­mi­ni­van­li­mou­si­nen­kombi mit 4.0‑V12-Dieselelektrogasaggregat in Vollaus­stat­tung. Da der Wagen erst in 6 Wochen gelie­fert wird, nahm ich auf die Schnelle noch einen Corsa mit. Man will ja guten Willen zeigen.

Zuhause angekom­men, nagelte ich die drei Monster-Bildschirme gleich an die Wände. Auf dem mittle­ren ließ ich die DVD-Box „Angela Merkels schönste Bundes­tags­re­den (1990–2008)“ laufen. Auf dem zweiten ein in Photo­shop erstell­tes Stand­bild von Peer Stein­brück mit vielen Euro-Noten im Hinter­grund. Auf dem dritten lief in Endlos­schleife eine kurze Sequenz mit Norbert Blüm und seiner Aussage „Die Rente ist sicher!“. Mit Ausru­fe­zei­chen nach jedem Wort.

Für das Wochen­ende plane ich die vollstän­dige Sanie­rung meiner Hofein­fahrt samt direk­ter Anbin­dung an die Autobahn 2. Infra­struk­tur und so … ihr wißt schon. Wer also Lust hast, sich ein paar Tausend Euro dazuzu­ver­die­nen – ihr wißt ja, wo ihr mich errei­chen könnt.

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