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Morrissey – Years Of Refusal

von Torsten am 10. Januar 2009 · 19 Kommentare

in Musik

Das neue Morrissey‐Album „Years of Refusal“ erscheint am 13. Februar 2009. Die Behörde hatte die exklu­sive (haha!) Gelegen­heit, das Album schon mal hören zu dürfen.

Morrissey – Years Of Refusal

„Wem die Jugend eine Marter ist, dem ist das Alter Erlösung“, so hieß es in einem famosen FAZ‐Artikel zur Rückkehr Morris­seys im Jahre 2004. Setzt man diesen Zeitpunkt als Beginn des Alters­wer­kes Morris­seys an – immer­hin feiert der Mann in diesem Jahr seinen 50. Geburts­tag – ist Years Of Refusal das dritte Album in der Reihe der „Alters­werke“. Und es ist, soviel sei vorab verra­ten, fantas­tisch geraten. Keine Spur von Alters­milde, gerade­aus und rockend wie vielleicht zuletzt auf Your Arsenal.

Der alte Mann und der Rock, das scheint überhaupt das Thema der Platte zu sein. Bereits im Opener Something Is Squee­zing My Skull wird klar wohin die Reise geht. Die Band (inzwi­schen anschei­nend sehr gut einge­spielt) galop­piert dem Meister fast davon, selten war eine Einstiegs­num­mer auf Morrissey‐Alben schnel­ler, kompak­ter und rocken­der als dieser Track. Könnte sich gut als Konzert‐Opener machen. (9 von 10 mögli­chen Punkten)

Weiter geht’s mit Mama Lay Softly On The River­bed, einer mit Marsch­rhyth­mus unter­leg­tem Midtempo‐Nummer mit großar­ti­ger Drama­tik­kurve. (810)

Black Cloud greift eines der Morrissey‐Themen schlecht­hin auf: Die unerwi­derte Liebe. Das Ganze in knapp 3 Minuten, der nächste kompakte Rocker auf dem Album. (7.5÷10)

Anschlie­ßend folgt mit I’m Throwing My Arms Around Paris weder eine Liebes­er­klä­rung an Frau Hilton noch an die franzö­si­sche Haupt­stadt, wie man vielleicht im ersten Moment denken könnte. Es geht vielmehr erneut um eine unerwi­derte Liebe, denn „only stone and steel accept my love“. Ein wirklich schöner Popsong, der als erste Single des Albums veröf­fent­licht werden wird. (810)

All You Need Is Me ist bereits vom letzt­jäh­ri­gen Best‐Of‐Album bekannt. Ein Uptempo‐Popsong, sehr typisch Morris­sey, sehr eingän­gig, sehr gut. Andere Künst­ler würden wahrschein­lich ihren linken Arm für so eine fantas­ti­sche Hookline geben. (810)

Nun machen wir eine kleine Reise nach Südame­rika und lauschen dem Mariachi‐Instrumentarium: When Last I Spoke To Carol, großar­ti­ger Song, nix zu meckern. (910)

That’s How People Grow Up klingt wie eine Varia­tion von You Have Killed Me gekreuzt mit First Of The Gang To Die. Guter Song, zweifels­ohne, aber für meinen Geschmack nur ein Abklatsch der genann­ten. Zu sehr auf Single‐Hit gebürs­tet, hier gibt es erstmals Punkt­ab­zug. Wenn auch nur gering­fü­gi­gen, denn ein „schlech­ter“ Morrissey‐Song ist immer noch tausend Mal besser als ein guter von (hier Indie‐Kapelle Deiner Wahl einfü­gen). (610)

Ähnlich verhält es sich mit One Day Goodbye Will Be Farewell, auch nicht schlecht, aber auch nicht mehr als solides Mittel­maß. (710)

Es folgt der Super‐Trennungssong für alle Ex‐Verliebten, unglück­lich verhei­ra­te­ten oder frisch geschie­de­nen: It’s Not Your Birth­day Anymore. Ein wirklich schöner Song mit einer erneut tollen drama­ti­schen Steige­rung, sehr schön instru­men­tiert und von der Stimmung her beinahe vivahate‐erisch. Famos! (910)

You Were Good In Your Time hätte von Stimmung und Arran­ge­ment sehr gut auf Ringlea­der Of The Tormen­tors gepaßt. Wobei er mich anderer­seits auch an Late Night, Maudlin Street vom Viva Hate-Album erinnert, aber leider nicht dessen Klasse erreicht. Guter Rausschmei­ßer für das letzte Bier in Ritas Hafen­bar. Überra­schen­des, leicht noisi­ges Ende mit Elektro‐Spielereien. (610)

Sorry Doesn’t Help, naja, manch­mal vielleicht doch. Ein feiner Song, Midtempo, wieder sehr typisch Morris­sey. (7.5÷10)

Zum Abschluß die bislang beste Morrissey‐Hymne der Neuzeit, ein zukünf­ti­ger Klassi­ker: I’m OK By Myself. Textlich wohl die beste Zusam­men­fas­sung des morris­sey­schen Misan­tro­phen­tums, musika­lisch eine Offen­ba­rung, großar­tig gerockt, perfekt gestei­gert und in einem fast punkro­cki­gen Stakkato‐Finish gipfelnd. Ganz großer Song, das Ding will ich unbedingt live hören. (1110)

Fazit: Ich freu mich auf den Juni in Berlin, um die Songs live erleben zu dürfen. Für das neue Morrissey‐Album hatte ich das Beste gehofft und bin nicht enttäuscht wurden. Tolles Album.

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Rezen­sio­nen auf Spex.de, billboard.com, guardian.co.uk

{ 17 Kommentare… sie unten lesen oder einen hinzufügen }

1 Andreas Januar 13, 2009 um 10:29 Uhr

herje schon wieder ein neues album, ich komm nicht hinter­her mit dem herrn, die schmidts waren gross­ar­tig und die ersten beiden soloplat­ten auch, den rest muss ich mir muehsam erkämp­fen … kann ihn nicht mehr so oft hoeren und dann kram ich irgend­wie immer lieber die alten sachen aus …
aber deine rezen­sion ist hilfreich und macht lust reinzu­hö­ren 😀

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2 Torsten Januar 13, 2009 um 10:41 Uhr

Famoses Album Andreas, hör ma rein. 😀

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3 jule wäscht sich nie Januar 13, 2009 um 14:47 Uhr

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=50202259
gross­ar­tig vor allem die Jungs in der Band..sehen die alle toll aus!  This is England, Yeah

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4 Torsten Januar 13, 2009 um 15:25 Uhr

Und vom Ausse­hen mal abgese­hen, auch der Song ist spitze. 😉

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5 jule wäscht sich nie Januar 13, 2009 um 18:12 Uhr

Ja das ist richtig..der gefällt auch mir. aber die band musste mal gelobt werden..so optisch tolle menschen ohne slouch mützen und röhren­jeans hab ich schon lange nicht mehr gesehen.

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6 Andreas Januar 14, 2009 um 08:01 Uhr

n bisschen alt sind se gewor­den … ich seh von hinte noch aus wie vor 10 jahren, sagt zumin­dest meine holde ^_^
 
aber toller song

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7 Torsten Januar 14, 2009 um 11:23 Uhr

@ Jule: Diese komischen Mützen und Röhren­jeans trägt in dem Alter doch kein Mensch mehr.

@ Andreas: Glück­wunsch zu Deiner Rück‐Ansicht. 😯 Alt sind wir alle gewor­den, bringt das Leben so mit sich, haha!

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8 jule wäscht sich nie Januar 14, 2009 um 20:01 Uhr

Lieber Vorsteher..du Doofi..willste sagen ich sei zu alt um Röhren und Mützen zu tragen? Ich trage ganze Rohre aus Stahl­be­ton und Mützen mit lusti­gen Ohren..komm du mir mal nach Köln..ich zeig sie dir alle!!!!!!!!!!Hier nehmen die Menschen um die 40 auch noch Koks und andere lustige Drogen und beneh­men sich wie 19.

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9 anne Januar 24, 2009 um 13:45 Uhr

Na, da freu ich mich mal ganz dolle aufs Album! Und die Tour! Danke fürs Hoffnungma­chen! :mrgreen:

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10 Bruce Baxter Februar 13, 2009 um 18:34 Uhr

Bisher habe ich immer nur die Hits auf den Morrissey‐Alben gehört und muss geste­hen noch keine Platte von ihm gehört zu haben (auch beim ersten Mal), ohne Titel zu übersprin­gen. Bei dieser Scheibe war es anders. Beim ersten Mal gleich 2 komplette Durch­läufe und der SKIP‐Knopf wurde aus dem Player gebro­chen. Sehr schöne Platte und ich freue mich auf Juni, auf Morris­sey in der schönen Colum­bia­halle.

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11 Torsten Februar 13, 2009 um 18:38 Uhr

@ Jule: Ich sprach vom Herrn Morris­sey und seiner Band, nicht von Dir. 🙄

@ Anne: Bitte!

@ Bruce: Tickets sind bestellt … aber noch nicht bezahlt, haha!

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12 Bruce Baxter Februar 14, 2009 um 14:14 Uhr

@Torsten: Mein Geld ist raus, komischer­weise deckt es sich mit den Aktien­an­tei­len bei Angelika Express 😯

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13 Lie In The Sound Februar 17, 2009 um 12:50 Uhr

Kleiner Tipp: Wer sich für den Newslet­ter anmel­det – bekommt einen unver­öf­fent­lich­ten Gratis‐Track: http://www.songwriters.de/morrissey/mp3/

Gefun­den auf dem Promo‐Blog von Univer­sal (http://www.uk-sounds.de/inhalt/newsdetail/morrissey/137059/Unver%F6ffentlicher+Morrissey-Gratistrack) … aber vielleicht gefällt dir das Lied ja 😉

Liebe Grüße
Brigitte

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14 Torsten Februar 17, 2009 um 15:16 Uhr

Danke Brigitte, das hatte ich heute früh schon prompt erledigt. 😉 Der kosten­lose Track heißt Shame Is The Name und ist als B‐Seite auch auf der I’m Throwing My Arms Around Paris-Single zu finden. Meine Singles in drei Forma­ten sind heute frisch aus England einge­tru­delt; das Album hab ich mir in der Deluxe‐Edition am Wochen­ende in Olden­burg gekauft. Wenn die Tickets für Berlin kommen, ist mein Package komplett. 😀

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15 Lie In The Sound Februar 17, 2009 um 15:24 Uhr

Verdammt! Und ich dachte, ich könnte dich überra­schen. 😥

PS: Da haben die bösen Promo‐Blogger ja gelogen… is ja gar nicht unver­öf­fent­licht… wieder ein Beweis: Die MI ist böse :mrgreen:

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16 Lie In The Sound Februar 17, 2009 um 15:26 Uhr

Ach viel wichti­ger: Du in Berlin – Biertrin­ken mit uns???

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17 Torsten Februar 17, 2009 um 17:44 Uhr

Klar, gerne! Ich muß dann aber ’nen Tag früher hinfah­ren, wir machen vielleicht auch noch ein last.fm-Usertreffen! 😉

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