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„Pension Altstadt“ – auf dem Gipfel der Brezelberge

von Gunnar Roß am 2. Juni 2009 · 4 Kommentare

in Kraut und Rüben

Meine lieben Leserin­nen und Leser,

mein Name ist Roß, und ich möchte heute ein paar Zeilen über das Buch „Pension Altstadt“ von Klaus Laus schrei­ben.

Die Story ist schnell erzählt: Der alte Brezel­ver­käu­fer Theodor trifft junge Brezel­ver­käu­fe­rin Rita und will sie von den Produk­ten einer bestimm­ten Firma aus der Nasch­mit­tel­in­dus­trie überzeu­gen. Das gelingt nicht, und Theodor stirbt an Verzweif­lung. Rita geht nach Brasi­lien und wagt einen Neustart als Landwir­tin. Sie gewinnt mehrere Fantas­til­lar­den Pesos im staat­li­chen Lotto und gründet eine Kranken­pfle­ger­schule. Dort lernt sie Pedro kennen und verliebt sich. Die beiden heira­ten, bekom­men Kinder. Das Glück scheint perfekt, doch Rita will zurück nach Europa…

Klaus Laus, meine Damen und Herren, den die meisten von Ihnen sicher bisher nur als Brezel­ver­käu­fer kannten, hat seinen Erstling „Pension Altstadt“ genannt. Die Frage nach dem Sinn der Titel­ge­bung drägt sich auf, wenn man das Buch gelesen hat. Doch man suche nicht nach platten Gründen. Das Werk ist ja nicht mehr und nicht weniger der Versuch, in gedräng­tes­ter Form Fragen nach dem Hier und Jetzt zu stellen und, wenn auch reich­lich abstrus, diese Fragen auch noch zu beant­wor­ten.

„Pension Altstadt“ ist eine Art Gleich­nis. Es meint uns, uns, die Leser, uns, die Menschen, uns, die absto­ßen­den und verach­tungs­wür­di­gen Brezel­ver­käu­fer. Jeder, und ich sage: jeder, ist eine Pension Altstadt. Warum, wird schnell klar, wenn man das Werk gelesen hat. Denn jeder hat mal, wie offen­sicht­lich auch Klaus Laus in seiner Schaf­fens­pe­ri­ode, diese Momente unend­li­cher Dumpf­heit und Leere. Wie ein dichter Nebel umgibt einen an solchen Tagen die bleierne Blödheit. Neben­bei bemerkt: Das Buch richtet sich durch­aus auch an Leute mit eklatan­tem Intel­li­genz­man­gel. Gerade diese Leute dürften das Buch lesen, ohne daß sie größere Schäden davon­tra­gen. Bei allen anderen kann man das nicht garan­tie­ren.

„Pension Altstadt“ ist im Verlag der Nahrungs­mit­tel­in­dus­trie erschie­nen und kann kosten­los in jeder Backstube bestellt werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerk­sam­keit,
Ihr Gunnar Roß

{ 4 Kommentare… sie unten lesen oder einen hinzufügen }

1 Jens Juni 2, 2009 um 16:50 Uhr

Hey Gunnar! Danke, ich werd gleich morgen früh mal mit Frau Lehmann vom Bäcker gegen­über schnacken…

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2 jule wäscht sich nie Juni 2, 2009 um 18:29 Uhr

Ich seh schon den Litera­tur­no­bel­preis vor mir. Welches wenn nicht dieses Werk. Oder besser noch der Ingeborg Bachmann Preis..ach herrlich.

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3 Gunnar Roß Juni 3, 2009 um 17:42 Uhr

Sehr geehrte Frau Jule,
sehr geehr­ter Herr Jens,

nun, ich bin mir nicht so sicher, ob das mit den Preisen etwas wird. Ich fand das Werk doch etwas durch­wach­sen, wenn auch abgrün­dig und tiefschür­fend. Herr Jens, ich hoffe Sie hatten Erfolg?!

Mit freund­li­chen Grüßen,
Gunnar Roß

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4 Jens Juni 3, 2009 um 20:14 Uhr

Hallo Gunnar! Frau Lehmann hatte es nicht im Sorti­ment. Sie schaut mal, was sie für mich machen kann.… Sei gegrüsst!

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