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Kraut und Rüben

Gestatten, unsere Bördebrot-Familie.

Herr Börde­kan­ten, Frau Börde­korn und die kleine Kruste.


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Kraut und Rüben

Partywissen (19)

Im chine­si­schen Regie­rungs­be­zirk Gong’an müssen alle Behör­den­mit­ar­bei­ter seit kurzem Zigaret­ten rauchen. Nach einer amtli­chen Verfü­gung sind 230.000 Packun­gen pro Jahr als Plansoll vorge­ge­ben. Damit soll einer­seits die örtli­che Tabak­in­dus­trie geför­dert und anderer­seits das Steuer­auf­kom­men erhöht werden.

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Kraut und Rüben

Mit 17 keine Träume mehr

Aus dem Magde­bur­ger Stadt­ma­ga­zin „DATEs“: Die Kolumne des Monats Oktober. Soooo gut, daß ich mir die Mühe des Abtip­pens gemacht habe und außer­dem sehr neidisch bin, sowas Gutes nicht selbst geschrie­ben zu haben:

In München erschlägt sie auf S‑Bahnsteigen Menschen, in Ansbach läuft sie Amok, in Sachsen-Anahlt wählt sie zu 7% NPD – unsere Jugend ist einmal mehr ins Gerede gekom­men. Die Verant­wort­li­chen schwan­ken bei der Ursachen­be­kämp­fung erneut zwischen einer Verschär­fung des Jugend­straf­rechts und einer Erhöhung der Polizei­prä­senz – und bei der Ursachen­for­schung zwischen dem Konsum media­ler Gewalt­ex­zesse und der allge­mei­nen Perspek­tiv­lo­sig­keit. Gerade letztere freilich ist eine absolute Chimäre. Es möge doch bitte einer der Schwät­zer, die dieses Grati­s­ar­gu­ment perma­nent ins Feld führen, einmal eine deutsche Jugend benen­nen, die über eine bessere Perspek­tive verfügt hat! Es mag ja sein, daß die junge Genera­tion unmit­tel­bar nach der gewon­nen Schlacht im Teuto­bur­ger Wald, dem Einzug von Kaiser Wilhelm in Versailles oder dem Überfall auf Polen die Zukunft rosarot gesehen hat – aber dieser Perspek­tiv­rausch ist doch jeweils recht bald wieder verflo­gen.

Die heutige Jugend dagegen sieht sehr wohl eine Perspek­tive, auch wenn diese jeden Freigeist mit abgrund­tie­fem Grausen erfüllt: Bei der bundes­wei­ten „U‑18-Wahl“ ist in Sachsen-Anhalt die CDU zur stärks­ten Fraktion gewor­den. Die CDU! Das muß einen freilich nicht wundern, wenn man bedenkt, daß unsere Jugend reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­gen zufolge feste Bindun­gen, sexuelle Treue und Absiche­rung als „sehr wichtig“ empfin­det. Diese Genera­tion würde Abitur- und Hochzeits­feier am liebs­ten gleich zusam­men­le­gen und hat ihr Jugendweihe- oder Konfir­ma­ti­ons­geld wahrschein­lich längst in die Alters­vor­sorge inves­tiert. Diese Genera­tion protes­tiert nicht mehr, sondern unter­wirft sich willen­los dem Konsum­ter­ror. Diese Genera­tion findet Sicher­heit wesent­lich wichti­ger als Freiheit. Diese Genera­tion verschleu­dert ihr Taschen­geld nicht für käufli­che Liebe, Musik und Drogen, sondern für lächer­li­che Marken­kla­mot­ten und Klingel­töne. Sex, Drugs & Rock’n’Roll liefern großar­tige Räusche, aus denen man freilich immer wieder erwacht – aus einem klägli­chen Klingel­ton­rausch erwacht niemand mehr.

Ich habe Angst vor dieser Jugend. Sie steht nun einmal für die Perspek­tive unserer Gesell­schaft – und wenn ich mir vorstelle, daß in diesen sinnlos simsen­den Händen irgend­wann die Geschi­cke unseres Landes liegen werden, dann will ich, wenn es so weit ist, entwe­der im Grab oder in einer unter Palmen aufge­spann­ten Hänge­matte liegen. Und dann will ich mit einer üppigen Rente ausge­stat­tet sein und darum bin ich mit den Sonntags­re­den unserer Politi­ker absolut nicht einver­stan­den: ich bin nämlich sehr wohl dafür, auf dem Rücken dieser Genera­tion weitere Schul­den zu machen. Es können gar nicht genug sein. Bezah­len wir ihnen die Sicher­heit, nach der sie sich so sehr sehnen, und bringen uns vor allem selber in Sicher­heit. Sollen sie ächzen und stöhnen unter der Last dieses Schul­den­ber­ges – das ist eine gerechte Strafe dafür, schon mit 17 CDU gewählt zu haben.

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Kraut und Rüben

Bundestagswahl 2009

Woll’n doch mal schauen, wie die Leser dieses Blogs so ticken. Die Umfrage ist eine Woche geöff­net, am nächs­ten Sonntag ist dann entspre­chend Wahlparty. Jede Stimme zählt!
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Musik

Kopf aus dem Fenster

Auf zum Platten­dea­ler eures Vertrau­ens und die neue Element of Crime-Scheibe namens „Immer da wo du bist bin ich nie“ kaufen. Fantas­ti­sches Album, gut wie lange nicht. Kommt natür­lich nicht an Weißes Papier oder Damals hinterm Mond ran, ist aber dennoch absolut großar­tig geraten.

Die titel­ge­bende Single­aus­kopp­lung ist übrigens ein – wenn man das ganze Album betrach­tet – eher schwa­cher Song; ich persön­lich hätte lieber „Kaffee und Karin“, „Am Ende denk ich immer nur an Dich“ oder „Der weiße Hai“ hier präsen­tiert, aber sei’s drum:



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Kraut und Rüben

Kleine Entscheidungshilfe

Am Sonntag ist es soweit: Es darf mal wieder gewählt werden. Als kleine Einstim­mung auf das Wahlwo­chen­ende eine Sammlung der schöns­ten Wahlwer­be­spots aus 50000 Jahren deutscher Geschichte:

Begin­nen wir mit einem Klassi­ker: Dieter Hilde­brandt, Dschungel-Königin Ingrid van Bergen und andere Gestal­ten spielen „Freiheit oder Sozia­lis­mus“ für die Sozis. Und das zu einer Zeit, als das „S“ in SPD tatsäch­lich noch für „sozial“ bzw. „sozial­de­mo­kra­tisch“ stand.

Während 910 der CSU-Stammwählerschaft wohl auf der „größten offenen Drogen­szene der Welt“ feier­ten, wurde Oma Wilfings­eder aus Nieder­tup­fin­gen zum Rapport zum König Minis­ter­prä­si­den­ten Bayerns bestellt. Sie hatte keine Chance, FJS laberte die unter­wür­fige und besorgte Rentne­rin in Grund und Boden. Wolf im Schafs­pelz, das soll das Stich­wort sein. 😉

Zum Abschluß mein Lieblings­spot. Die Grünen zur Bundes­tags­wahl 1980. Inklu­sive dem schöns­ten aller Wahlsätze: „Das sind noch Menschen wie Du und ich, Annegret!“. Ganz großes Laiendarsteller-Kino!

Wer mehr braucht, sollte sich unbedingt die Histo­ri­schen Wahlwer­be­spots (3 Teile) auf Youtube ansehen. Rapper Jan Delay, die Journa­lis­ten Fried­rich Nowottny und Klaus Kleber, Schrift­stel­le­rin Thea Dorn sowie Kamera­mann Michael Ballhaus kommen­tie­ren die schöns­ten Wahlwer­be­spots aus 9 Millio­nen Jahren Evolu­tion in Deutsch­land. Gute Unter­hal­tung und gute Wahl für den Sonntag!

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Musik

Annika, wir kommen!

Morgen abend im Berli­ner Magnet-Club: Hello Saferide, wunder­sa­mer Tingel­tan­gel­non­st­op­pop aus den Untie­fen der skandi­na­vi­schen Elchebene. Wir haben die Ehre. Kurzent­schlos­sene Empor­kömm­linge aus der Yin- oder Yang-Dynastie können kosten­güns­tig einen meiner Börde­hub­schrau­ber mieten. So ist eine recht­zei­tige Ankunft in der Haupt­stadt der Gefühle sicher­ge­stellt.* Ick tu ma tierisch freu’n, wie der Berli­ner sagt. Man sieht sich!

*Ich bitte die beiden sinnlo­sen Sätze zu entschul­di­gen. Ich habe deutlich zu wenig geschla­fen, da gingen die Rhetorik-Pferdchen wieder mit mir durch… Helau und Gute Nacht.

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Kraut und Rüben

Howdie, Ladies!

Eine Kontakt­an­zeige aus der Magde­bur­ger Volks­stimme vom 19. Septem­ber. Man(n) muß ja schließ­lich wissen, was die Konkur­renz so treibt. Meine Frage an die Damen­welt: Finden Sie die Anzeige genauso bescheu­ert wie meine Wenig­keit oder sind Sie eventu­ell sogar ganz angetan? Eins noch: Wer mir erklärt, was „senti­men­tale Moral“ sein könnte, gewinnt einen Tages­aus­flug in den Teuto­bur­ger Wald.

(Klick aufs Bild für Großan­sicht)


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