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Monat: September 2009

Gestatten, unsere Bördebrot-Familie.

Herr Börde­kan­ten, Frau Börde­korn und die kleine Kruste. 


Partywissen (19)

Im chine­si­schen Regie­rungs­be­zirk Gong’an müssen alle Behör­den­mit­ar­bei­ter seit kurzem Zigaret­ten rauchen. Nach einer amtli­chen Verfü­gung sind 230.000 Packun­gen pro Jahr als Plansoll vorge­ge­ben. Damit soll einer­seits die örtli­che Tabak­in­dus­trie geför­dert und anderer­seits das Steuer­auf­kom­men erhöht werden.

Mit 17 keine Träume mehr

Aus dem Magde­bur­ger Stadt­ma­ga­zin „DATEs“: Die Kolumne des Monats Oktober. Soooo gut, daß ich mir die Mühe des Abtip­pens gemacht habe und außer­dem sehr neidisch bin, sowas Gutes nicht selbst geschrie­ben zu haben:

In München erschlägt sie auf S‑Bahnsteigen Menschen, in Ansbach läuft sie Amok, in Sachsen-Anahlt wählt sie zu 7% NPD – unsere Jugend ist einmal mehr ins Gerede gekom­men. Die Verant­wort­li­chen schwan­ken bei der Ursachen­be­kämp­fung erneut zwischen einer Verschär­fung des Jugend­straf­rechts und einer Erhöhung der Polizei­prä­senz – und bei der Ursachen­for­schung zwischen dem Konsum media­ler Gewalt­ex­zesse und der allge­mei­nen Perspek­tiv­lo­sig­keit. Gerade letztere freilich ist eine absolute Chimäre. Es möge doch bitte einer der Schwät­zer, die dieses Grati­s­ar­gu­ment perma­nent ins Feld führen, einmal eine deutsche Jugend benen­nen, die über eine bessere Perspek­tive verfügt hat! Es mag ja sein, daß die junge Genera­tion unmit­tel­bar nach der gewon­nen Schlacht im Teuto­bur­ger Wald, dem Einzug von Kaiser Wilhelm in Versailles oder dem Überfall auf Polen die Zukunft rosarot gesehen hat – aber dieser Perspek­tiv­rausch ist doch jeweils recht bald wieder verflogen.

Die heutige Jugend dagegen sieht sehr wohl eine Perspek­tive, auch wenn diese jeden Freigeist mit abgrund­tie­fem Grausen erfüllt: Bei der bundes­wei­ten „U‑18-Wahl“ ist in Sachsen-Anhalt die CDU zur stärks­ten Fraktion gewor­den. Die CDU! Das muß einen freilich nicht wundern, wenn man bedenkt, daß unsere Jugend reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­gen zufolge feste Bindun­gen, sexuelle Treue und Absiche­rung als „sehr wichtig“ empfin­det. Diese Genera­tion würde Abitur- und Hochzeits­feier am liebs­ten gleich zusam­men­le­gen und hat ihr Jugendweihe- oder Konfir­ma­ti­ons­geld wahrschein­lich längst in die Alters­vor­sorge inves­tiert. Diese Genera­tion protes­tiert nicht mehr, sondern unter­wirft sich willen­los dem Konsum­ter­ror. Diese Genera­tion findet Sicher­heit wesent­lich wichti­ger als Freiheit. Diese Genera­tion verschleu­dert ihr Taschen­geld nicht für käufli­che Liebe, Musik und Drogen, sondern für lächer­li­che Marken­kla­mot­ten und Klingel­töne. Sex, Drugs & Rock’n’Roll liefern großar­tige Räusche, aus denen man freilich immer wieder erwacht – aus einem klägli­chen Klingel­ton­rausch erwacht niemand mehr.

Ich habe Angst vor dieser Jugend. Sie steht nun einmal für die Perspek­tive unserer Gesell­schaft – und wenn ich mir vorstelle, daß in diesen sinnlos simsen­den Händen irgend­wann die Geschi­cke unseres Landes liegen werden, dann will ich, wenn es so weit ist, entwe­der im Grab oder in einer unter Palmen aufge­spann­ten Hänge­matte liegen. Und dann will ich mit einer üppigen Rente ausge­stat­tet sein und darum bin ich mit den Sonntags­re­den unserer Politi­ker absolut nicht einver­stan­den: ich bin nämlich sehr wohl dafür, auf dem Rücken dieser Genera­tion weitere Schul­den zu machen. Es können gar nicht genug sein. Bezah­len wir ihnen die Sicher­heit, nach der sie sich so sehr sehnen, und bringen uns vor allem selber in Sicher­heit. Sollen sie ächzen und stöhnen unter der Last dieses Schul­den­ber­ges – das ist eine gerechte Strafe dafür, schon mit 17 CDU gewählt zu haben.

Bundestagswahl 2009

Woll’n doch mal schauen, wie die Leser dieses Blogs so ticken. Die Umfrage ist eine Woche geöff­net, am nächs­ten Sonntag ist dann entspre­chend Wahlparty. Jede Stimme zählt!
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Kopf aus dem Fenster

Auf zum Platten­dea­ler eures Vertrau­ens und die neue Element of Crime-Scheibe namens „Immer da wo du bist bin ich nie“ kaufen. Fantas­ti­sches Album, gut wie lange nicht. Kommt natür­lich nicht an Weißes Papier oder Damals hinterm Mond ran, ist aber dennoch absolut großar­tig geraten.

Die titel­ge­bende Single­aus­kopp­lung ist übrigens ein – wenn man das ganze Album betrach­tet – eher schwa­cher Song; ich persön­lich hätte lieber „Kaffee und Karin“, „Am Ende denk ich immer nur an Dich“ oder „Der weiße Hai“ hier präsen­tiert, aber sei’s drum:



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