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Monat: Dezember 2009

Jürgen, eine vermißte Katze und die Sonne in leerstehenden Räumen

Ein verschol­le­ner Ex-Top-Kommentator – nennen wir ihn Jürgen – sendete mir Ende Novem­ber eine E‑Mail mit dem Hinweis auf John K. Samsons neue Single „City Route 85“. Leider kam ich erst heute zur Sichtung und fand somit zwei Lebens­zei­chen in nur einer Nachricht. Nach kurzer Recher­che fand ich heraus, daß John K. Samson, seines Zeichens Master­mind der götter­glei­chen The Weakerthans einen Gig mit einer gewis­sen Frau Missin­Cat in der Hafen­k­neipe zu Zürich gab. Frau Cat hat auch schon ein Album namens „Back On My Feet“ veröf­fent­licht, welches ich hiermit mittels Bewegt­bild ansprei­sen möchte:

Im Zuge der weite­ren Recher­che fand ich heraus, daß es inzwi­schen auch ein Video zur Weakerthans-Single „Sun In An Empty Room“ gibt, welches ich ebenfalls ganz entschie­den lobprei­sen möchte:

Mit den besten Wünschen auf einen unter­halt­sa­men Vormittag
verbleibt Ihr gnädi­ger Herr Amtsvorsteher

2 Jahre sind kein Pappenstiel, Mutter!

2 Jahre Börde­be­hörde. Hipphip­phurra! Der Wunsch nach etwas Geheim­wis­sen wurde laut – hier ein kleiner Ausflug in die faden­schei­nige Welt der Statistik.

6. Dezem­ber 2009:
Die Behörde ist seit 731 Tagen online. Insge­samt wurden 513 Beiträge geschrie­ben, darauf gab es 1984 Kommen­tare von 125 verschie­denen Besu­chern. Das entspricht 0,70 Beiträ­gen und 2,91 Kommen­taren pro Tag. Die Gesamt­be­su­cher­zahl liegt bei 47.706, das sind im Durch­schnitt 65 Besu­cher täglich. Die Zahl der Feed­abon­nenten schwankt zwischen 40 und 55.

zum Vergleich der 6. Dezem­ber 2008:
Die Behörde ist seit 365 Tagen online. Insge­samt wurden 254 Beiträge geschrie­ben, darauf gab es 542 Kommen­tare von 60 verschie­denen Besu­chern. Das entspricht 0,69 Beiträ­gen und 1,72 Kommen­taren pro Tag. Die Gesamt­be­su­cher­zahl liegt bei 12.109, das sind im Durch­schnitt 42 Besu­cher täglich. Die Zahl der Feed­abon­nenten schwankt zwischen 25 und 30.

Die belieb­tes­ten Beiträge:
Morris­sey nackt in Paris (2663 Hits) Aua! (1414), Der gute Landfilm: Eden Lake (1090), Im Vorgar­ten: Frauen mit pfiffi­gen Kurzhaar­fri­su­ren und Esel mit bunten Brillen (1054), Zuhause in der DDR (863).
Alles nur, weil am meisten nach „nackt“, „tattoo“ oder bildern von „pfiffi­gen kurzhaar­fri­su­ren“ gesucht wird. Fotos aus DDR-Zeiten sind auch sehr sehr beliebt.

Am meisten kommentiert:
Bundes­tags­wahl 2009 (33), Die besten Songs für einen Sonntag­mor­gen (22), Michael Jackson ist gestört (23)

Top-Beiträge, die erst noch geschrie­ben werden müssen:
Das „Je t’aime – Wer mit wem?“-Bewer­bungs­vi­deo von Gunnar Roß; eine Abhand­lung über die Heilkraft der Rübe; der Bericht über den Tag, an dem ich Millio­när wurde; der Bericht über den Lageort des Steines der Weisen

Beiträge, die ich heute nicht mehr schrei­ben würde:
Da gibt’s schon ein paar…

Auf die nächs­ten 1000 Jahre! Hossa, Hossa, hoppsasa! Freiwas­ser für alle!


Rex Gildo – Fiesta Mexicana – MyVideo

Kein schöner Song für einen Sonntagmorgen

Sonntag­mor­gen. Wie Nebel legt sich eine gleich­mü­tige Stille über das Dorf. Von Ferne nur dringt das Poltern der Pferde­fuhr­werke an das Ohr des Landgra­fen. Zwei ausge­mer­gelte Bäuerin­nen ziehen einen alten wider­wil­li­gen Ziegen­bock an einem Strick durch die Gassen. Große Teile des Dorfes hinge­gen schla­fen noch und werden jetzt vielleicht unsaft vom blöken­den Bock aus dem Bette geris­sen. Nach der obliga­to­ri­schen Tasse Zichorien-Kaffee und ein paar Happen gut abgela­ger­ter Brotkan­ten von vor zwei Wochen, beginnt ein jeder mit seinem Tagwerk. Der Bauer pflügt, der Zimmer­mann zimmert, der Brief­trägt brief­trägt und der Schuh­ma­cher fährt Formel 1.

Ich hinge­gen drehe mich nochmal um und träume von ein bißchen Aroma, ein bißchen Paloma, ein bißchen Chichi und werde dabei langsam aber sicher blöd wie nie. Ach, Leben! Du verrück­ter alter Esel!



Ein Beitrag, der nur aus Redewendungen besteht

Heute: Redewen­dun­gen mit B

Du benimmst Dich wie ein Backfisch, sprach Barbara zu mir, während ich mir eine Flasche Bier aufmachte und zum Fenster hinaus sah. Ich verstand nur Bahnhof, immer­hin bin ich ja nicht die Bank von England! Die ließe sich vielleicht einen Bären aufbin­den, und hätte mir damit einen Bären­dienst erwie­sen! Immer­hin wußte ich, wo der Barthel den Most holt, konnte also vorsor­gen. Wir mußten ein Bauern­op­fer bringen, soviel war klar. Es wurde in Bausch und Bogen verwor­fen, man war ich bedient! Anderer­seits war ich wenigs­tens über den Berg, mußte nicht länger kämpfen wie ein Berser­ker und war ziemlich gut beschla­gen. Ich fraß einen Besen und kippte mir ordent­lich einen hinter die Binde. Wenn das mal nicht in die Binsen geht oder als Binsen­weis­heit endet. Barbara nahm erneut kein Blatt vor den Mund und machte am Montag blau. Sie war und bleibt eben ein Blaustrumpf! Ach du heilig’s Blechle, die geht ja ran wie Blücher an der Katzbach! Wir kochten uns ein Tässchen Blümchen­kaf­fee und sagten uns ein paar Sätze durch die Blume. Ob der vielen Sätze begann ich Blut und Wasser schwit­zen — wenn ich mir da mal keinen Bock schieße oder gar zum Gärtner mache! Ich jagte Barbara zunächst ins Bocks­horn und anschlie­ßend eine Runde um den Block. Wir lande­ten in böhmi­schen Dörfern, schrie­ben Brand­briefe und rochen ein paar Braten. Unser kleines Bratkar­tof­fel­ver­hält­nis setzten wir noch Jahre fort, spran­gen gemein­sam in die Bresche und bohrten richtig dicke Bretter. Einige davon trugen wir vor den Köpfen, darauf gebe ich Ihnen Brief und Siegel! Später dann mußte ich kleinere Brötchen backen, weil vieles in die Brüche ging. Jeman­dem goldene Brücken bauen, alle Brücken hinter sich abbre­chen, reden wie ein Buch — es gab soviele Möglich­kei­ten zur Gestal­tung meines neuen Lebens! Rutscht mir doch den Buckel runter, dachte ich, bevor ich bei jeman­dem auf den Busch klopfte. Alles in Butter, Mutter! Ich laß mir ja die Butter nicht vom Brot nehmen, das wäre ja noch schöner! Da muss noch mehr Butter bei die Fische! Viel mehr Butter bei die Fische!

Mutmaßlich sehenswert: Einstürzende Neubauten – „Elektrokohle (Von wegen)“

Am 21. Dezem­ber 1989 gaben die Einstür­zen­den Neubau­ten ihr erstes Konzert in der DDR. Regis­seur Uli Schuep­pel drehte mit seinem Film Elektro­kohle (Von wegen) keine Musik- sondern eine Wende-Doku, die versucht, die Stimmung in der unter­ge­hen­den DDR widerzuspiegeln.

Eigent­lich passten die Neubau­ten nicht in die spießige DDR und nur alle, die mehr wollten, als brav in Schablo­nen zu leben, sammel­ten sie auf Tapes. Aber da dann die Wende wieder extrem cool und postmo­dern war, weil jedes DDR-Anrüchige zu einem Symbol des Unter­gangs wurde – passte es irgend­wie auch, dass die Punk- und Post-Industrial-Band mit ihrer Zerstö­rungs­wut im Wilhelm-Pieck-Saal des VEB Elektro­kohle Berlin-Lichtenberg spielte. (Quelle)

Kino.de

Danke an Jule für den freund­li­chen Hinweis.

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