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Monat: Dezember 2010

Im Schlagloch

Mein Name ist Gunnar Roß und mich fröstelt. Dieser Dezem­ber ist der kälteste seit 40 Jahren und verur­sacht Straßen­schä­den in Billi­ar­den­höhe. Schlag­loch reiht sich an Schlag­loch und hier bei uns in den ländli­chen Gebie­ten ist es mancher­orts so schlimm, daß sich Automo­bi­lis­ten, fahren­des Volk und auch die Fußgän­ger nur noch von Loch zu Loch hangeln können. Manch einer hat sogar eine formschöne Alulei­ter dabei um für den Fall des Falles (das ist wörtlich zu nehmen) wieder aus dem Schlag­loch steigen zu können.

Wenn man aller­dings ohne Leiter in ein Schlag­loch gefal­len ist – wie mir das gerade vor 3 Tagen passiert ist – hat man unfrei­wil­lig jede Menge freier Zeit zur Verfü­gung. Diese kann man dann anspre­chend gestal­ten, z. B. mit Nachden­ken. Nachden­ken kostet außer Lebens­zeit nicht viel, hält den Brägen ((Es gibt Leute, die essen Brägen, auch Bregen oder Hirn genannt. Herrgottsa­kra­ment, wie kann man nur!)) in Schwung und fördert die inter­kul­tu­relle Kommu­ni­ka­tion mit der eigenen Person. Kommu­ni­ka­tion ist wichtig, das weiß jeder, der schon mal eine Woche am Stück geschwie­gen hat ((Schwei­gen liefert sich übrigens zusam­men mit Reden jedes Jahr ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf meiner Besten­liste der abson­der­lichs­ten Tages­frei­zeit­ge­stal­tun­gen. In diesem Jahr liegt Schwei­gen vorn, aber Reden hat für 2011 mit neuen Wörter­bü­chern aufge­rüs­tet. Es bleibt spannend!)). Als ich also vor 3 Wochen hier ins Loch fiel, kamen mir drei Gedan­ken in den Sinn. Einer davon betraf meine Anstren­gun­gen auf dem Gebiet der Zebrafinken-Zucht. Der zweite drehte sich um die Kopfbe­de­ckung von Heinz Liskens von der Stadt­ver­wal­tung Aachen. Der dritte, und mit Abstand inter­es­san­teste Gedanke aber, betraf die Worte des Jahres.

Das offizi­elle Wort des Jahres 2010 steht bereits fest, es lautet Wutbür­ger. Ein Unwort des Jahres hat die Gesell­schaft für deutsche Sprache noch nicht gekürt. Mein persön­li­ches Unwort des Jahres steht jedoch fest. Ich werde es in einer der folgen­den Zeilen mit großem Tamtam, rolll­l­l­l­len­dem Trommel­wir­bel, zwei extra einge­füg­ten Leerzei­len und sieges­si­che­rem Lächeln verkün­den: Das Roß’sche Unwort des Jahres lautet:

zeitnah



Da steht es vor uns, das Deter­mi­na­tiv­kom­po­si­tum ((Auch ich mußte nachschla­gen. Nachschla­gen ist keine Schande, was man vom Drauf­schla­gen getrost auch behaup­ten kann)) aus Zeit und nah. So klein und unschein­bar, noch so jung und doch schon so verdor­ben. Das kleine zeitnah kommt immer dann zum Einsatz, wenn es um möglichst bald umzuset­zende Aufga­ben geht. Erteilt werden diese Art von Aufga­ben meist von einer hierar(s)chischen Stufe oberhalb der meini­gen, also von Vorge­setz­ten, Chefs und anderem Gesin­del. Was mich an zeitnah so sehr stört, ist neben der Unver­bind­lich­keit des Wörtchens vor allem auch seine univer­selle Einsetz­bar­keit. Man könnte z. B. – wenn man denn mal muß – ebenso zeitnah ein Abort aufsu­chen, wie man sich zeitnah auf dem Jahrmarkt der Gefühle nach einer Lebens­ab­schnitts­über­brü­ckungs­part­ne­rin umsehen könnte. Zeitnah ist das perfekte Wort für die Beliebig- und Belang­lo­sig­keit unserer Zeit. Zeitnah ist unver­bind­lich, dehnbar und es frißt kein Brot. Zeitnah ist der Fluch und der Segen des Kapita­lis­mus. Zeitnah ist nichts und alles zugleich. Zeitnah geht eigent­lich immer. Zeitnah ist einsetz­bar bis zum bitte­ren Ende, denn irgend­wann werden wir alle zeitnah sterben. Manch einer zeitnah, der nächste zeitnä­her, und wieder andere am zeitnächs­ten.

Ihnen jedoch, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche ich zeitnah vor allem Gesund­heit und daß sie mir und meiner kleinen abson­der­li­chen Welt des Mind Bowlings gewogen bleiben. Gegen eine Alu-Leiter oder ein Seil hätte ich aller­dings auch nichts einzu­wen­den. Nur bitte – zeitnah! – sollte es sein.

Die besten Songs für einen Sonntagmorgen (88)

Fischer‑Z – „Desti­na­tion Paradise“

Oh my fingers won’t tap
Or stay still in my lap
I’m glued to the box
(to the) speeches and fireworks

Get up off of that kitchen floor
I don’t know what you’re crying for
Get up out of that comfy chair
I can take you anywhere
I’m your strong defen­der with a heart of ice
And I’ve no illusi­ons that what I do is right
And so it’s desti­na­tion paradise
For you and I

The windows are closed
So nobody knows
It’s raining out there
On the poor and the powerless

Get up off of that kitchen floor
I don’t know what you’re crying for
Get up out of that comfy chair
I can take you anywhere
I’m your strong defen­der with a heart of ice
And I’ve no illusi­ons that what I do is right
And so it’s desti­na­tion paradise
For you and I

In der weißen Hölle vom Bördetal

Der italie­ni­sche B‑Film-Gott Luigi Wettoni-Caprioli hat am Wochen­ende seinen neuen Film „In der weißen Hölle vom Börde­tal“ vorge­stellt. In Wettoni-Capriolis neuem Machwerk geht es um die Einschrän­kung der Bewegungs­frei­heit durch den Einfluß des Wetters. Wie gewohnt stellt der Altmeis­ter des gehobe­nen Quarks dabei erneut ein paar bemer­kens­werte Thesen auf. Hier ein paar Szenenfotos:

Der Film ist mit dem kanadi­schen Charak­ter­dar­stel­ler Bobby Lizzard und der wie gewohnt bezau­bern­den deutschen Mimin Friede­rike Rost hochka­rä­tig besetzt. Die Kritik jedoch ist gespal­ten, während vor allem gestan­dene Kriti­ker die Ähnlich­kei­ten zu seinem Werk „Schnee­la­ge­rungs­ka­pa­zi­täts­pro­bleme vom letzten Jahr monie­ren, ist das junge Publi­kum durch­weg begeistert.

Für eine Auffüh­rung des neuen Werkes „In der weißen Hölle vom Börde­tal“ in Ihrer Nähe schauen Sie bitte aus dem Fenster.

Frohe Weihnachten!

Liebe Leserin­nen und Leser, liebe Freunde und Bekannte, liebe Kommen­ta­to­rin­nen und Kommentatoren,

das Jahr neigt sich dem Ende zu, siezt es nicht, sagt einfach „Du!“! doch vorher kommt die Weihnachts­ruh‘. Als kleines Danke­schön für eure tatkräf­tige Mitar­beit in den letzten 12 Monaten und als Zeichen der Anerken­nung eurer menta­len Meister­leis­tun­gen ist ein kleines Präsent an ausge­wählte Top-Mitarbeiter unter­wegs. ((An dieser Stelle der aller­letzte Aufruf an die ehren­werte Frau Gnomo­rella und die verschol­lene Miss Raten mir ihre Adres­sen mitzu­tei­len.)) Es handelt sich um ein audio­phi­les Machwerk ((Höre ich 5 Minuten nach Ankunft der Post nichts von Euch, startet das Abonne­ment automa­tisch. Es geht Euch jede Woche eine weitere CD zum Vorzugs­preis von 69,- € plus 9,80 € Versand zu.)), gut gefüllt und reich bestückt mit den persön­li­chen Bördebehörde-Hits des letzten Jahres, sowie dem Besten der 60iger, 70iger, 80iger und der Zukunft.

Ich wünsche gute Unter­hal­tung, verbleibe mit den besten Grüßen und wünsche allen Leserin­nen und Lesern ein wunder­hüb­sches Weihnachts­fest mit Cola nicht zu knapp.

Bis bald,
eure Bördebehörde

Worte, nichts als Worte

Karoline, Karoline! Vom vielen Kabriofahren hast Du nun einen Katarr. Hättest Du Dir doch ein Kupee gekauft, Du hättest noch schar­man­ter darin ausge­se­hen und Dir nicht den Hals verkühlt. Die Maffia ist überall, in jeder Butike und in allen Fasset­ten. Komm Liebling, wir kaufen etwas Schiko­ree, schauen ein paar Sketsche im Fernse­hen und danach transchie­ren wir unsere Sutanen.

Die fett hervor­ge­ho­be­nen Worte sind elf der achtzehn Worte, für die der Rat für deutsche Recht­schrei­bung die Strei­chung aus dem offzi­el­len Wörter­ver­zeich­nis empfiehlt. Ich wußte gar nicht, daß die oben aufge­führ­ten Schreib­wei­sen nach neuer deutscher Recht­schrei­bung überhaupt zuläs­sig sind. Man lernt eben nie aus. Ergänzt werden sollen übrigens die Schreib­wei­sen Caprice, Clemen­tine, Crème und Schmand.

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