Kategorien
Kraut und Rüben

Verkehrte Gedanken? Sofort beten!

Ich bin ein gutmü­ti­ger Trottel. Wenn die Zeugen Jehovas an meiner Tür klingeln (was in der Vergan­gen­heit regel­mä­ßig vorkam), lasse ich mich in ein Gespräch verwi­ckeln und bleibe unver­bind­lich aber profes­sio­nell freund­lich. Den Wachturm habe ich trotz der Absur­di­tät des Inhalts immer gern „gelesen“, kündet er doch von Neuig­kei­ten aus einer Welt, die mir auf immer verschlos­sen und unver­ständ­lich bleiben wird.

In der jüngs­ten Ausgabe gibt es eine epische Abhand­lung zum Thema „Unreine Gedan­ken“. Darin wird geraten, bei Aufkom­men jegli­cher schmut­zi­ger Gedan­ken zu beten oder sich mental ander­wei­tig abzulen­ken. Ein guter Rat, wie ich finde, denn es wird ohnehin viel zu viel ans Poppen gedacht. Eßt mehr Obst, fahrt mehr Rad und schaut bei eroti­schen Bildern sofort ganz woanders hin. Und wenn nichts mehr geht, hilft beten. Maria hilft.

Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Musik

Der Hesse reitet wieder

Das neue Werk von Großmeis­ter Marcel Bontempi. Wie alle Veröf­fent­li­chun­gen des fleißi­gen Hessen erneut ein stimmi­ges Gesamt­pa­ket aus tollen Songs und fantas­ti­schem Artwork. Da hau ich doch gern mal einen Euro raus, wenn eine Platte mit soviel Leiden­schaft und Liebe zum Detail gemacht wurde. Die 7″ gibt’s seit heute bei Squoodge Records. Bontempi, umtrie­big wie eh und je, veröf­fent­licht übrigens im Herbst eine LP mit seiner neuen Forma­tion namens Dr. Bontempi’s Snake Oil Company.

Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Musik

R.E.M. Unplugged – Record Store Day 2014

Größer!

Größer!

Größer!

Größer!

Da isse nun. Endlich. Meine heißersehn­teste Veröf­fent­li­chung des Jahres: R.E.M. Unplug­ged 1991 & 2001 als Vierfach-Vinyl-Box. Ich verlor vor ein paar Tagen schon einige Worte darüber. Bezahlt habe ich sport­li­che 55,00 EUR, was aber für eine Vierfach-LP auch in Ordnung geht. Dann lieber eine Woche bei trocken Brot und Marga­rine, als auf diese Box verzich­ten. Die Preise bei eBay steigen bereits in schwin­del­erre­gende Höhen. So macht der Record Store Day für den norma­len Musik­hö­rer und ‑konsu­men­ten irgend­wie keinen Sinn mehr. Alles Speku­lan­ten, Halsab­schnei­der und Hallo­dris. Ich gestehe, von der ein oder anderen Veröf­fent­lich­tung auch schon mal zwei Exemplare bestellt zu haben. Das rechnet sich beson­ders bei Bestel­lun­gen aus dem Ausland um die oft horren­den Porto­kos­ten wieder reinzu­be­kom­men. Beson­ders ehren­haft ist es aber natür­lich nicht.

Zu den Details: Es gibt angeb­lich 2.500 Kopien. Laut Rhino Press Release auf Clear Vinyl, meine aber sind kohlra­ben­schwarz. Es ist eine Standard­pres­sung, dürften 140 g sein. Die Sound­qua­li­tät ist nicht wesent­lich besser als die alten, bereits legal oder halble­gal erhält­li­chen Mitschnitte der Unplugged-Gigs. Remas­te­red hat also offen­bar niemand. Die Songs sind großar­tig, aber die kannte ich ohnehin alle schon. Die bisher unver­öf­fent­lich­ten Stücke runden das Paket ab. Alles in allem eine tolle Veröf­fent­li­chung, ich bin saufroh, eine abbekom­men zu haben.


Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Kraut und Rüben

Harte Zeiten

Die Börde­be­hörde wünscht allen Leserin­nen und Lesern, die trotz der alles aufsau­gen­den Facebook-Krake hier immer noch mitle­sen, ein geruh­sa­mes Oster­fest. Passt auf euch auf, die Zeiten sind hart und ehe man sich versieht, landet man als Oster­hase in der Fußgän­ger­zone oder als Kanonen­fut­ter in der Blöd-Zeitung. Im schlimms­ten Falle jedoch passiert beides…

Größer


Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Kraut und Rüben Musik

Wären EA80 eine Metalband…

… sähen ihre Cover vielleicht so aus:


Bereits 1 Mal geteilt!

Kategorien
Musik

Depeche Mode/Music On Vinyl

Es muß 198485 gewesen sein. Wahrschein­lich lief People Are People in „Der Club“ auf NDR2. Wobei ich mich auch noch an Shake The Disease erinnere, gerade aber nicht ohne nachzu­schla­gen weiß, welcher der beiden Titel eher veröf­fent­licht wurde. Mitte der achtzi­ger Jahre des letzten Jahrhun­derts jeden­falls, keimte das zarte Pflänz­chen meiner Liebe zu Depeche Mode. Ich erinnere mich weiter­hin an die AMIGA-Best-Of-LP The Singles 1981–1985 (bis heute in meinem Platten­schrank), gekauft in Frau Knakes Krämer­la­den meines Heimat­dor­fes. Und die 500 Besuche vorher, in denen ich jeweils nach der Platte fragte. Ich erinnere mich an die italie­ni­sche Pressung von Black Celebra­tion, gekauft 1988 auf dem Schwarz­markt vor dem Berli­ner Ostbahn­hof für 80,- Mark der DDR (… und bis heute in meinem Platten­schrank). Eine enorme Summe, wenn man bedenkt, daß meine monat­li­chen Einkünfte zu der Zeit bei 120,- Mark lagen. Ich erinnere mich an die Musik­kas­sette zu Music For The Masses von 1989, zu Weihnach­ten oder zum Geburs­tag von der Westver­wandt­schaft bekom­men und – natür­lich! – bis heute in meinem Kasset­ten­schrank… 😉 Und ich erinnere mich an But Not Tonight, eine der besten B‑Seiten aller Zeiten, die mich bei jedem Hören bis heute sofort an die Zeit der späten Achtzi­ger erinnert. Depeche Mode waren immer eine fantas­ti­sche Band und worauf ich eigent­lich hinaus will, ist:

Das nieder­län­di­sche Label Music On Vinyl veröffentlicht(e) alle Depeche Mode-Alben neu. Im Februar begann man mit Some Great Reward, Music For The Masses und Songs Of Faith And Devotion. Im März folgten A Broken Frame, Ultra, Construc­tion Time Again und Viola­tor und im Mai endet man mit Speak And Spell, Exciter, Playing The Angel und Sounds Of The Universe. Alle Alben kommen als audio­phile 180 g‑Pressung, mit Gatefold-Cover, Repro­duk­tio­nen des origi­na­len Artworks und Liner Notes von Mute-Chef Daniel Miller.

Ich hab mir Songs Of Faith And Devotion und Ultra gegönnt, die beide mit ca. 25 EUR recht teuer waren. Nach Music For The Masses hab ich die Band Anfang der 90er ein wenig aus den Augen verlo­ren, von den Single-Hits im Radio mal abgese­hen. Das war ein Fehler, den Ultra und Songs… sind großar­tige Alben mit exzel­len­ten Songs und klingen einfach saugut. Der recht hohe Preis ist bei dieser Press­qua­li­tät und dem fantas­ti­schen Maste­ring absolut gerecht­fer­tigt. Gut inves­tier­tes Geld – wer auch nur ansatz­weise an der Band inter­es­siert ist, sollte bei diesen Neuerschei­nun­gen zuschla­gen.

Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Kraut und Rüben Träume in Technicolor

Lachender Hans

Gestern war ich mit meinem Sohn im Magde­bur­ger Zoo. Wir haben viel gelernt. Unter anderem über den Lachen­den Hans. Live gelacht hat er aller­dings nicht. Das liegt wahrschein­lich daran, daß sein Zoo in Sachsen-Anhalt liegt.

Klick!


Teile diesen Beitrag:

Kategorien
Musik

Plattenladentach 2014/R.E.M. Unplugged

Alle Jahre wieder, genauer am 3. Samstag eines jeden schönen Monats April heißt es wieder: RECORD STORE DAY! Der Platten­la­den­tach findet seit 2008 oder sowas statt und wurde ursprüng­lich initi­iert, um kleinen Platten­lä­den in Zeiten von Online­han­del und Absatz­pro­ble­men der Musik­in­dus­trie ein wenig Unter­stüt­zung zu leisten. An und für sich also eine tolle Sache. Leider scheint mir persön­lich die ursprüng­li­che Inten­tion etwas verwäs­sert, was aber nicht die Schuld der Begrün­der des RSD ist. Es ist einfach so, daß in jedem Jahr viele überteu­erte Platten auf den Markt gewor­fen werfen, deren Veröf­fent­li­chungs­gründe oft wegen mangeln­der (musik­his­to­ri­scher) Relevanz oder immer noch erhält­li­cher Altauf­la­gen schwer nachvoll­zieh­bar sind. Außer­dem wird ein Großteil der Veröf­fent­li­chung von Händlern oder Privat­leu­ten anschei­nend nur deshalb erwor­ben, um Stunden später zu Phanta­sie­prei­sen auf eBay oder Discogs aufzu­tau­chen.

Wie auch immer, nichts­des­to­trotz bleibt der RSD eine gute Sache, treibt er doch Heerscha­ren von nerdi­gen Zuhau­se­blei­bern mal wieder in die Platten­lä­den. Die Liste der Veröf­fent­lich­tun­gen in diesem Jahr ist für meinen Geschmack wenig ergie­big. Genau­ge­nom­men reizt mich eigent­lich nur eine einzige Veröf­fent­li­chung, aber die hat es in sich:

R.E.M. veröf­fent­li­chen ein Vierfach-Album, bestehend aus den MTV-Unplugged-Sessions von 1991 und 2001. Was die Veröf­fent­li­chung so beson­ders macht, ist die Tatsa­che, daß erstmals zusätz­li­che (alle?) Songs aus den beiden Sessi­ons veröf­fent­licht werden. Die jetzt veröf­fent­lich­ten Tracks waren meines Wissens nicht mal auf Bootlegs oder in omnin­ö­sen Inter­net­quel­len zu finden – stellen also durch­aus eine kleine Sensa­tion dar. Auch wenn man bedenkt, daß der Mitschnitt zum ersten Mal in hoffent­lich exzel­len­ter Audio­qua­li­tät zu haben sein wird. Beson­ders das 1991er Unplug­ged hat es mir hierbei angetan. Die Band in ihrer mit Abstand besten Phase, kurz nach „Out Of Time“ und kurz vor dem epocha­len „Automa­tic For The People“. Das 91er Unplug­ged übt auf viele Leute da draußen und auch auf mich eine beson­dere Faszi­na­tion aus … there’s some kind of magic going on there, wie die Angel­sach­sen sagen. Ich hoffe also sehr, ein Exemplar ergat­tern zu können und wünschen allen Musik­nerds einen seligen RSD.



Teile diesen Beitrag: