Verkehrte Gedanken? Sofort beten!

Ich bin ein gutmü­ti­ger Trottel. Wenn die Zeugen Jehovas an meiner Tür klingeln (was in der Vergan­gen­heit regel­mä­ßig vorkam), lasse ich mich in ein Gespräch verwi­ckeln und bleibe unver­bind­lich aber profes­sio­nell freund­lich. Den Wachturm habe ich trotz der Absur­di­tät des Inhalts immer gern „gelesen“, kündet er doch von Neuig­kei­ten aus einer Welt, die mir auf immer verschlos­sen und unver­ständ­lich bleiben wird.

In der jüngs­ten Ausgabe gibt es eine epische Abhand­lung zum Thema „Unreine Gedan­ken“. Darin wird geraten, bei Aufkom­men jegli­cher schmut­zi­ger Gedan­ken zu beten oder sich mental ander­wei­tig abzulen­ken. Ein guter Rat, wie ich finde, denn es wird ohnehin viel zu viel ans Poppen gedacht. Eßt mehr Obst, fahrt mehr Rad und schaut bei eroti­schen Bildern sofort ganz woanders hin. Und wenn nichts mehr geht, hilft beten. Maria hilft.

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2 Kommentare

  1. Hmm. Ich hab ehrlich gesagt noch nie in Betracht gezogen, den Wachturm einmal nicht abzuleh­nen… Aber blöd ist der Gedanke nicht mit dem „Einblick in eine andere Welt“! Kommen die dann öfter wenn man den annimmt? Denn da müsste man dann abwägen!

    1. All along the watch­to­wer … all I got was a red guitar. Du hast schon ganz Recht, wenn Du sagst, man müsse nicht an jeder Mülltonne schnup­pern. Doch sind wir nicht alle Suchende, die suchen um zu finden? Oder sind wir eher Findende, die suchten und doch nie fanden? Eine Frage höchst­phi­lo­so­phi­schen Ausma­ßes, die Kraft ihrer Wasser­suppe geneigt ist, mir den zarten Kopf zu zerspren­gen. Bevor es soweit kommt, lieber ein Glas Wasser und etwas Gemüse. Es ist nie zu spät, neu anzufan­gen.

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