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Monat: März 2016

Der dumme August

„Der dumme August“ geht auf die Antike zurück, der Centun­cu­lus („hundert Fleck“) trieb auf römischen Märkten und öffent­li­chen Plätzen seine derben Späße. Er trat in einem bunten Kostüm auf, Hose und Jacke waren aus vielen Fetzen zusam­men­ge­flickt, seine komische Wirkung wurde dadurch gestei­gert, dass er ohne Schuhe und ohne Haare auftrat. Er besaß damit schon jenen Kahlkopf, der zu einem Erken­nungs­merk­mal des heuti­gen als „inkom­pe­tent“ bezeich­ne­ten Clowns gehört, ebenso wie die überdi­men­sio­nier­ten absatz­lo­sen Schuhe, die seinen komischen Gang bewir­ken. Die Gestik, Mimik und Körper­hal­tung dieser Figur ist reduziert: Seine ganze Erschei­nung kündigt ein Schei­tern an. (Wikipe­dia)

Der dumme August sind auch eine Poppunk­band aus Köln. Gefun­den hat sich die Band im Jahre 2012 und vier Jahre hat es bis zum selbst­be­ti­tel­ten Debüt­al­bum gedau­ert. Und das ist recht formi­da­bel geraten und beinhal­tet Songs über die wichti­gen Dinge des Lebens: Tristesse, Liebe, wie sie ist und wie sie sein könnte, Küssen, Schei­tern. Der Tonfall ist dabei so lakonisch wie der musika­li­sche Vortrag sonnig. Der dumme August nimmt sich dabei selbst nicht so wichtig – eine Eigen­art, die ich an Bands seit jeher schätze. Erwähnt seien noch – für Namedrop­ping und ungefähre Schub­la­di­sie­rung – vorhe­rige Mitglied­schaf­ten in illus­tren Bands wie Knochen­fa­brik, Super­nichts, Angelika Express, Lili und Kommando Petermann.

Die Platte lohnt sich und ist hier käuflich zu erwer­ben. Eine kurze, aber sehr schöne Kritik gibt es beim Blueprint Fanzine, die in diesem wunder­ba­ren Schluß­satz gipfelt: „Das Schöne dabei ist, dass die Songs zwar einer­seits ein wenig wie aus der Zeit gefal­len wirken, sie aber dennoch eine gewisse Wohlfühl­at­mo­sphäre erzeu­gen. Lieder wie „Deine beste Freun­din“ oder „Hey Sven“ zu hören, fühlt sich ungefähr so an, wie im rusti­ka­len Eichen-Ambiente einer verrauch­ten Eckkneipe zu sitzen und Holsten Edel aus einer Biertulpe zu trinken, während andere gegen­über in der Hipster-Kneipe an ihrem Indian Pale Ale nippen. Und das ist letzt­end­lich das Schöne an dieser Platte: Sie versucht nicht auf Krampf modern oder spekta­ku­lär zu klingen, sondern lässt statt­des­sen lieber den Charme vergan­ge­ner Tage aufle­ben. Muss ja auch mal sein.“


Der Tag danach

Hier (1, 2) die Wahler­geb­nisse aus meinem Kuhkaff of no return. In diesem vollge­fres­se­nen Land, da wird die Dummheit ewig siegen. (Boxhams­ters) Es nützt ja nichts. Einer­seits wählen nur die dümms­ten Lämmer ihren Schlach­ter selbst, anderer­seits muß man sich über das gute Abschnei­den der AfD auch nicht weiter wundern, wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter ausein­an­der geht. Die Entfrem­dung des Bürgers von der Politik ist in vollem Gange. Und die Flücht­lings­the­ma­tik ist nur ein kleiner Teil davon. Insofern hat mich das gestrige Wahler­geb­nis nicht sonder­lich überrascht, aber doch geschockt. Schöne Grüße aus der Heimat: Dieses Land, dieses Bundes­land, dieser Landkreis, dieser Ort – die Leute sind so vollge­fres­sen und verblen­det, kurzsich­tig und gnaden­los, kaputt und destruk­tiv. Das waren sie immer schon, jetzt haben sie wenigs­tens die passende Partei für sich.

Vier beson­ders lesens­werte Artikel über (nicht nur) Sachsen-Anhalt, gesam­melt in den letzten Tagen und Wochen:

„Wie die AfD in Sachsen-Anhalt punktet“
Analyse u. a. der Wählerwanderungen.

„Kein Englisch!“
Garde­le­gen in Sachsen-Anhalt braucht kaum etwas mehr als neue Bewoh­ner. Doch in der Stadt wollen viele die Flücht­linge nicht. Und die wollen nicht in Garde­le­gen sein.

„Zehn Gründe, warum die AfD durch die Decke schießt“
Die AfD steht in Sachsen-Anhalt in Umfra­gen bei 17 Prozent, die Landtags­wahl wird eine Protest­wahl sonder­glei­chen. Was sind die Gründe für den Protest? 

„Wie ich auszog, die AfD zu verstehen“
Unser Repor­ter ist links­li­be­ral und hat nichts gegen Merkels Flücht­lings­po­li­tik. Mit AfD-Gerede von „Volks­ver­rä­tern“ und „Tugend­ter­ror“ kann er nichts anfan­gen. Wer denkt so? Auf der Suche nach einer Antwort findet MALTE HENK nicht nur Rechts­ex­treme – sondern viele Menschen, die ihm seltsam vertraut vorkommen. 

„Warum ich aus Sachsen wegge­zo­gen bin“

Peppone im Studio

Peppone waren am Wochen­ende im Probe­raum Studio und haben die Songs für ihr zweites Album einge­spielt. Die Demos hatte ich schon vorab gehört und was ich gehört habe, klang sehr sehr vielver­spre­chend. Folge­rich­tig wird das Album vermut­lich noch in diesem Jahr auf Börde­be­hörde Tonträ­ger erschei­nen. Freut euch drauf, ich tue es jetzt schon…



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