Monat: Januar 2019

Mit Edeltraud ins Paarbistro – Mehr Zeit zu zweit

Der Tag, an dem ich merk­te, das es zwis­chen mir und mein­er Edel­traud nicht mehr son­der­lich gut lief, war ein nebliger Mittwoch. Ger­ade hat­te ich mein­er Hilde­gard das Früh­stück bere­it­et, als es klin­gelte. Der Post­mann stand vor der Tür und sein gren­zde­biles Grin­sen ver­ri­et mir sofort, das es zwis­chen ihm und mein­er Han­nelore etwas geben mußte, das bis zu diesem nebli­gen Mittwochmor­gen im eben­so nebli­gen Tal mein­er Vorstel­lungskraft ver­bor­gen lag. Lange Rede, kurz­er Sinn: Meine Sieglinde beichtete mir alles sofort und nach kurzem Ner­ven­zusam­men­bruch mein­er­seits, lud ich sie zu einem Abend ins Café Sah­netörtchen ein. “Paar­bistro – Zeit zu zweit” hieß das Ange­bot und ver­sprach einen “beson­deren Abend mit Ihrem Part­ner oder Ihrer Part­ner­in abseits vom All­t­ag”. Das war nicht zuviel ver­sprochen, denn meine Wal­traud und ich wur­den im Rah­men des Paar­bistros wie die bei­den alten Deutsch­lands wieder vere­inigt und sind sei­ther wie ein Herz und eine Seele. Und mor­gen schon feiern wir Eis­erne Hochzeit. Und Sie sind alle ein­ge­laden. Sofern Sie die Adresse ken­nen. Die ich aber nicht ver­rate, denn ich bin sehr arm und kann mir keine Schmarotzer am Tisch leisten.

Einen schö­nen Abend
Ihr glück­lich­er Gun­nar Roß

Die Gedenkstätte Buchenwald

Kurz vor dem Jahreswech­sel hat es uns nach Thürin­gen ver­schla­gen. Erfurt ist wirk­lich eine schöne Stadt; bräuchte es ein Muster­beispiel für den „Auf­bau Ost“, sollte man Erfurt zu Rate ziehen. Am let­zten Tag unseres Kurzurlaubes waren wir die Gedenkstätte Buchen­wald auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Konzen­tra­tionslagers besuchen. Ich war bere­its 1986 dort, auf der oblig­a­torischen Klassen­fahrt der 8ten Klassen ein­er jeden DDR-Schule. Gän­zlich unbekan­nt war mir der Fakt, das das Lager noch bis 1950 von der Sow­je­tu­nion als Gefan­genen­lager genutzt wurde. Auch der beina­he voll­ständi­ge Abriß fast aller Gebäude wurde uns auf ein­er Führung damit erk­lärt. Die Sow­jets woll­ten jedes Zeug­nis ihres Lagers ver­nicht­en. Die Nutzung des Lagers bis 1950 wurde in der späteren DDR kom­plett tot­geschwiegen, ich hat­te nie davon gehört.

Ein­dringlich dargestellt wer­den die Zeug­nisse der Naz­i­herrschaft. Ob Kre­ma­to­ri­um, Fleck­fieber-Ver­suche an Häftlin­gen, eine getarnte Genickschußan­lage oder der ans Lager gren­zende Zoo für ein bißchen Enter­tain­ment neben der Folter­herrschaft – der übri­gens auch für die Weimar­er Bevölkerung geöffnet war – die Ein­drücke dort sind bedrück­end. Im ehe­ma­li­gen Gebäude der Effekten‑, Klei­der- und Gerätekam­mer gibt es eine mehr als sehenswerte Ausstel­lung zur Geschichte des Lagers von 1937 – 1950 zu sehen. Für den Besuch allein der Ausstel­lung sollte man als Interessierte/r min­destens 2 Stun­den ein­pla­nen. Neben jed­er Menge Anschau­ungs­ma­te­r­i­al und Orig­i­nal-Doku­menten gibt es eine exzel­lent auf­bere­it­ete und chro­nol­o­gisch angelegte Zeitachse “abzu­laufen”, auf deren Ver­lauf man die Lagergeschichte vom Bau bis zum Ende bis ins Detail ver­fol­gen und begreifen kann.

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Wieder zuhause, habe ich reich­lich Wikipedia-Artikel zum The­ma ver­schlun­gen. Wer weit­er­lesen möchte, dem seien die Artikel über den 1. Lagerkom­man­dan­ten Karl Koch, seine Frau Ilse, die Stadt Weimar zur Naz­izeit empfohlen.