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Gute Nacht Deutschland

von Torsten am 20. Juni 2008 · 4 Kommentare

in Politik

„Rechts­ex­treme Einstel­lun­gen als Rander­schei­nung abzutun, wird der Wirklich­keit längst nicht mehr gerecht. Die Denkmus­ter finden sich bei Jung und Alt, in Ost und West, beim NPD-Wähler genauso wie beim selbst­er­nann­ten Linken.“ schreibt Spiegel Online zu einer Unter­su­chung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema Rechtsextremismus/Demokratieverständnis. Hier kurz die zentra­len Ergeb­nisse der Studie:

- Mit „besorg­nis­er­re­gen­der Selbst­ver­ständ­lich­keit“ lassen Gesprächs­teil­neh­mer auslän­der­feind­li­chen Ressen­ti­ments freien Lauf. Die Abnei­gung gegen alles, was vermeint­lich fremd ist, wird in den Diskus­sio­nen schnell zum Gruppen­kon­sens.

- Viele Menschen empfin­den einen hohen Druck, sich einer gefühl­ten gesell­schaft­li­chen Norm anzupas­sen. Sanktio­nen gegen­über vermeint­li­chen Abweich­lern werden akzep­tiert. Die Folge: Die Ausgren­zung von Auslän­dern, aber auch sozial Schwä­che­ren wie etwa Arbeits­lo­sen wird gesell­schafts­fä­hig.

- Mit dem Begriff „Demokra­tie“ können viele nichts anfan­gen. Die meisten beschrän­ken ihr Demokra­tie­ver­ständ­nis auf Wahlen – die wiederum finden viele erschre­ckend unbedeu­tend. Konse­quenz: eine „alarmie­rende Gering­schät­zung des demokra­ti­schen Systems“. Demokra­tie gilt nur so lange etwas wert, wie sie indivi­du­el­len Wohlstand garan­tiert.

- Wer autori­tär denkt oder solches Denken etwa durch Gewalt­an­wen­dung im Eltern­haus vermit­telt bekommt, ist anfäl­lig für rechts­ex­treme Einstel­lun­gen. Anders­herum gilt aber auch: Wer sich in andere Menschen hinein­füh­len kann, ist für radikale Denkmus­ter weniger empfäng­lich.

- Noch immer spielt die Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus eine große Rolle. Der Beschäf­ti­gung mit dieser Vergan­gen­heit messen die Autoren eine „Schlüs­sel­po­si­tion“ zu. Eine inhalt­li­che und emotio­nale Ausein­an­der­set­zung hemmt rechts­ex­treme Tenden­zen.

Hier geht’s zum Spiegel Online-Artikel inkl. dem Download­link zur komplet­ten Studie.

Erschre­ckend, wie wenig die Demokra­tie doch wert zu sein scheint, vor allem wenn sie so hart erkämpft wurde wie hier im Osten. Alles schon verges­sen, ihr Nasen?! Wofür seid ihr denn ’89 auf die Straße gerannt, für eine neue Sehnsucht nach Totali­ta­ris­mus und Dikta­tur etwa? Nur weiter so, wenn’s irgend­wann mal wieder eine rechte Dikta­tur in Deutsch­land gibt, seht ihr mich mit Schnell­feu­er­waf­fen im Unter­grund wieder …

Entsetzte Grüße,
eure Börde-Guerilla

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Karl Moik wird heute 70. Was bleibt uns da anderes übrig, als herzlich zu gratu­lie­ren?

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Im Inves­ti­ti­ons­plan der Behörde war seit gerau­mer Zeit die Ausgabe für ein anstän­di­ges Fotohandy vorge­se­hen. Seit gestern ist es nun soweit. Deshalb ist hier zukünf­tig mit deutlich mehr selbst­ge­schos­se­nen Bildern zu rechnen, gelegent­lich vielleicht sogar in Farbe! 😉

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Leipzig soll brennen

von Torsten am 17. Juni 2008 · 2 Kommentare

in Musik

Schau nicht in die Häuser, denn sie lachen Dich aus
Sie sind so alt, sie haben viele Narben.
Sie haben Dich gesehn und Du warst noch ein Kind.
[…]
Mein Haus ist schwarz und es steht allein.
Es hat keine Fenster und es kommt niemand rein.

Wir kamen dann aber doch rein, nämlich ins UT Conne­witz im gleich­na­mi­gen Leipzi­ger Stadt­teil. Ein schöner Ort für Konzerte, genau der richtige Grad an Abgewrackt­heit, entspann­tes und fried­li­ches Publi­kum, ein morbi­des Ambiente eines alten Kinosaals. Der perfekte Ort für ein EA80-Konzert.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals in Leipzig gewesen zu sein. So war es also eine doppelte Premiere: Zum ersten Mal in Leipzig, zum ersten Mal EA80 nach der Jahrtau­send­wende. Mein insge­samt drittes Konzert der Band, nach 1995 in Berlin, zusam­men mit den Boxhams­ters, und 19?? in Hildes­heim, auch hier zusam­men mit den Boxies. Anders als früher, anders als gedacht, aber nicht schlech­ter. Die Setlist war okay, auch wenn ich mir vielleicht noch den ein oder anderen älteren Hit gewünscht hätte. Das Publi­kum ebenfalls sehr angenehm, vom mittel­al­ten Gothic mit Chris­tian Death-Patch, über den Kidpunk und die Rockabilly-Damen bis zum Nerd alles vertre­ten. Vorherr­schende Farbe des Abends war natür­lich schwarz. Heiß war es, und zwar richtig heiß. Ich hab nach zwei Dritteln des Konzerts den Saal verlas­sen … entwe­der sind die Konzerte heißer als früher oder ich bin älter als früher. Letzte­res wohl defini­tiv, aber irgend­wie wurde früher auch nicht soviel geschwitzt. Oder die Luft war besser. Früher war ja eh alles besser, wahrschein­lich also auch die Luft.
Ach ja, Vorbands: Das Troll­brot Orches­tra versuchte sich in leidlich unter­halt­sa­mem Electro-Trash, den Namen der Pausen­band hab ich bereits wieder verges­sen. Und das völlig zu Recht.
Glück­li­cher­weise hab ich die Reise-Sonderedition des Konzer­tes erste­hen können (jajaja!!!) und obendrauf noch die lang gesuchte Picture-12″ der „Vorsicht Schreie“. Und das zu zivilen Preisen, ohne dem eBay-Irsinn erlie­gen zu müssen.

Wirklich schöne Fotos des Abends gibt’s bei Steffi.

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Stimmungshit

von Torsten am 16. Juni 2008 · 2 Kommentare

in Kraut und Rüben

Monday, Monday, Monday. Damn my mood swings!

Mooooooooooooooon­tach. Frühdienst. Immer wieder dasselbe. Ich gähne meinen Monitor an und lausche heimlich den von Tegan & Sara besun­ge­nen Stimmungs­schwan­kun­gen. Jeder Wochen­tag ist produk­ti­ver als der Montag, vor allem nach diesem anstren­gen­den Wochen­ende. Deshalb erst demnächst in diesem Programm: der kleine Leipzig-Reisebericht vom Wochen­ende („Warum früher nix besser, aber vieles anders war.“), Teil 2 unserer bunten Börde-Rezept-Sammlung „Kartof­fel­ko­chen für Herdlose“ und viele andere mehr oder minder unter­halt­same Textver­bre­chen. Schal­ten Sie also auch morgen wieder ein, wenn es heißt „Ob Rüben oder Kraut, da drüben wohnt die Braut!“.

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