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Der EA80‐eBay‐Irrsinn

von Torsten am 11. Februar 2008 · 6 Kommentare

in Musik

Wohin es führt, wenn eBay‐Preise beinahe irreale Ausmaße anneh­men, kann man sehr gut hier und hier sehen. Zwei Singles der von mir hoch verehr­ten und geschätz­ten EA80, nie regulär veröf­fent­licht, sondern als Geburts­tags­ge­schenk für Freunde gepresst und – der ursprüng­li­chen Inten­tion folgend – verschenkt. Was jeman­den bewegt, für diese beiden Singles zusam­men über 700,- Euro auf den Tisch zu legen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Die (digita­li­sier­ten) Titel sind in einschlä­gi­gen Kreisen längst im Umlauf (bei Inter­esse mailt mir einfach …), an der Musik kann es also nicht liegen. Zugege­ben: Die Teile hat nicht jede/r, macht sich bestimmt schick im Sammler­schrank. Dennoch: Eine derart hohe Summe ist jenseits von gut und böse, davon müssen andere Leute knapp zwei Monate leben …Schön und treffend fand ich diesen Beitrag (von ‚b.bengel‘)  im Forum auf der oben verlink­ten Seite:

Die Haupt­sa­che ist doch zu wissen, dass EA80 solche Schei­ben nicht (primär) rausbrin­gen, damit Sie irgend­wann einmal einen hohen Preis im Handel erzie­len, sondern es ein Ausdruck von Kreati­vi­tät, Eigen­wil­lig­keit und Eigen­stän­dig­keit ist. Irgendwo auch eine beson­dere Art der Kommu­ni­ka­tion mit den Inter­es­sen­ten. Sie geben immer wieder etwas beson­de­res, kleines, überra­schen­des. Etwas, das eigent­lich nicht vermark­tungs­fä­hig ist (selbst zusam­men­ge­klebte CD‐R Pappschach­teln), was dann wiederum durch den Drang nach materi­el­lem Besitz ad absur­dum geführt wird. Dieser Wider­spruch gefällt mir irgend­wie auch. Ich sehe es wie „gaerwin“, vor allem muss das Lied her, egal ob auf karrier­tem Vinyl oder auf bedruck­ten Unter­ho­sen. Was zählt ist der eigene Bezug und auch die Erinne­rung. Witzig finde ich ebenso, dass es mittler­weile nahezu unmög­lich ist, „alles“ von EA80 zu haben, da viele Veröf­fent­li­chun­gen persön­li­che Noten erhal­ten und in einem Varian­ten­reich­tum erschei­nen, die keiner alleine horten kann. Das ist der Punk in EA80 und meine private Antwort darauf sind eigene Raritä­ten. EA80 sind offen­sicht­lich auch das, was Du daraus machst. Sei selbst kreativ, nimm Deinen mp3‐player und Bootlege Dein persön­li­ches Konzert‐Highlight mit Selbstbau‐Cover. Diese Erinne­rung nimmt Dir niemand. Eine Idee, die nicht zum Verkauf steht. Ich hoffe, daß ich mich jetzt nicht Strafebar gemacht habe ;-]]

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Übermor­gen back ich, heute brau ich und am Wochen­ende koch ich mir ein Töpfchen aller­feinste Soljanka. Soljanka ist die weltbeste Suppe überhaupt, sie hockt einsam in ihrem Topf auf dem Thron und wirft abschät­zige Blicke auf die Kartof­fel­suppe mit der Bronze­me­daille und die Mohrrü­ben­suppe auf Platz 2.

Bis dahin: Gute Unter­hal­tung mit dem besten Koch der Welt!

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Er sieht sie an, während sie ihn ansieht, während er denkt: Dieser Trend zu Stehlam­pen aus gedrech­sel­tem Messing mit gelben Stoff­schir­men ist besorg­nis­er­re­gend.  So war das, neunzehn­hun­dert­zwei­und­fuff­zich.

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Aus der Magde­bur­ger Volks­stimme von heute:

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Aschers­le­ben – Es war ein Bild, das an längst vergan­ge­nes Schlan­ge­ste­hen zu DDR‐Zeiten erinnerte. In Zweier‐ und Dreier­rei­hen standen hunderte Menschen bis weit um die Hausecke in der Otto‐Arndt‐Straße in Aschers­le­ben (Salzland­kreis). Ihr Ziel : ein Termin beim Arzt. Es war die erste Sprech­stunde von Augen­arzt Dr. Detlev Hoffmann – einem 64‐jährigen gebür­ti­gen Hallen­ser, der aus dem Ruhestand in Hessen zurück in den Osten gekom­men war und sich gleich am ersten Arbeits­tag nicht vor Patien­ten retten konnte. Ab 5 Uhr, drei Stunden vor Sprech­stun­den­be­ginn, standen die Ersten an, bis zum Montag­abend blieb eine Schlange. “ Das habe ich mein ganzes Leben nicht erlebt „, sagte Hoffmann, der selbst die Pausen ausfal­len ließ. Mehr als zwei Jahre musste Aschers­le­ben ohne einen Augen­arzt auskom­men, der auch Kassen­pa­ti­en­ten behan­delt. Im Herbst 2007 verwies die Kassen­ärzt­li­che Verei­ni­gung ( KV ) die Patien­ten zur ambulan­ten Behand­lung an die Univer­si­täts­kli­nik Halle. Auf Initia­tive des Landtags­ab­ge­ord­ne­ten Detlef Gürth ( CDU ) konnte Hoffmann von KV und Stadt gewon­nen werden. In Sachsen‐Anhalt war die Zahl der Augen­ärzte inner­halb von zehn Jahren von 174 auf 154 gesun­ken. “ 14 Prozent sind bereits älter als 60 Jahre, im Jahr 2011 werden es 32 Prozent sein „, so Dr. Michael Diestel­horst von der Kassen­ärzt­li­chen Verei­ni­gung. Zurzeit gibt es Gesprä­che, wie der Mangel in ebenfalls beson­ders betrof­fe­nen Regio­nen wie Magde­burg, Hettstedt und Zerbst entspannt werden kann.

So sieht also unsere Zukunft aus: Mit Minimal­rente in der Tasche beim Arzt Schlange stehen und auf dem Rückweg im Penny die Paprika tauschen. Ist das Wegbre­chen von elemen­ta­ren Versor­gungs­struk­tu­ren im ländli­chen Raum das erste Zeichen der Selbst­auf­lö­sung? Werden wir im Alter nur noch zu Wunder­hei­lern gehen? Sollte ich mich als Wunder­hei­ler selbstän­dig machen? Sehe ich apoka­lyp­ti­sche Tenden­zen, wo keine sind? Sollte ich den Grauen Panthern beitre­ten? Rein präven­tiv, was meint ihr?

Wir müssen Dryland finden.

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Ein Fanfa­ren­zug marschiert durch mein Schlaf­zim­mer. Der Elfer­rat ist am Kopfende meines Bettes versam­melt, unter Vorsitz von Prinz Poldi dem Torfnä­si­gen und seinem Stell­ver­tre­ter Harald III. Sie brüllen fortwäh­rend „Woll’n mer se reinlasse?“ ich schreie „NEIN!!!“, aber niemand hört mich. Da kommen sie: Das Funken­ma­rie­chen tanzt mit den anderen Mädels vom Karne­vals­club „Die Degene­rier­ten e.V.“ direkt vor dem Fernse­her. Sie tröten, sie tuschen, sie lärmen. Ich bekomme Kopfschmer­zen.

Sweethe­art, sag mal den Nachbarn bescheid: Es könnte gleich etwas lauter werden. Und etwas blöder. Sogar ziemlich blöde. Gemein­ge­fähr­lich blöde. Irgend­was zwischen unglaub­lich blöde und unerträg­lich doof. Die Karne­va­lis­ten sind die Pestkran­ken des 21. Jahrhun­derts. Bombar­diert Köln.

Ich wache schweiß­ge­ba­det auf.

Endlich Ascher­mitt­woch.

Alaaf und Helau!
Seid ihr bereit?
Willkom­men zur Beklopp­ten­zeit!
Mer kenne des aus Akte X,
doch Mulder rufe hilft da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötz­lisch ist dann Karne­val!

( Tusch )

Uff einen Schlach werd´n alle dämlisch,
denn das befiehlt das Datum nämlisch!
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idioten­plage,
eine Verschwö­rung, blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.
Ei´ wahre Ausge­burt der Hölle,
und Ausgangs­punkt davon ist Kölle!

( Tusch )

Denn dort gibt´s nisch nur RTL,
das Fernseh‐Einheitsbrei‐Kartell,
sondern aach jede Menge Jecken,
die sisch auf Nasen Pappe stecken,
in Teufels­sek­ten sich gruppie­ren
danach zum Elfer­rat formie­ren
und dann muss selbst das döfste Schwein
dort auf Kommando fröhlisch sein.

( Tusch )

Auf einmal tun in allen Ländern
die Leude sisch ganz schlimm verän­dern
Sie geh´n sisch hemmungs­los besaufe
und fremde Mensche Freibier kaufe
schmeiße sisch Bonbons an die Schädel,
betat­sche Jungens und aach Mädel
und tun eim jede, den sie sehen,
ganz fuscht­bar uff de Eier gehen!
Sie tun nur noch in Reime spreche
und sind so witzisch, man könnt´ breche,
bewege sisch in Polonä­sen,
als trügen sie Gehirn­pro­the­sen,
man möschte ihnen – im Vertrauen
– am liebs­ten in die Fresse hauen!

( Tusch & Konfetti‐Kanone )

Doch was soll man dagege mache?
Soll man vielleicht noch drüber lache?
Es hilft kein Schreie und kein Schimpfe,
man kann sisch nich mal gegen impfe,
die Macht der Doofen ist zu staak,
als dass man sisch zu wehr´n vermag!

( kein Tusch )

Am besten ist, man bleibt zu Haus
und sperrt den Wahnsinn aanfach aus.
Man schließt sich ein paar Tage ein
und lässt die Blöden blöde sein!
Der Trick ist, dass man sich verpisst
bis widder Ascher­mitt­woch ist!

( evtl. Tusch )

Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so ´nem Pappna­sen­ge­schwür,
und sagt statt „Hallo“ nur „Helau“,
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei: Narrhalla‐Marsch!“
„Vielen Dank …“

( Tusch, flüch­ti­ger Narhalla‐Marsch mit anschlie­ßen­den Weglau­fen )

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Herrje­mine … das lustige Völkchen aus Übersee: Eine Jesus‐Skulptur, wohl via Funk mit dem Terror­warn­sys­tem des Heimat­schutz­mi­nis­te­ri­ums verbun­den, zeigt den aktuel­len Gefähr­dungs­stand des Landes an. Wird also „Code Red“ ausge­löst, wird auch der Jesus ganz red und sein Besit­zer kann sich umgehend in Sicher­heit bringen, wo auch immer er die finden mag …

Für nur 19,95$, und wenn ihr umgehend bestellt, gibt’s eine Leselampe und die Bibel dazu.

Wenn das kein Schnäpp­chen ist!

*Wenn das ein Fake ist, ist es ein guter! 🙂

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