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70er

Der infor­mierte Tänzer von heute weiß: Das nennt man „Disko­tanz“. Und der Mann am Platten­spie­ler heißt „SPU“ – „Schall­plat­ten­un­ter­hal­ter“. 300 SPU haben sich in Neubran­den­burg getrof­fen – zum Gedanken- und Erfah­rungs­aus­tausch.

Ein herrli­ches Video mit DDR-typisch kryptisch-krudem Geschwa­fel über Theorie und Praxis. Mein Lieblings­zi­tat:

„Ich glaube bevor man also an die Gestal­tung, äh, an die Frage einer Gestal­tung eines Themas in der Disko­thek heran­geht, muß man erstmal anfan­gen, was will ich, im Sinne der Zielstel­lung auch die Möglich­kei­ten echt selbst­kri­tisch einschät­zen.“

In diesem Sinne: ein schönes Wochen­ende!

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Man lernt bekannt­lich nie aus, und so lernte ich erst am gestri­gen Tage Die Caufner-Schwestern kennen und schät­zen. Die Caufner-Schwestern waren ein Gesangs­trio, das 1977 in der DDR gegrün­det wurde. Mitglie­der der Gruppe waren die drei Schwes­tern Juliane, Isa und Irina Kaufner. Die Gruppe spielte vor allem Disco­mu­sik.

Weiter­hin sagt Wikipe­dia: Schon als Kinder sangen die vier Schwes­tern Iris, Juliane, Isa und Irina Kaufner gemein­sam in Rostock mehrstim­mige Sätze. Juliane und Isa erhiel­ten von 1972 bis 1973 eine Gesangs­aus­bil­dung und waren Mitglie­der der „College Forma­tion“. Die Stücke „Dein und mein“, „Als ich nachher von dir ging“ und „Vom Träumen“ mit Isa Caufner als Solosän­ge­rin wurde auf der Kompilations-LP „Examen in Musik“ 1973 veröf­fent­licht. 1976 gründe­ten die vier Schwes­tern das Vokal­quar­tett „Caufner-Collection“. 1977 wurden sie in der Fernseh­show Familien-Disko vorge­stellt. Iris Kaufner verließ die Gruppe. Die Band musste sich in Caufner-Schwestern umbenen­nen. 1978 erschien die erste Single „Komm doch“; die Nachfolge-Single „Laß dieses „he““ wurde im selben Jahr veröf­fent­licht. Für ihr Tournee­pro­gramm „Drei unter­wegs“ wurden sie mit dem Förder­preis des General­di­rek­tors des Komitees für Unter­hal­tungs­kunst ausge­zeich­net. Die Caufner-Schwestern traten in der Fernseh­show Ein Kessel Buntes auf und gaben auch im Ausland Konzerte. Juliane Albrecht und Irina Kaufner traten bis 1987 als Duo auf, Irina starb 2010 an Krebs.

Die Disco­gra­fie der Damen ist überschau­bar. Wir hören „Komm doch“ von ihrer ersten Single. Ein herrlich zweideu­ti­ges Stück, das mit sehr solidem Funk und aller­schwers­tem Disco-Einschlag zu überzeu­gen weiß. Mehr Inter­na­tio­na­li­tät war in der DDR nicht möglich und mehr D.I.S.C.O. schon gar nicht. Schönes Stück!


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Eine sehens­werte Doku über die Jeans­hose, die in den frühen Jahren der DDR noch „Niethose“ hieß. Ich persön­li­che kenne sie auch noch unter der Bezeich­nung „Manches­ter­hose“ (ostdeutsch ausge­spro­chen als Männsch­ässda), so hat sie meiner Erinne­rung nach meine Oma ganz früher genannt. Die hatte auch die schöne Bezeich­nung „Hippie-Ball“ für eine Disco­ver­an­stal­tung… und andere schöne Worte, deren Erwäh­nung mich hier vollends den Faden verlie­ren lassen würde. Jeanstime:

„Erst war die Jeans, die Jugend­li­che in der DDR trugen, noch Anlass für Schul­ver­weise und Klubhaus­ver­bote. Dann wurde sie, auch durch volks­ei­gene Produk­tion in den 1980er-Jahren, zur DDR-Freizeithose schlecht­hin. Und doch fehlte der Jeans aus der DDR, trotz größter Anstren­gun­gen der volks­ei­ge­nen Textil­in­dus­trie und des sozia­lis­ti­schen Marke­tings, stets eines: der Nimbus der Echten aus dem Westen. Der Kultsta­tus der ameri­ka­ni­schen Marken­jeans Levi´s oder Wrang­ler blieb bei der Jugend im sozia­lis­ti­schen Lager bis zuletzt unange­foch­ten.

Antje Thürke erlebte das für sie schier Unglaub­li­che: 1961 bekam sie als 16-Jährige ein Paket aus New York, darin eine Wrang­ler Jeans. Es war ein Geschenk ihrer leibli­chen Mutter, von deren Existenz sie erst kurz vorher erfah­ren hatte. Die Hose passte sogar wie angegos­sen. Aber: Die Jeans war an der Schule nicht erwünscht. Im nächs­ten Paket aus Amerika befand sich eine Elvis-Presley-Kette, die Antjes Schul­di­rek­tor ihr wütend vom Hals riss.“

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Beim Aufräu­men gefun­den:


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North Star Horizon präsen­tiert den Wunder­bo­li­den der Extra­klasse! 18 MB Speicher­platz – das reicht locker für 1800 Word-Files ohne Bilder! (via Weird Retro)

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Prädi­kat sehens­wert: Dirk Sager, ZDF-Chefreporter in Ost-Berlin, mit einem wunder­ba­ren Panorama des Lebens im Ost-Berlin des Jahres 1978. Schre­ber­gärt­ner, Militär­pa­ra­den, Centrum-Warenhaus, Bauar­bei­ter, Gemüse­markt Pankow, Inter­views mit einer werden­den Mutter, den Schrift­stel­lern Klaus Schle­sin­ger und Dieter Schubert, der Lieder­ma­che­rin Bettina Wegner u.a.



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