90er

Leipzig im Herbst

Ein sehenswert­er Doku­men­tarfilm von Andreas Vogt aus dem Jahr 1990. Läßt sich lei­der nicht ein­bet­ten, hier geht’s zum Film.

Herb­st ’89, die Ereignisse auf den Straßen in Leipzig über­stürzen sich. Und doch sind nur wenige Doku­men­tarfilmer in diesen entschei­den­den Tagen mit der Kam­era dabei. “Leipzig im Herb­st” war die erste und ist die wohl umfassend­ste Doku­men­ta­tion der Ereignisse. Im Film kom­men Demon­stran­ten, Polizis­ten, Wehrpflichtige, Pas­toren, Arbeit­er und Funk­tionäre zu Wort, es zeigen sich Erbit­terung, Angst und Hoff­nung, und jene gefährliche Zus­pitzung der Lage, als fast jed­er mit Gewalt rechnete.

Neben der rev­o­lu­tionären Masse auf den Straßen wer­den die ver­schiede­nen Men­schen sicht­bar — auf bei­den Seit­en. Rev­o­lu­tion in Deutsch­land zwis­chen Erbit­terung und Hoff­nung — aus­ge­tra­gen zwis­chen Dien­stschluss und Schlafenszeit. 


Ein Geburtstagsgruß für “Automatic For The People”

Das wir alt gewor­den sind, merken wir nicht nur daran, daß auf den Torten kaum noch Platz für die Geburt­stagskerzen ist, son­dern auch daran, daß “unsere” Alben alt gewor­den sind. Auto­mat­ic For The Peo­ple ist gestern 25 gewor­den. Es ist her­vor­ra­gend geal­tert; es geht ihm gut und es läßt schön grüßen. Ich hab mir die CD bei Erscheinen 1992 in Lon­don gekauft und die läuft immer noch. Eines mein­er weni­gen Top-Alben, das ich nicht auf Schallplat­te besitze. Anfang Novem­ber jedoch gibt’s zum Geburt­stag eine Wiederveröf­fentlich­tung, da werde ich eventuell zuschlagen.

Bei der Vielzahl an guten Songs, weiß ich gar nicht, wo ich mit dem Loben anfan­gen soll. Dri­ve ist ein­er der toll­sten Open­er aller Zeit­en, Try Not To Breathe ist ein­fach großar­tig, Nightswim­ming, Find The Riv­er … alles aller­größtes Kino. So gut waren R.E.M. auf Album­länge lei­der nie wieder… oder, um es kurz zu machen, der erste Youtube-Kom­men­tar unter dem Album Stream: “One of the best albums ever made. Enough said.” Hap­py Birth­day, altes Haus!


Der 9. Mai 1992

Am kom­menden Dien­stag, dem 9. Mai, ist der Über­fall an den Elbter­rassen in Magde­burg-Cra­cau genau 25 Jahre her. Torsten Lam­precht starb zwei Tage später an den Fol­gen des Angriffs.

Für mich per­sön­lich stellt dieser Tag bis heute eine Zäsur dar. Seit dem 9. Mai 1992 ging es um Leben oder Tod, das weiß jed­er, der erlebt hat, was für ein gewalt­tätiges und ras­sis­tis­ches Dreck­sloch das Magde­burg der 90er Jahre war. Ich möchte mich dazu nicht weit­er aus­lassen, son­dern lieber auf die Gedenkver­anstal­tung am Dien­stag, dem 9. Mai 2016 um 16.00 Uhr hin­weisen. Die Mah­nwache find­et am Torsten-Lam­precht Weg/Ecke Brücke am Wasser­fall statt. Der Ver­anstal­tung­sort befind­et sich in unmit­tel­bar­er Nähe der ehe­ma­li­gen „Elbter­rassen“.

Darüber hin­aus find­et am Mittwoch, den 17. Mai 2016 um 19.30 Uhr eine Diskus­sion­srunde unter dem Mot­to “„Torsten Lam­precht ist tot!“ – Die Stadt­ge­sellschaft und die Erin­nerungskul­tur an die rechte Gewalt der Neun­ziger Jahre” statt. Die Ver­anstal­tung läuft unter dem Leitsatz

1992: Angriff auf die „Elbter­rassen“ und Tod von Torsten Lam­precht, 1994: „Him­melfahrt­skrawalle“, 1997: tödlich­er Angriff auf Frank Böttch­er: Die Neun­ziger Jahre waren ein Jahrzehnt mas­siv­er rechter Gewalt. Wir wollen in der Ver­anstal­tung zurückschauen auf diese Zeit zurück- und davon aus­ge­hend auf heute schauen: Was hat sich in der Magde­burg­er Stadt­ge­sellschaft im Umgang mit rechter Gewalt seit­dem verän­dert? Was müsste noch getan werden?

und find­et in der Feuerwache, Hal­ber­städter Straße 140, statt.

Organ­isiert wer­den bei­de Ver­anstal­tun­gen vom Bünd­nis gegen Rechts Magdeburg.

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Villa Hassel

Bin beim Googlen nach Bildern der Stadt Magde­burg vor dem 2. Weltkrieg auf dieses Bild gestoßen. Es datiert allerd­ings auf 1992, und somit deut­lich in eine Zeit nach dem 2. Weltkrieg. An sich ist an dem Bild nichts Beson­deres, wäre da nicht der Balkon in der linken oberen Ecke des Bildes. Das ist das Haus Bre­it­er Weg 227 und dieser Balkon war einige Jahre lang der meinige. Da ich kaum Fotos aus dieser Zeit habe, habe ich mich über den Schnapp­schuss gefreut. Magde­burg ist sowas wie meine alte Has­sliebe, eine eigentlich schöne Stadt; wären da nicht die ganzen Magde­burg­er… Erfreulicher­weise ist der Ruf der Stadt in den let­zten Jahren aber bess­er geworden.

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