flüstern & SCHREIEN/Schräge Zeit

flüstern & SCHREIEN läuft mal wieder im Fernse­hen – nämlich am morgi­gen Diens­tag, ab 20.15 auf zdfkul­tur.

„Dieter Schumann und Jochen Wisotzki beglei­te­ten Bands wie „Silly“, „Feeling B“, „Chico­ree“ und „Sandow“ auf ihren Tourneen durch die DDR. Die Underground-Gruppen sind im Konzert zu sehen, im Kontakt mit ihrem Publi­kum. Im Gespräch mit den Fans erfährt Schumann von ihren Sehnsüch­ten, sich ohne Einschrän­kun­gen kleiden und bewegen zu dürfen, zu wider­spre­chen und nicht gleich als staats­feind­lich abgestem­pelt zu werden, nur weil man an die Stelle von Arbeit und politi­scher Organi­sa­tion andere Inter­es­sen stellt.

Rockmu­sik als Rebel­lion gegen ein einge­eng­tes Leben, abseits von FDJ-Liedern und blauen Blusen. Bis heute hat der Dokumen­tar­film „Flüstern und Schreien“ seine eigene Fange­meinde. Dabei war er nur durch das Genre Musik­film überhaupt geneh­mi­gungs­fä­hig. Heikle Szenen wurden hitzig disku­tiert, blieben aber im Film. Nach seiner Premiere im Oktober 1988 ging der Film dann quasi mit den Bands auf Tour und entwi­ckelte sich so zum Kulthit. Im Jahr des Mauer­falls lief er auf der Berli­nale.“

Gleich im Anschluß gibt es Schräge Zeit, auch dafür eine absolute Guck-Empfehlung.

Teile diesen Beitrag:

Musik

Schräge Zeit

Allen Arbeits­lo­sen, Urlau­bern, Spätschicht­lern oder Total­ver­wei­ge­rern sei am morgi­gen Mittwoch, dem 11. Mai, ab 10:45 Uhr das Einschal­ten von zdfkul­tur empfoh­len:

Schräge Zeit
Dokumen­ta­tion (D, 2004)


Ost-Berlin, Anfang der 1980er Jahre: Eine Gruppe junger Leute, die den Glauben an den „real existie­ren­den Sozia­lis­mus“ verlo­ren hat, lehnt sich gegen die Unzuläng­lich­kei­ten des DDR-Systems auf. Einer von ihnen, der 1963 in Güstrow geborene und in Ost-Berlin aufge­wach­sene Jan, opponiert als Punk in der berüch­tig­ten Band „Der demokra­ti­sche Konsum“. In dieser Zeit gerät er ins Blick­feld der Stasi. Ein wildes Leben beginnt. Er und seine Freunde leben, als wäre jeder Tag der letzte, und es gelingt ihnen, sich Freiräume zu schaf­fen, die man im Alltag der Deutschen Demokra­ti­schen Republik nicht für möglich gehal­ten hätte. Dennoch ist allen bald klar, dass sie diese Republik verlas­sen müssen. Um der DDR zu entflie­hen, heira­tet Jan 1987 eine Islän­de­rin. Im Westen angekom­men, ändert er sein Leben radikal. Der Fall der Mauer versetzt ihn in Eupho­rie. Er kauft Häuser im Osten, eröff­net einen Mini-Supermarkt und macht Geschäfte mit russi­schen Solda­ten. Plötz­lich hat er alles, was er sich gewünscht hat: viel Geld und eine Familie. 1991 wird Jan die Diagnose „manisch-depressiv“ gestellt, und er verbringt einige Monate in der geschlos­se­nen Psych­ia­trie. Zehn Jahre später hat er ein kleines Schiff gekauft, auf dem er als Selbst­the­ra­pie die Sommer auf den Gewäs­sern von Berlin verbringt.

Im Mittel­punkt des Dokumen­tar­films „Schräge Zeit“ steht eine außer­ge­wöhn­li­che deutsch-deutsche Biogra­fie, die eng mit der turbu­len­ten Geschichte Berlins der letzten 20 Jahre verbun­den ist. Anhand von Inter­views, Fotos und Archiv­ma­te­rial erzählt der islän­di­sche Autor Ólafur Sveins­son, der seit vielen Jahren in Berlin lebt und arbei­tet, Jans Lebens­ge­schichte. (Quelle)

Rezen­sion auf taz.de

Vielen Dank an TH für den freund­li­chen Hinweis!


Teile diesen Beitrag:

Fundsachen Kraut und Rüben
5 Kommentare

The Fate

Irgend­wann Anfang der 90er Jahre hab ich ein Tape der Berli­ner Band The Fate erwor­ben. Der Titel lautete „Quer Trough The Gemüse Garden“, und was im ersten Moment ziemlich albern klingt, entpuppte sich als großar­ti­ger Mix aus Punk, Beat und Pop. The Fate zählten zum Dunst­kreis der sogenann­ten anderen bands der unter­ge­gan­ge­nen DDR und existier­ten von 1987 bis Mitte der 90er. Jahre später lernte ich durch dusse­li­gen Zufall Sänger Jörn Delatow­ski kennen. Jörn wies mich gerade heute per Mail auf seine Sammlung von Youtube-Videos hin, die ich hier sehr gern empfehle.

Unter den Liveclips von The Fate findet sich auch ein rares Video vom Konzert in der Berli­ner Seelenbinder-Halle vom 3. März 1990. Knapp vier Monate nach dem Mauer­fall fand unter dem Namen „Berlin in concert“ ein großes Livekon­zert statt, das auch live im Radio übertra­gen wurde. Mit dabei waren neben The Fate die Bands Big Savod & The Deep Manko, Herbst in Peking, Plan B, die Testbild­tes­ters und viele, viele andere.

Hier nun The Fate mit ihrem damali­gen Über-Hit „Krueger“:

Mehr Videos gibt’s auf der Youtube-Seite von The Fate.

Teile diesen Beitrag:

Musik
1 Kommentar

Aljoscha Rompe

Anläß­lich eines Rammstein-Konzertes im letzten Herbst in Basel hat das Schwei­zer Fernse­hen SF2 ein kurzes, aber sehr sehens­wer­tes Porträt des Feeling B‑Masterminds Aljoscha Rompe erstellt. Neben einigen inter­es­san­ten Details zur doppel­ten Staats­bür­ger­schaft des Protago­nis­ten, erfährt der inter­es­sierte Zuschauer z. B. auch, daß Rompe und Gregor Gysi quasi Sandkas­ten­freunde waren. Da guck mal einer an!

(via)

Teile diesen Beitrag:

Kraut und Rüben Musik
4 Kommentare

„Sound Of Revolution“ – der Soundtrack zum Umbruch in Osteuropa

(Quelle: Aus einer Presse­mit­tei­lung der Stiftung Aufar­bei­tung)

„Sound of Revolu­tion“ ist der Titel einer CD, mit der die Europäi­sche Kommis­sion und die Bundes­stif­tung zur Aufar­bei­tung der SED-Diktatur 20 Songs präsen­tie­ren, die vor 20 Jahren den Sound­track der Fried­li­chen Revolu­tio­nen gegen die kommu­nis­ti­schen Dikta­tu­ren in Mittel- und Osteu­ropa bilde­ten.

(mehr …)

Teile diesen Beitrag:

Musik Politik
15 Kommentare