Am Tag als die D‑Mark kam

Vor ziemlich genau 20 Jahren erreichte die damalige D‑Mark die damalige DDR. Unter­wegs auf den Spuren westdeut­scher (Markt-) Erobe­rer in der DDR im Jahr 1990 zeigt sich der Sender Phoenix in dieser Dokumen­ta­tion: Banken und Versi­che­run­gen, Fleisch­ket­ten und Lebens­mit­tel­gros­sis­ten, Kaffee- und Zigaretten-Konzerne ebenso wie Rheuma­de­cken­ver­käu­fer sind am Start, um den neuen unver­hoff­ten Markt von poten­zi­el­len 17 Millio­nen Konsu­men­ten unter sich aufzu­tei­len. Mit glitzern­den Verpa­ckun­gen, verfüh­re­ri­schen Lockan­ge­bo­ten und kleinen Geschen­ken versu­chen westli­che Unter­neh­mer, sich durch schnelle Verträge Markt­an­teile langfris­tig zu sichern. Angesichts dieser Maßnah­men solida­risch zu sein und auch nach heimi­scher (DDR)-Ware Ausschau zu halten, ist für die staunend und abwar­tend daste­hen­den DDR-Bürger nicht leicht.

Prädi­kat: Beson­ders sehens­wert. Die Doku läßt sich leider nicht einbet­ten, deshalb nachfol­gend die Links zu allen fünf Teilen. Ansehen!

Teil 1 | 2 | 3 | 4 | 5 auf Youtube

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Schabowskis Zettel

Gestern abend lief in der ARD die Dokumen­ta­tion Schabow­skis Zettel. Das Dokudrama von Marc Brasse und Florian Huber verfolgt mehrere Protago­nis­ten über die entschei­den­den Stunden des 9. Novem­ber 1989. Es sind: Gerhard Lauter, der Mann, der den Zettel schrieb. Günter Schabow­ski, der Mann, der einen Fehler machte. Harald Jäger, der Mann, der die Grenze öffnete. Familie Bratfisch aus dem Osten, die zu den ersten gehör­ten, die über die Grenze gingen. Benedikt Sedlmeyer aus Westber­lin, der das Branden­bur­ger Tor „von hinten“, also aus dem Osten kommend, eroberte. Tom Brokow, der für NBC live vom Branden­bur­ger Tor die Nachricht in die Welt trug. Roter Faden des Films ist stets Schabow­skis Zettel.

Ein Stück deutscher Zeitge­schichte, hochspan­nend und drama­tisch umgesetzt. Für alle Zuspä­ter­kom­mer gibt’s die Doku kosten­los in voller Länge in der ARD-Mediathek.

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24h Berlin

Zusam­men­fas­sung für Eilige: „24h Berlin“ läuft morgen ab 6.00 Uhr bis Sonntag­früh 6.00 Uhr zeitgleich auf arte und dem rbb. Das Fernseh-Experiment porträ­tiert den Tages­ab­lauf promi­nen­ter und nicht-prominenter Berli­ner. Das ganze quasi in Echtzeit, 24 Stunden lang. Das scheint mir ein inter­es­san­tes Experi­ment zu sein und deshalb werde ich bestimmt mal reinschauen. Weiter­füh­rende Infos gibt’s hier oder in der nun folgen­den

bb_berlinLangfas­sung: ARTE und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) präsen­tie­ren am 5. Septem­ber 2009 ein Fernseh­pro­gramm der beson­de­ren Art: Die Dokumen­ta­tion „24h Berlin – Ein Tag im Leben.“ Von Samstag Morgen 6.00 Uhr bis Sonntag früh 6.00 Uhr läuft auf beiden Sendern 24 Stunden lang nonstop das filmi­sche Porträt der Metro­pole Berlin. 12 Monate sorgfäl­ti­ges Recher­chie­ren gingen diesem einzig­ar­ti­gen Projekt voraus. 80 Drehteams wurden zusam­men­ge­stellt, namhafte Regis­seure wie Rosa von Praun­heim, Romuald Karma­kar, Volker Koepp und Andres Veiel, aber auch talen­tierte Newco­mer wie Hanna Doose, Sebas­tian Heidin­ger und Ana Felicia Scutel­nicu konnten für die Mitar­beit gewon­nen werden.

Auf den Tag genau ein Jahr vor der Ausstrah­lung, am 5. Septem­ber 2008, waren sie für 24 Stunden in Berlin unter­wegs, um Menschen, Kultu­ren, Stadt­an­sich­ten, Milieus zu filmen. Mit der Kamera beglei­te­ten sie Promi­nente wie Berlins Regie­ren­den Bürger­meis­ter Klaus Wowereit, BILD-Chefredakteur Kai Diekmann und den Dirigen­ten Daniel Baren­boim, aber auch viele unbekannte Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner der Stadt: eine Rentne­rin aus Schöne­berg, eine arbeits­lose Frau aus Weißen­see, einen franzö­si­schen Korre­spon­den­ten in Mitte, einen Obdach­lo­sen, eine Dichte­rin, einen Müllwer­ker, eine Schüle­rin…

Gedreht wurde bei der Arbeit und zu Hause, im Kanzler­amt und im Knast, an der Curry­wurst­bude und in der Staats­oper. Neben den profes­sio­nel­len Filmleu­ten betei­lig­ten sich auch Berli­ne­rin­nen und Berli­ner sowie Berlin-Besucher an dem Projekt: An den 12 Talkpoints, die am Drehtag an verschie­de­nen Stellen der Stadt aufge­stellt waren, konnten sie beschrei­ben, was sie an der Stadt Berlin faszi­niert, wie sie leben, was sie bewegt. Die Inter­net­seite www.24hberlin.tv, die das Projekt beglei­tet, bot die Möglich­keit, selbst gedrehte Berlin-Filme hoch zu laden. Das Material floss in die Dokumen­ta­tion mit ein.

Die Idee zu diesem 2,8 Millio­nen Euro teuren Projekt hatten Regis­seur Volker Heise und Produ­zent Thomas Kufus von zero one film. Mit den öffentlich-rechtlichen Koope­ra­ti­ons­part­nern Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und ARTE setzten sie ihre Idee um. rbb-Intendantin Dagmar Reim: „24 Stunden lang werden wir die Norma­li­tät dieser Stadt erleben. Wer die Norma­li­tät Berlins zeigen will, muss verrückt sein! Sonst geht es gar nicht. Und ich bin froh darüber, dass so viele Verrückte dieses Projekt unter­stüt­zen. Der rbb wirft sein regulä­res Programm für einen ganzen Tag über den Haufen, um Platz zu machen für 24h Berlin.“ ARTE-Präsident Gottfried Langen­stein: „Einen ganzen Tag in der Gegen­wart dieser Stadt mitten in Europa festzu­hal­ten, einzu­tau­chen in die Lebens­wirk­lich­keit der Menschen vor Ort und das Ergeb­nis 24 Stunden ohne Unter­bre­chung nach Europa und weit über dessen Grenzen hinaus zu senden, ist daher für ARTE als deutsch-französischem Kultur­sen­der eine ganz beson­dere Heraus­for­de­rung.“ Produ­zent Thomas Kufus: „Mit innova­ti­ven Forma­ten und neuen Formen versucht zero one film immer wieder die Grenzen des Fernse­hens auszu­wei­ten und Neuland zu betre­ten. Eine völlig neue Erfah­rung bei 24h Berlin war die hohe Arbeits­tei­lung. (Aus der offizi­el­len Presse­mit­tei­lung)

Weiter­füh­rende Infos gibt’s auf der Website des Projek­tes.

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