Punk im Magdeburg der 80er

Ein inter­es­san­ter Artikel über Punk im Magde­burg der 80er Jahre, entnom­men dem Magde­bur­ger Stadt­ma­ga­zin DATEs. Hier zum Download der ganzen Seite als PDF.

Kürzlich gab es im MDR-Funkhaus ein Podiums­dis­kus­sion zum Thema, als Gäste waren Thomas Koch (Ernäh­rungs­feh­ler), Andreas Gentzsch (diverse Combos) und Gerald Rabe (Trans­sil­va­ni­sches Kurhaus Orches­ter) einge­la­den. Ich hab’s leider nicht geschafft. Ein schönes Video dazu gibt’s auf der Facebook­seite des MDR.

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Fundsachen Musik

Die Jahre 1993 und 1994 in der Haldensleber Musikwelt

Gestern war ich im Archiv der Lokal­zei­tung zu Gast, um für ein Thema zu recher­chie­ren, dessen Abarbei­tung mir schon seit langem unter den Nägeln brennt. Der Beitrag dazu kommt sicher in den nächs­ten Wochen.

Quasi neben­bei sind mir einige inter­es­sante Artikel aus den Jahren 1993 und 1994 aufge­fal­len, die ich hier gern dokumen­ta­risch und mit kurzen Anmer­kun­gen verse­hen, präsen­tie­ren möchte. Als Ergän­zung zum Beitrag 60 Jahre Rock! in Haldens­le­ben sicher nicht uninter­es­sant. Alle Fotos sind anklick‑, vergrößer- und somit hoffent­lich im Origi­nal lesbar.

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Agnostic Front, Madball und die Lokal­hel­den von Veits­tanz im Haldens­le­ber „Club“. Heute undenk­bar, bzw. wohl eher nicht mehr bezahl­bar. Die Haldens­le­ber Bollo-Core-Fraktion um Pohli, Digger, Herrn K. & Co. hat damals wirklich mächtig was auf die Beine gestellt…

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… wie man auch am Auftritt von Neuro­sis und Integrity sehen konnte.

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… für die Suici­dal Tenden­cies hat es nicht gereicht, aber dafür kamen deren „kleine Brüder“ von D. I. in die Kreis­stadt. Außer­dem waren Need A New Drug und die mir gänzlich unbekann­ten Punish­ment Park dabei. Anarchist Academykennt die noch jemand? – hatten abgesagt.

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Ein Open Air gegen Gewalt mit Big Savod & The Deep Manko, Kampa­nella Is Dead und den Lokal­bands Invisi­ble Art, Die Weißen Westen und Stein­gut. Das hätte ich mir gern angese­hen, keine Ahnung, warum das an mir vorbei­ging. Von Stein­gut aller­dings habe ich nie gehört. Ob hier eventu­ell Schnee­blind gemeint sein könnten?

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Der Debüt-Gig von Invisi­ble Art. Und dann gleich zusam­men mit Die Skepti­ker

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Unsere Vorzeige-Indie-Rocker auf dem Weg zum Weltruhm. Leider haben sie kurz davor die Maschine angehal­ten.

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Ein kurzer aber inter­es­san­ter Reise­be­richt vom Polen-Konzert von Insivi­ble Art, BLB, Veits­tanz und DLH.

Und schlu­ßend­lich:.

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Auf dem schönen Saal „Zur Grünen Aue“ in Uthmö­den fand tatsäch­lich ein Punkkon­zert mit 10 Bands statt. Mit dabei: Schim­mel­brot, Tetra Vinyl, Restri­siko. Das Ganze auch noch zu einem guten Zweck: Der Unter­stüt­zung von Flücht­lin­gen aus dem gerade ausein­an­der­bre­chen­den Jugosla­wien. Ein Augen- und Ohren­zeuge versi­cherte mir gestern, das über 4.000 DM für den guten Zweck zusam­men­ka­men. Von den Renovie­rungs­kos­ten des halb zerstör­ten Saals hat er mir nichts erzählt. Bis auf die Tatsa­che, dass der ehema­lige Abschnitts­be­voll­mäch­tige am Tag nach dem Konzert zur Schadens­auf­nahme mit einem Fotoap­pa­rat erschien… 😀.

Ende.

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Fundsachen Kraut und Rüben

Ernährungsfehler live in der Sackfabrik Magdeburg 2005

Neulich ging es hier um die Wieder­ver­öf­fent­li­chung der Ernäh­rungs­feh­ler-Platte „Sturm­verse“. Im Zuge der digita­len Archi­vie­rung habe ich mal einen DVD-Rip vom Livekon­zert im April 2005 in der Magde­bur­ger Sackfa­brik erstellt und auf Youtube hochge­la­den. Das Konzert fand am 23. April 2005 statt und erinnerte an Maik Niewerth, den Drummer der Band, der leider an Krebs verstarb. Das Konzert wurde veran­stal­tet, um einen Grabstein finan­zie­ren zu können. Dieses Konzert war der Start­schuss für die Ernährungsfehler-Reunion, die jedoch nur 2 Jahre anhielt. Gute Unter­hal­tung!


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Musik

Ernährungsfehler aus Haldensleben – „Sturmverse“ Wiederveröffentlichung

Ernäh­rungs­feh­ler waren eine Punkband aus Haldens­le­ben und sowas wie die ständi­gen Beglei­ter meiner Dorfju­gend. Die Band existierte von erstmals von 1989/1990 bis 1991; im Jahr 2005 gab es eine 2 Jahre anhal­tende Re-Union.

Vorläu­fer war die bereits von 1984 bis 1987 existie­rende Punkband Sigmund Jähn und die Jungpio­niere, die auf „natür­li­chem“ Weg zerfiel (Lehre, Beruf). Der Probe­raum existierte jedoch noch eine Weile weiter, Lemmy und Peter gründe­ten später eine Punkband namens Schnee­blind, Wolfgang Miehe suchte und fand 1990 neue Mitstrei­ter in Nico Zeplin, Maik Niewerth und zu guter letzt Thomas Koch aus dem nahen Haken­stedt, seitdem hieß dieses Projekt Ernäh­rungs­feh­ler. Das erste Konzert fand beim legen­dä­ren „Rotten To The Core“-Festi­val im August 1990 am Haldens­le­ber „Bierkel­ler“ statt. Zusam­men mit den Weißen Westen, den Emils, Veits­tanz und Stellung 43. Sogar die Boskops waren angekün­digt, sind aber meiner Erinne­rung nach nicht erschie­nen oder aufge­tre­ten. (Mehr über das Festi­val gibt es in der Galerie zum Artikel „60 Jahre Rock in Haldens­le­ben“.)

Promofoto, vermutlich an der Ohre, ca. 1990

Die Bekannt­heit der Band stieg steil an, es folgten viele Auftritte in Ost- und Westdeutsch­land und ein legen­dä­res, in Magde­burg bei Peter Bauske (R&B Music Produc­tion) aufge­nom­me­nes Tape „Wirre Gedan­ken eines blinden Mannes“, das später sogar als LP veröf­fent­licht wurde. Die in dieser Zeit gleich­zei­tig zuneh­men­den und immer gewalt­tä­ti­ger werden­den Ausein­an­der­set­zun­gen zwischen linken Jugend­li­chen und Neona­zis, die inzwi­schen sogar zu Todes­fäl­len geführt hatten, hatten schon 1991 die Auflö­sung von Ernäh­rungs­feh­ler zur Folge.

Das erste Livekonzert beim "Rotten To The Core"-Festival
im August 1990 am Bierkeller in Haldensleben

Thomas Koch wechselte zu Invisi­ble Art und betrieb danach sein eigenes Bandpro­jekt Aktion Stein­reich. Nach dem tragi­schen Krebs­tod von Schlag­zeu­ger Maik Niewerth kam es durch ein Benefiz­kon­zert zuguns­ten eines würdi­gen Grabsteins am 23. April 2005 in der Sackfa­brik Magde­burg zu einer überra­schend gefei­er­ten und erfolg­rei­chen Re-Union von Ernäh­rungs­feh­ler. Das Konzert ist unter dem Titel „Blinder Mann – live“ auf CD und DVD veröf­fent­licht wurden. Später entstan­den zwei neue Alben, bevor sich die Band 2007 endgül­tig auflöste.

2008 gründe­ten René Freyhold, Daniel Szwil­lus und Nico Zeplin in Magde­burg Ben Racken. Thomas Koch arbei­tet als Holzbild­hauer ebenfalls in Magde­burg, sein aktuel­les Musik­pro­jekt heißt passen­der­weise Wood House Crew.

Die Testpressung zu "Sturmverse".

Dieser Tage wird das 2007er Album der Band „Sturm­verse“ auf Vinyl wieder­ver­öf­fent­licht. Für das Release zeich­net Sick Suck Records verant­wort­lich, dort ist das Album auch bestell­bar. Wie man hört, soll es mit weite­ren Releases von Ernäh­rungs­feh­ler und Invisi­ble Art irgend­wann weiter­ge­hen. Sogar ein Release von Sigmund Jähn und den Jungpio­nie­ren ist geplant. Eine Ankün­di­gung, die ich auf das Aller­freu­digste begrüße, besitze ich von letzte­ren doch nur 2 Titel auf einem Tape-Sampler.


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Musik

Invisible Art – Brumby Wood-Core

Im Zug der Recher­che und Vervoll­stän­di­gung der Musik­samm­lung mit starkem Regio­nal­be­zug, ist es mir gelun­gen, das Tape „Brumby Wood-Core“ von Invisi­ble Art aufzu­tun. Markus Angel­stein, ehema­li­ger Gitar­rist der Band und inzwi­schen Inhaber einer Musik­schule in Branden­burg, war so freund­lich, mir ein Exemplar aus seinen Keller­be­stän­den zu schicken.

Invisi­ble Art waren sowas wie ein Nachfolger/Ableger der legen­dä­ren Ernäh­rungs­feh­ler und machten Wave-/Indie-Pop im weites­ten Sinne. Tuba gründete später die recht bekann­ten Ben Racken, Thomas Koch macht Holzkunst mit der Ketten­säge. Was der Rest der Band heute macht, entzieht sich meiner Kennt­nis. Ich suche immer noch hände­rin­gend das dritte Tape „Zwischen­raum“ und bin für jeden Hinweis dankbar!

Mehr über die Band, u. a. tolle alte Scans aus der Volks­stimme, gibt es auf diesen Seiten von Tobias Reichert oder in diesem Artikel über 60 Jahre Rock in Haldens­le­ben.

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Musik