Ist es nicht Zeit, daß sich endlich mal was nach uns richtet?

Als ich neulich den neuen ((Gut möglich, daß der Spot nicht neu, sondern alt ist. Wenn Werbung kommt, zappe ich immer weg. Außer­dem schaue ich ohnehin kaum fern. Sondern lieber, ob die Kartof­feln schon gar sind.)) Werbe­spot der Telekom für ihr Entertain-Fernse­hen sah, traute ich meinen Augen kaum. Bezie­hungs­weise meinen Ohren, denn die hatten beson­ders zu leiden.

Ist dieser Spot nicht ein muster­gül­ti­ger Beweis für den augen­blick­li­chen Status der entper­so­na­li­sier­ten Gesell­schaft? Wir stehen früh auf ((In Sachsen-Anhalt ja bekannt­lich am aller­frü­hes­ten…)), kommen spät heim, und alles, was wir dazwi­schen machen, ist fremd­be­stimmt. Wie ein Herr von Sklaven ziehen wir durch den Arbeits­tag. Das wirklich perfide am Spot ist, daß die Idee der persön­li­chen Entschei­dungs­frei­heit aufge­grif­fen und mit der schein­ba­ren Erlösung durch den Kauf des bewor­be­nen Produk­tes quasi ad absur­dum geführt wird. ((Hier den schönen Liebermann-Satz einfü­gen.)) Die letzte Möglich­keit zur freien Wahl, ist die zwischen Enter­tain und Nacht­ruhe. Ein Trauer­spiel. Willkom­men in 1984. Ist es nicht Zeit, daß sich endlich mal was nach uns richtet? Laßt uns wieder Kommu­nen gründen und aufs Land ziehen. Ach Scheiße, da sind wir ja schon…

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Fundsachen Kraut und Rüben Politik
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Fünf Kaffeemaschinen (B‑Seite)

35 lange Jahre währt die Regent­schaft des Schlecker-Imperiums nun schon. Aus Anlaß der Feier­lich­kei­ten hat man sich in der Chefetage entschie­den, ein paar Preise unters Volk zu werfen. Entge­gen jedem Zeitgeist und pro gesun­dem Menschen­ver­stand entschie­den sich die Herren aus der obers­ten Etage für die Verlo­sung von 5 formschö­nen Kaffee­ma­schi­nen. Kein überteu­er­ter Gadget-Sondermüll mit Milch­auf­schä­um­funk­tion, Espresso-Taste und Internet-Anbindung; nein, es gibt richtig schöne echte ganz ordinäre Kaffee­ma­schi­nen zu gewin­nen. Ich spreche dieser Reduzie­rung auf das Wesent­li­che ganz entschie­den meine wohlwol­lende Billi­gung aus! In grenzen- und schran­ken­lo­sen Zeiten wie diesen, sollten wir wieder lernen uns über die kleinen Dinge des Alltags zu freuen und kleinere Brötchen backen (bzw. kleinere Tässchen kochen…). Ursprüng­lich­keit, Sachlich­keit und das Überden­ken des eigenen Anspruchs und Bedarfs – das sollen die Schlag­worte sein – im Schlecker-Imperium wie anderswo! Bravo!

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Kraut und Rüben
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Fünf Kaffeemaschinen (A‑Seite)

35 lange Jahre währt die Regent­schaft des Schlecker-Imperiums nun schon. Aus Anlaß der Feier­lich­kei­ten hat man sich in der Chefetage entschie­den, ein paar Preise unters Volk zu werfen. Ganze 5 – in Worten: fünf! – Kaffee­ma­schi­nen hat Schle­cker aufge­tan und haut sie zum Firmen­ju­bi­läum raus. Welch großar­tige Gnade! 5 – in Worten: fünf! – popelige Kaffee­ma­schi­nen im Gesamt­wert von vielleicht 200 EUR! Und das nach 35 Jahren Megasu­per­dau­er­tiefst­prei­sen durch Hunger­löhne, Quasi-Leibeigenschaft und misera­ble Arbeits­be­din­gun­gen! 5 – in Worten: fünf! – verdammt-vermaledeite Kaffee­ma­schi­nen! 5 – in Worten: fünf! – ordinäre Kaffe­ma­schi­nen für 35 Jahre Treue?! Ich! faß!! es!!! ja!!!! wohl!!!!! nicht!!!!!!

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