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Hearts Fear

Für Pedro

von Torsten am 12. April 2012 · 0 Kommentare

in Kraut und Rüben



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Mein Name ist Gunnar Roß und ich hege keine Hasen.

Ich hege Groll. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum. Ich will es Ihnen erklä­ren:

Verlei­hen Sie niemals Vorschlag­häm­mer. Ich präzi­siere: Verlei­hen Sie niemals Vorschlag­häm­mer an Bekannte. Ich präzi­siere weiter: Verlei­hen Sie niemals Vorschlag­häm­mer an Bekannte, die gleich­zei­tig Ihre Nachbarn sind. Seien Sie niemals so unfaß­bar dumm und kurzsich­tig und antwor­ten mit JA!, wenn der Nachbar Sie fragt, ob Sie einen Vorschlag­ham­mer besit­zen. Es kommt nichts Gutes dabei heraus. Seit heute früh, Schlag 9, ist mein Nachbar mit meinem Vorschlag­ham­mer am einrei­ßen. Jeder Schlag hallt dumpf durch meine beschei­dene Behau­sung, jeder Schlag läßt meine Tisch­platte, auf welcher meine Arme während des Tippens dieser Zeilen ruhen, erbeben. Jeder Schlag erinnert mich auf fatale und gnaden­lose Weise daran, daß man alle Gutmü­tig­keit über Bord werfen sollte, wenn es um Leihga­ben in Form von Vorschlag­häm­mern geht. Lügen Sie halt einfach, sagen Sie, Sie wüßten gar nicht, was ein Vorschlag­ham­mer überhaupt ist. Oder gehen Sie noch einen Schritt weiter und behaup­ten Sie einfach, Vorschlag­häm­mer sind nicht existent und nur ein Hirnge­spinst von IHNEN – in die Welt gesetzt, um den wöchent­li­chen Müßig­gang zu boykot­tie­ren.

Als wäre die Hämme­rei nicht Strafe genug, besit­zen meine Nachbarn auch noch vier Hunde von der Sorte Jack Russell‐Terrier. Wie aufmerk­same Leser dieses Klein­an­zei­gen­blat­tes vielleicht wissen, bin ich Hunden im allge­mei­nen sehr zugetan. Ausnah­men bestä­ti­gen die Regel. Und vier dieser Ausnah­men wohnen nebenan. Genau­ge­nom­men sind es nur zwei, aber die anderen beiden sind regel­mä­ßig zu Besuch. Deshalb gestat­ten Sie mir, wenn ich in meinem augen­blick­lich grenzen­lo­sen Hass von vier Hunden spreche. Zurück zu den Tierchen: Alle vier sind gar nicht bis schlecht sozia­li­siert, haben also keiner­lei soziale Kontakte zu Menschen oder Artge­nos­sen außer­halb ihres kleinen Grund­stücks. Das führt dazu, daß sie jede Regung und jeden Anreiz der von außen kommt, als Bedro­hung ihres Revie­res auffas­sen. Jetzt können Sie sich sicher vorstel­len, was passiert, wenn ich beispiels­weise mit meinem Radies­chen­ro­de­ge­rät in Richtung Garten ziehe oder auch nur ganz allge­mein auf meinem Grund­stück Lebens­zei­chen von mir gebe: Die Hunde werden aggres­siv. Und zwar richtig aggres­siv. So aggres­siv, daß sich die Hunde sogar unter­ein­an­der in die sprich­wört­li­che Wolle kriegen und anfan­gen, sich hinter dem Zaun gegen­sei­tig zu zerflei­schen.

Meine Nachbarn sind mit der Erzie­hung der Tiere hoffnungs‐ und heillos überfor­dert, da sie – mal ganz drastisch und arrogant gespro­chen – irgend­wie selbst mit ihrer eigenen Erzie­hung überfor­dert waren, bzw. keine solche genos­sen haben. Damit lehne ich mich jetzt zwar relativ weit aus dem Fenster, aber je weiter man vom Fenster wegkommt, desto schöner ist die Luft. Und schöne Luft ist etwas ganz feines!

Ergo: Verlei­hen Sie niemals Vorschlag­häm­mer, egal was man Ihnen dafür verspricht! Meinen hol ich jetzt zurück und damit auch meine Ruhe!

Herzlichst,
Ihr revolu­tio­nä­rer Landgasthof‐Betreiber


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Mein Name ist Gunnar Roß und ich möchte etwas feststel­len: Die Arbeit, meine lieben Freun­din­nen und Freunde, ist die Geißel der Mensch­heit.

Wir alle müssen arbei­ten, der eine mehr, der andere weniger. Manch einer verläßt das Haus kurz vor Sonnen­auf­gang und kehrt vor Mitter­nacht nicht zurück; wieder andere hinge­gen gucken gegen 11 kurz mal raus, um dann gegen 13 Uhr bereits wieder auf dem Sofa rumzulüm­meln. Bei Pommes und RTL2. Neben der Arbeit läßt sich guten Gewis­sens auch der Fernseh­sen­der RTL2 als „Geißel der Mensch­heit“ bezeich­nen. Eines – hoffent­lich nicht allzu fernen Tages – werde ich die Regie­rungs­ge­schäfte dieses unseres Landes an mich reißen und in meiner Funktion als König von Absur­di­stan den Sender einfach verbie­ten. Wegen fortwäh­ren­der Verlet­zung der Menschen­rechte oder so … mir fällt dann schon ein plausi­bler Grund ein, dessen können Sie sich sicher sein. Ohne RTL2 wäre das Leben viel angeneh­mer, beson­ders für die vielen kontur‐ und würde­lo­sen Heart’s Fear-Opfer, welche täglich im Dreck­schleu­der­ka­nal weich­ge­spült werden. Manche meinen ja, Leute, die sich für Formate wie „Frauen­tausch“ & Co. zur Verfü­gung stellen, seien selbst schuld. Das Gegen­teil ist der Fall – Schuld sind nur die ausbildungs‐ und perspek­tiv­lo­sen Arsch­ge­sich­ter aus den RTL2‐Redaktionen. Nichts wirklich sinnvol­les gelernt, niemals eine Journa­lis­ten­schule von innen gesehen, aber Kraft ihrer eigenen fauli­gen Wasser­suppe willens und imstande, den schein­bar noch substanz­lo­se­ren Pöbel vorzu­füh­ren. Wer nichts hat, freut sich an der angeb­li­chen Wertlo­sig­keit der anderen, und wer nichts kann, kann immer noch ein RTL2‐Volontariat antre­ten.

Deshalb, meine lieben ostdeut­schen Brüder und Schwes­tern, müssen wir uns solida­ri­sie­ren! Heraus zum 2. Mai, schwenkt die Fähnchen für ein besse­res Leben! Kampf den Geißeln der Mensch­heit! Nieder mit der Arbeit! Nieder mit RTL2!

Mit freund­li­chen Grüßen,
Ihr Volker Gunnar Roß


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