Lathe Cut

Frei zum Abriss

Micha vom Frei zum Abriss Kollek­tiv erwirbt sich durch die Wiederveröf­fentlichung lange ver­schol­len­er Perlen große Ver­di­en­ste. So hat der gute Mann in jüng­ster Zeit mit Sig­mund Jähn und die Jung­pi­oniere und Pla­ta o Plo­mo gle­ich zwei Schätze gehoben. Erstere waren der Vor­läufer der zu einiger Bekan­ntheit gelangten Ernährungs­fehler. Pla­ta o Plo­mo waren mir bis zur Veröf­fentlichung gän­zlich unbekan­nt, begeis­tern aber mit klas­sis­chem und musikalisch hochw­er­tigem 90er Jahre Emo.

Die Veröf­fentlichun­gen des Frei zum Abriss Kollek­tivs erscheinen als Lathe Cut in ver­schiede­nen Größen. Bis­lang auf 8″ geschnit­ten, wird die kom­mende Plat­te von Schnee­blind das 10″ For­mat haben. Die Qual­ität ist angesichts der Tat­sache, dass es sich nicht um gepresste Schallplat­ten han­delt, erstaunlich gut.

Wer sich also für diese mit­tler­weile his­torischen Klein­ode inter­essiert, dem seien die Links am Ende dieses Artikels wärm­stens ans Herz gelegt. Auf der Band­camp-Seite kann auch reinge­hört und dig­i­tal gekauft wer­den. Es wird zukün­ftig viele weit­ere Veröf­fentlichun­gen geben, die musikalisch ein bre­ites Spek­trum abdeck­en wer­den und sich nicht auss­chließlich auf das Heben his­torisch­er Arte­fak­te beschränken.

Frei zum Abriss auf Band­camp
Frei zum Abriss auf Insta­gram
Frei zum Abriss auf Discogs

Soundqualität von Lathe Cuts

Die Lathe Cuts der The Smith Street Band sind aus dem fer­nen Ameri­ka eingetrof­fen, ich hat­te an dieser Stelle darüber berichtet. Mit dem Zoll ging alles gut, der Verkäufer hat­te die Sendung kor­rekt deklar­i­ert und somit fiel keine Umsatze­in­fuhrs­teuer an.

Ent­ge­gen der Ver­laut­barun­gen auf der Web­site von Lit­tle Ele­phant kom­men die Cuts jet­zt offen­sichtlich nicht mehr im siebbedruck­ten Pap­p­cov­er, son­dern in ein­er reg­ulären, 4‑farbig bedruck­ten Offsethülle.

Ich war ja eher skep­tisch was den Klang dieser geschnit­te­nen, nicht gepressten Schallplat­ten ange­ht und ich sollte recht behal­ten: Die Plat­ten klin­gen Scheiße. 😀 Ein Sound, wie hin­ter einem Duschvorhang aufgenom­men, wum­mernde Bässe, verz­er­rte Höhen und nicht vorhan­dene Mit­ten. Ich mußte gle­ich erst­mal mein Equip­ment über­prüfen um eventuelle Fehler auszuschließen zu kön­nen. Erfol­g­los. Es klingt, ist und bleibt: ???.

Somit bin ich also um eine Erfahrung reich­er (und um ein paar Euro ärmer): Ich werde keine Lathe Cuts mehr kaufen. Allerd­ings würde mich inter­essieren, ob es grund­sät­zlich am Ver­fahren oder in meinem konkreten Fall vielle­icht an der Aus­führung liegt. Jed­er Kom­men­tar zum The­ma „Soundqual­ität von Lathe Cuts“ ist willkommen!


The Smith Street Band live @ Little Elephant

Wer diese Seit­en regelmäßig besucht, wird um meine Vor­liebe für The Smith Street Band wis­sen. Nach­fol­gen­des Video zeigt die Band in den Lit­tle Ele­phant (Stu­dios?). Die gezeigte Ses­sion, beste­hend aus For­rest, Birth­days, Sigour­ney Weaver und dem Nir­vana-Cov­er Ter­ri­to­r­i­al Piss­ings, wurde mit­geschnit­ten und ist wie alle Lit­tle Ele­phant-Ses­sions als 12“-Platte erhältlich.

Im Gegen­satz zum herkömm­lichen Ver­fahren, bei denen Schallplat­ten unter hohem Druck gepresst wer­den, wer­den die Plat­ten von Lit­tle Ele­phant im soge­nan­nten „Lathe Cut“-Verfahren hergestellt. „Lathe Cut“ läßt sich unge­fähr mit „spanab­hebend“ über­set­zen, das heißt, ein Sichel schnei­det die Rillen in den Rohling. Die Qual­ität der geschnit­te­nen Plat­ten gilt landläu­fig als eher beschei­den und echtem HiFi-Genuß eher abträglich. Lit­tle Ele­phant nimmt auf der Web­site den Mund allerd­ings sehr voll: „We are here to erase the stig­ma of lathe cut records. The term has often been asso­ci­at­ed with being lo-fi and infe­ri­or. The records we are com­pa­ra­ble to fac­to­ry pressed records in terms of sound qual­i­ty, dura­bil­i­ty, and playa­bil­i­ty.“ Ich habe die 30 US-$ für die bei­den Ses­sions der Smith Street Band mal investiert und lasse mich vom Ergeb­nis und von der Audio­qual­ität über­raschen. Auch, wenn ich für die Liefer­ung aus den USA wohl wieder beim Zoll auf­schla­gen darf, was zusät­zliche 120 km Strecke und 2 h Fahrtzeit beanspruchen wird. Was tut man nicht alles für eine sein­er Lieblingsbands… 😉

Wer mehr über das Lathe-Cut-Ver­fahren bei Lit­tle Ele­phant wis­sen möchte, schaut sich dieses Video an.

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