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Musik

Supernatural Superserious

Beim Heraus­kra­men der alten R.E.M.-Unplugged-Aufnahmen von 1991 fiel mir wieder auf, wie großar­tig diese Band einmal war. Wie habe ich R.E.M. geliebt, damals. Großar­tige Alben hat die Band veröf­fent­licht: Murmur, Document, Automa­tic for the People, New Adven­tures in Hi-Fi. Irgend­wann kamen dann die musika­lisch belang­lo­sen Reveal und Around the Sun und jetzt also die erste Single „Super­na­tu­ral Super­se­rious“ vom kommen­den Album Accele­rate.

Was ich da höre, hat leider leider leider nix mit der Größe vergan­ge­ner Tage zu tun, ich höre nur einen müden Abklatsch von „Imita­tion of Life“, gepaart mit ein paar auf Rock getrimm­ten E‑Gitarren. Belang­los, einfalls­los, Formatradio-kompatibel. Was ist mit Michael Stipes Texten passiert? Wo ist die ehemals so metaphern­rei­che Lyrik? Muß man mit inzwi­schen 48 Jahren noch von der „Teenage Station“ und „you cry, you cry, you cry“ schwa­feln?

HALT! Hier breche ich ab, um mich nicht komplett im waswardochfrüherallesbesser-Brei zu suhlen, und mir ein Hinter­tür­chen offen­zu­hal­ten. 😀 Für das kommende Album, falls es wider Erwar­ten doch großar­tig ausfal­len sollte.

Ich bleibe gespannt.

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Musik

Arcade Fire in Paris

Hier ausge­lie­hen:

Abt. ‚Innova­tion‘ und so: Die Concerts A Emporter des franzö­si­schen Video-Blogs Le Blogo­t­hè­que haben mittler­weile schon Kult-Status und es sind nicht nur kleine und unbekannte Szene-Bands, die ihre kurzen Unplugged-Sets an ungewöhn­li­chen Orten in Paris spielen. Da gibt es Aufnah­men der Cold War Kids im Schul­bus, Neil Hastead von Mojave 3 im Fenster eines pittoresk-französischen Altbaus, The Divine Comedy an einer Straßen­ecke und The Hidden Cameras am Canal Saint Martin. Es ist schön, diese Videos zu sehen, unabhän­gig von den immer tollen Neu-Interpretationen und Umdich­tun­gen, sie zeigen vor allem, dass die Indie-Szene tatsäch­lich noch zu funktio­nie­ren scheint, egal, wie oft ihr Tod angesichts kommer­zi­el­len Erfolgs noch herbei­ge­re­det wird. So ist es beson­ders schön, dass eines der beein­dru­ckends­ten Dokumente der Reihe nun ausge­rech­net Arcade Fire zeigt. Da steckt die komplette Band, inklu­sive Bläsern und vielen Strei­chern, also in durch­aus monumen­ta­ler Beset­zung, eng gepresst im Aufzug des Pariser Clubs Olympia und spielt eine wunder­schöne Version vom neuen Track Neon Bible, bevor sich schließ­lich die Türen öffnen und eine überwäl­tigte Menschen­menge im Foyer den Klassi­ker Wake Up feiert. Atmosphä­risch unglaub­lich dicht und leiden­schaft­lich einge­fan­gen hat das Ereig­nis Vincent Moon. Großar­ti­ges Dokument einer großen, einer ganz großen Band.

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Musik

Ben Lee vs. Against Me!

Der austra­li­sche Songwri­ter Ben Lee hat der ameri­ka­ni­schen Punkband Against Me! einen feinen Dienst erwie­sen: Er hat deren Songs gecovert. Nicht einen, nicht zwei, nicht drei, nein, gleich ein ganzes Album. Und zwar das großar­tige „New Wave“ aus dem letzten Jahr. Die Songs gibt es für lau zum Download. Prädi­kat: absolut hörens­wert.

folder.jpg WHY I COVERED THE ENTIRE „AGAINST ME!“ ALBUM „NEW WAVE“ A couple of weeks ago I downloa­ded the new „Against Me!“ album „New Wave“. I didnt really know too much about this band but had been reading lots of good things about it, and my friend Tegan sings on it. I like to keep myself up to date with whats going on musically in the world, so I checked it out. I fell in love with the album. Really. Like, could­n’t stop listening to it. As heavy and gnarly as it sounds at times, it is unmistaka­bly a pop master­piece. Listening to it on the way to Austra­lia, I wonde­red to myself how these songs would sound acousti­cally. A couple of days later I was on a flight from Sydney to Melbourne and had the thought „I’d love to cover this album.“ The whole thing. Begin­ning to end. So I did. Anyway, here are the results. If you already know the origi­nal album, I hope these record­ings shed a diffe­rent light on it. If you don’t know „Against Me!“ and like what you hear, go check them out. Nic Johns is the unspo­ken hero of this tale. He recor­ded, produ­ced and mixed it and basically made my dream a reality. Hats off to him. Hope you guys dig it. Enjoy. Ben

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Musik

Later with Jools Holland im ZDF-Theaterkanal

Es empfiehlt sich, gelegent­lich den ZDF-Theaterkanal einzu­schal­ten. Neben kulti­gen Disco- und Hitparade-Aufzeichnungen wird dort auch etwas für den an moder­ner Popmu­sik inter­es­sier­ten geboten – „Later with Jools Holland“, eine fabel­hafte Show als Übernahme von der BBC.

Ich zitiere mal Wikipe­dia:

Later with Jools Holland ist eine Sendung für zeitge­nös­si­sche Musik des Senders BBC Two, die in Deutsch­land im ZDFthea­ter­ka­nal ausge­strahlt wird. Modera­tor der Sendung ist Jools Holland. Later with Jools Holland ist ein Spin-off der The Late Show und läuft ununter­bro­chen seit 1992 und ist Teil des „BBC2’s late-night line-up“ ab etwa 23 Uhr. Im Deutschen Fernse­hen wird im ZDFthea­ter­ka­nal eine Folge der Sendung an verschie­de­nen Wochen­ta­gen zu unter­schied­li­chen Zeiten während eines Monats wieder­holt. In der Sendung werden regel­mä­ßig sowohl etablierte Musiker, als auch Newco­mer präsen­tiert. Die Spanne reicht vom Solokünst­ler über Bands bis hin zu größe­ren Ensem­bles. Die Sendung wird für die musika­li­sche Verschie­den­ar­tig­keit und Abenteu­er­lust geschätzt, da sowohl Pop- als auch Weltmu­sik in der Sendung Platz findet. Etwa fünf Bands treten bei der Aufzeich­nung fürein­an­der und ein kleines Studio­pu­bli­kum auf Jools Holland führt durch die Sendung und inter­viewt einen oder mehrere Künst­ler. Außer­ge­wöhn­lich ist die kurze Jamses­sion mit allen Gästen am Anfang jeder Sendung, die Holland am Flügel beglei­tet. Diese Jamses­sion zeigt die ungewöhn­li­chen Eintei­lung des Studios – alle Bands sind in einem Kreis angeord­net, zwischen den Bands sitzt das Publi­kum. Auch während der Sendung beglei­tet Holland einzelne Darbie­tun­gen seiner Gäste am Flügel.

Mein Fazit: Sehr empfeh­lens­wert, leider zeigt der Theater­ka­nal nur eine Folge im Monat, die dafür aber wenigs­tens oft genug wieder­holt wird. Die aktuel­len Sende­ter­mine gibt es hier.

[Edit 7. Februar 2010] Leider down, aber hier geht’s weiter.

Laßt euch fürst­lich unter­hal­ten!

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Musik

Der EA80-eBay-Irrsinn

Wohin es führt, wenn eBay-Preise beinahe irreale Ausmaße anneh­men, kann man sehr gut hier und hier sehen. Zwei Singles der von mir hoch verehr­ten und geschätz­ten EA80, nie regulär veröf­fent­licht, sondern als Geburts­tags­ge­schenk für Freunde gepresst und – der ursprüng­li­chen Inten­tion folgend – verschenkt. Was jeman­den bewegt, für diese beiden Singles zusam­men über 700,- Euro auf den Tisch zu legen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Die (digita­li­sier­ten) Titel sind in einschlä­gi­gen Kreisen längst im Umlauf (bei Inter­esse mailt mir einfach …), an der Musik kann es also nicht liegen. Zugege­ben: Die Teile hat nicht jede/r, macht sich bestimmt schick im Sammler­schrank. Dennoch: Eine derart hohe Summe ist jenseits von gut und böse, davon müssen andere Leute knapp zwei Monate leben …Schön und treffend fand ich diesen Beitrag (von ‚b.bengel‘)  im Forum auf der oben verlink­ten Seite:

Die Haupt­sa­che ist doch zu wissen, dass EA80 solche Schei­ben nicht (primär) rausbrin­gen, damit Sie irgend­wann einmal einen hohen Preis im Handel erzie­len, sondern es ein Ausdruck von Kreati­vi­tät, Eigen­wil­lig­keit und Eigen­stän­dig­keit ist. Irgendwo auch eine beson­dere Art der Kommu­ni­ka­tion mit den Inter­es­sen­ten. Sie geben immer wieder etwas beson­de­res, kleines, überra­schen­des. Etwas, das eigent­lich nicht vermark­tungs­fä­hig ist (selbst zusam­men­ge­klebte CD‑R Pappschach­teln), was dann wiederum durch den Drang nach materi­el­lem Besitz ad absur­dum geführt wird. Dieser Wider­spruch gefällt mir irgend­wie auch. Ich sehe es wie „gaerwin“, vor allem muss das Lied her, egal ob auf karrier­tem Vinyl oder auf bedruck­ten Unter­ho­sen. Was zählt ist der eigene Bezug und auch die Erinne­rung. Witzig finde ich ebenso, dass es mittler­weile nahezu unmög­lich ist, „alles“ von EA80 zu haben, da viele Veröf­fent­li­chun­gen persön­li­che Noten erhal­ten und in einem Varian­ten­reich­tum erschei­nen, die keiner alleine horten kann. Das ist der Punk in EA80 und meine private Antwort darauf sind eigene Raritä­ten. EA80 sind offen­sicht­lich auch das, was Du daraus machst. Sei selbst kreativ, nimm Deinen mp3-player und Bootlege Dein persön­li­ches Konzert-Highlight mit Selbstbau-Cover. Diese Erinne­rung nimmt Dir niemand. Eine Idee, die nicht zum Verkauf steht. Ich hoffe, daß ich mich jetzt nicht Strafebar gemacht habe ;-]]

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Kraut und Rüben Musik

Die hässlichsten Plattencover aller Zeiten

… kann man beim neuen Zeitgeschichte-Portal des Spiegels bestau­nen. Wirklich ausge­sucht hässli­che und grauen­hafte Cover, ich habe Tränen gelacht. 😀

Der Link in den Kommen­ta­ren (Dank an metawirt!) führt zum Origi­nal „Museum Of Bad Album Covers“ bei dem sich die eines­ta­ges-Redak­tion fleißig und ohne Quellen­an­gabe bedient hat. Viel Spaß beim Cover­gu­cken! 🙂

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Musik

Morrissey – Greatest Hits

Die Unsitte, fragwür­dige Greatest Hits-Kollektionen mit neuen, unver­öf­fent­lich­ten Tracks zu verse­hen und somit den Kaufan­reiz für die Schonal­le­sha­ber zu erhöhen, hat nun auch den gnädi­gen Herrn Morris­sey befal­len. Auf seiner Anfang Februar erschei­nen­den Greatest Hits werden die beiden neuen Tracks „That’s How People Grow Up“ und „All You Need Is Me“ zu finden sein. Darüber hinaus versam­melt das Album die besten Songs der beiden letzten Alben plus drei ältere Hits. Das ganze in einer regulä­ren Version und der obliga­to­ri­schen Deluxe-Edition mit Bonus-Live-CD. Der Sinn dieser Compi­la­tion darf bezwei­felt werden, neben der für ein *erneu­tes* Best-Of eher merkwür­di­gen Titel­aus­wahl hinter­läßt auch die doppelte Ausgabe als Standard- und Bonus-CD (natür­lich extrem limitiert, wahrschein­lich gibt’s nur 100.000 Stück …) einen leicht pelzi­gen Geschmack auf der Zunge. Wie hieß es doch so schön bei den Schmidts: „Re-issue! Re-package! Re-package! Re-evaluate the songs, Double-pack with a photo­graph, Extra Track (and a tacky badge) …“

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Morris­sey
Greatest Hits

VÖ: 8. Februar 2008
Label: Decca

Disc 1
1. First Of The Gang To Die
2. In The Future When All’s Well
3. I Just Want To See The Boy Happy
4. Irish Blood, English Heart
5. You Have Killed Me
6. That’s How People Grow Up
7. Every­day Is Like Sunday
8. Redondo Beach
9. Suedehead
10. The Youngest Was The Most Loved
11. The Last Of The Famous Inter­na­tio­nal Playboys
12. The More You Ignore Me, The Closer I Get
13. All You Need Is Me
14. Let Me Kiss You
15. I Have Forgi­ven Jesus

Disc 2
Live At The Holly­wood Bowl

1. The Last of the Famous Inter­na­tio­nal Playboys
2. The Natio­nal Front Disco
3. Let Me Kiss You
4. Irish Blood, English Heart
5. I Will See You in Far-off Places
6. First of the Gang to Die
7. I Just Want to See the Boy Happy
8. Life is a Pigsty

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Musik

The Weakerthans live in Berlin

Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin! Recht­zei­tig zum letzten Titel der vorletz­ten Vorband Jonas Goldbaum aus Austria einge­trof­fen; zu spät also, um wirklich ein Urteil über diese laut wikipe­dia „deutsch­spra­chige Gitar­ren­pop­combo“ treffen zu können. Danach House & Parish, die nach 2 Titeln noch inter­es­sant, nach dreien noch ganz annehm­bar, nach vieren jedoch schon ziemlich eintö­nig und verwech­sel­bar klangen. Durch­aus ambitio­nier­ter Indie­pop mit leider bestän­dig gleichem Beat, zurück­hal­ten­dem Gesang und einem Bassis­ten, der mich stark an Mitbe­woh­ner Spike aus „Notting Hill“ erinnerte. Irgend­wie ganz nett, aber mehr auch nicht. Bei Gelegen­heit werd ich mir die Band noch mal in der Konserve anhören, wirklich Lust dazu verspüre ich jedoch nicht. Das mutmaß­li­che Ziel der jungen Musikan­ten, nämlich alte Hörer zu begeis­tern und neue zu erschlie­ßen, hat sich somit zumin­dest meine Wenig­keit betref­fend nicht erfüllt.

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