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Kraut und Rüben Musik

Im Jahr des Drachen

Ich bin gerade schwer auf einem Fucked Up-Trip. Insbe­son­dere die Zodiac-Serie hat es mir angetan. Die diver­sen Songs, verteilt auf diverse 12- und 7‑inches hinter­las­sen mich ebenso verstört wie begeis­tert zurück. Epische Meister­werke von 8 bis 20 Minuten mit jeder Menge Tempi­wech­seln, schwe­rem Progrock-Einschlag und viel Melodie. Das alte Laut-/Leise-Spiel, bekannt und zur Perfek­tion getrie­ben auch von Bands wie den Pixies oder Nirvana. Sollte man mal gehört haben:


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Kraut und Rüben Musik

North Alone

Der Norden allein!


Mal wieder was aus der Katego­rie „Kennt keine Sau“. North Alone machen sehr guten Folkpunk, der jede Menge Gaslicht Hymnen inhaliert hat. Auf der Haben­seite stehen die gelun­gene Integra­tion der Fiedel, ein paar wirklich mitrei­ßende Songs, ein überdurch­schnitt­lich gutes Album und ein Sänger, der nach viel Zigaret­ten klingt und nach ein wenig Heinz Rudolf Kunze aussieht. Auf der Sollseite stehen die doch eher einfach gehal­te­nen Lyrics; was für mich persön­lich mit meinem DDR-Schulenglisch wiederum doch eher von Vorteil ist, verstehe ich doch jedes Wort. 😉 Und vom Sponso­ring (Lee Jeans) kann man auch halten was man will… Dennoch: Straßen­bau­ar­bei­ter mit Sinn für Roman­tik, Lager­feuer und Mobili­tät sollten das Album unbedingt antes­ten!

810 Richters auf der nach obenen offenen Richter­skala


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Musik

Kaltfront / Crazy Horst

Wer sich in der subkul­tu­rel­len Musik­szene der krepie­ren­den DDR bewegte, kam an Kaltfront kaum vorbei. Die Band aus Dresden existierte von 1986 bis 1990 und später wieder ab 2005. Kaltfront hatten einen enormen Output an Kasset­ten (aka „Tapes“), dem einzi­gen verläß­li­chen – wenn auch teuren – Medium in der DDR. Auf Rundling ist dieser Tage eine Compi­la­tion namens „Holiday im Niemands­land“ erschie­nen, die enige Aufnah­men aus der Zeit von 1987 bis 1990 versam­melt. Kaltfront haben mir von den sogenann­ten „anderen Bands“ immer beson­ders gefal­len, kombi­nier­ten sie doch intel­li­gente Texte mit tollen Melodien. Auch waren sie weit vom auch in der DDR verbrei­ten Rotz- und Schram­mel­punk entfernt. Die Compi­la­tion kann ich wärms­tens empfeh­len, sie ist unter anderem auch bei F13 erhält­lich.

Passend dazu hat Rundling das alte 91er-Tape von Crazy Horst wieder­ver­öf­fent­licht. Crazy Horst war ein Spaßpro­jekt aus Kaltfront- und Paranoia-Mitgliedern. Man covert sich ausschließ­lich durch Songs von Neil Young und tut dies mit einer sehr leiden­schaft­li­chen Garage Punk-Attitüde. Stellt sich die Frage, wer Crazy Horse braucht, wenn er Crazy Horst haben kann… Die Platte erschien in Klein­auf­lage im von 100 Exempla­ren in 100% DIY-Artwork und ist beinahe ausver­kauft. Wer eine haben will, sollte also nicht zulange warten…


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Kraut und Rüben Musik

F4Rekord

Machmal – mit den Jahren immer öfter – gehe ich fremd und höre statt menschen­ver­ach­ten­der Unter­grund­mu­sik immer öfter Pop, Soul, Beat und sogar HipHop. Bezie­hungs­weise eine poppige Variante von HipHop, nämlich Die Fantas­ti­schen Vier. Das letzte Album Rekord ist wieder sehr gut geraten. Was mich neben den boliden Beats am meisten anmacht, sind die hervor­ra­gen­den Texte der schwä­bi­schen Tanzka­pelle, hier seien als Anspiel­tipps „Heute“, „Laß sehen“ oder „Das Spiel ist aus“ genannt. Große Wortkunst! Reinhö­ren lohnt sich!



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Kraut und Rüben Musik

Children Of The Berlin Wall

Ein Foto, ausge­lie­hen beim „DDR-Report 1985“, über den ich gerade beim Sortie­ren meiner Lesezei­chen gestol­pert bin. Wer eine Stunde Zeit übrig hat, sollte da mal reinle­sen. Unein­ge­schränkt empfeh­lens­wert!

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Musik

flüstern & SCHREIEN/Schräge Zeit

flüstern & SCHREIEN läuft mal wieder im Fernse­hen – nämlich am morgi­gen Diens­tag, ab 20.15 auf zdfkul­tur.

„Dieter Schumann und Jochen Wisotzki beglei­te­ten Bands wie „Silly“, „Feeling B“, „Chico­ree“ und „Sandow“ auf ihren Tourneen durch die DDR. Die Underground-Gruppen sind im Konzert zu sehen, im Kontakt mit ihrem Publi­kum. Im Gespräch mit den Fans erfährt Schumann von ihren Sehnsüch­ten, sich ohne Einschrän­kun­gen kleiden und bewegen zu dürfen, zu wider­spre­chen und nicht gleich als staats­feind­lich abgestem­pelt zu werden, nur weil man an die Stelle von Arbeit und politi­scher Organi­sa­tion andere Inter­es­sen stellt.

Rockmu­sik als Rebel­lion gegen ein einge­eng­tes Leben, abseits von FDJ-Liedern und blauen Blusen. Bis heute hat der Dokumen­tar­film „Flüstern und Schreien“ seine eigene Fange­meinde. Dabei war er nur durch das Genre Musik­film überhaupt geneh­mi­gungs­fä­hig. Heikle Szenen wurden hitzig disku­tiert, blieben aber im Film. Nach seiner Premiere im Oktober 1988 ging der Film dann quasi mit den Bands auf Tour und entwi­ckelte sich so zum Kulthit. Im Jahr des Mauer­falls lief er auf der Berli­nale.“

Gleich im Anschluß gibt es Schräge Zeit, auch dafür eine absolute Guck-Empfehlung.

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Kraut und Rüben

Subkultur in Russland

Punks wie Misha Buster misch­ten in den achtzi­ger Jahren Moskau auf. Auf eines­ta­ges erzählt der Bürger­schreck von einst über seinen irren Alltag im Unter­grund und zeigt Bilder der russi­schen Subkul­tu­ren aus seinem einzig­ar­ti­gen Privat-Archiv.

Sowje­ti­sche Punks waren damals sehr spezi­ell, eine anarchi­sche Gesell­schaft, die sich aller­dings nicht wie anderswo aus der sogenann­ten Arbei­ter­klasse rekru­tierte. Die meisten von uns waren Kinder des Bürger­tums, die gern so etwas wie die Kreative Klasse sein wollten – künst­le­risch ambitio­nierte Jungen und Mädchen mit guter sowje­ti­scher Erzie­hung, aber ohne Chancen, in der Zukunft je zur offizi­el­len Kultur­szene zu gehören. Unsere Situa­tion brachte uns auf die Straße und von dort zu den Zirkeln im Unter­grund: Kunst- und Musik­grup­pen, Jugend­ban­den, wie es sie in den meisten sowje­ti­schen Städten gab, und wo sich all das coole, moderne und inter­es­sante Zeug konzen­trierte. Moskaus Straßen waren in den achtzi­ger Jahren zu einem großen Klub infor­mel­ler und ehrli­cher Bezie­hun­gen gewor­den. Genau das hatte ich gesucht, und so wurde ich Punk, Stil: Hooli­gan. Ein harter, lusti­ger Straßen­künst­ler…

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Kraut und Rüben Musik

Punk!

Ich bin mir nicht sicher, was Punk wirklich war oder ist. punk ist auf dem kopf und auf der strasse, und sowieso nicht dead, aber trotz­dem nicht alive, so zumin­dest die Kaput Krauts. Nach meinem Verständ­nis ist Punk der bedingte Wille zum Mißer­folg und der Rahmen für begrenzte Unmög­lich­kei­ten. Und natür­lich und vor allem und in jeder Hinsicht D, I und Y. Selber­ma­chen! Eventu­ell ist Punk aber auch nur, zwei bemit­lei­dens­wert kostü­mier­ten Laien­dar­stel­lern beim Anprei­sen von „Punk“ samplern zuzuse­hen. Und wenn das doch nicht Punk ist, dann zumin­dest ein Garant für überbor­dende Heiter­keit. Wenn Sie jetzt anrufen, erhal­ten Sie zwei Palet­ten Dosen­bier VOLLKOMMEN GRATIS dazu!


(via)

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