Kategorien
Musik

Er ist kein Hund an der Kette

Selbst wenn man den Künst­ler von seiner Kunst trennt, bleibt vom neuen Morris­sey-Album „I Am Not A Dog On A Chain“ kein positi­ves Fazit übrig. Eine merkwür­dig unaus­ge­go­rene Mischung aus Songs ist entstan­den; mit Texten, die weit weit weit von Morris­seys Topform gelegen sind. Das ganze ist recht überkan­di­delt produ­ziert, klingt wie schon Low In High School (dessen B‑Seite ich übrigens für die schlech­teste B‑Seite eines Albums seit 1928 halte!) sehr synthe­thisch und pathe­tisch. Weit weg vom Glanz der alten Tage. Leider!

Die Songs in der Einzelwertung

Jim Jim Falls
Love Is On It’s Way Out
Bobby, Don’t You Think They Know?
I Am Not A Dog On A Chain
What Kind Of People Live In These Houses?
Knock­about World
Darling, I Hug A Pillow
Once I Saw The River Clean
The Truth About Ruth
The Secret Of Music
My Hurling Days Are Gone
Durch­schnitt


Bereits 1 Mal geteilt!
Kategorien
Musik

Mike Ständer Band

Der Markt an guter, deutsch­spra­chi­ger Indie­mu­sik ist für mich persön­lich wie leerge­fegt. Ab und an trifft man dann doch nochmal auf richtig gute – außer­ge­wöhn­lich gute – und mitrei­ßende Musik. Jüngs­tes Beispiel sind neben Rong Kong Koma (Rezen­sion zum Debüt­al­bum folgt nach Erschei­nen) die beiden Herren um die Mike Ständer Band aus Zürich. Ich habe die Rezen­sion zum Album Laut und deutlich im letzten Ox entdeckt, reinge­hört und war gleich sehr angetan.

„Mike Ständer Band ist die natür­li­che Reaktion auf die musika­li­sche Weich­spü­lung und textlich/inhaltliche Vervoll­dum­mung der zeitge­nös­si­schen, kommer­zi­el­len, akusti­schen Luftver­schmut­zung. Mit Ihrer Rudimen­tär­be­set­zung (Schlag­zeug, Bass, Trompete, Gesang) verleiht das Punk-Duo „MSB“ ihren poetisch-kritisch-komischen Texten den nötigen Druck um beim Hörer nicht nur das Herz sondern im Beson­de­ren das Hirn anzuzün­den. Man kann sie mit Blumen oder mit Flaschen bewer­fen, aber man sollte sie vor allen Dingen kennen.“ heißt es in den Weiten des Inter­nets, und das trifft es sehr sehr gut.

Hört mal rein, ich bin begeis­tert!

Die Band auf Bandcamp.

Bereits 1 Mal geteilt!
Kategorien
Musik

Fucked Up – Dose Your Dreams (Kurzkritik)

 

Schon seit länge­rem verfolge ich das Schaf­fen der kanadi­schen Band Fucked Up mit großem Inter­esse. Einge­stie­gen und aufmerk­sam gewor­den bin ich spät – nämlich erst mit dem Video zum fulmi­nan­ten „Queen Of Hearts“ vom Album „David Comes To Life“.

Das Album habe ich danach kennen und lieben gelernt und dieser Tage stand nun jüngst die Veröf­fent­li­chung von „Dose Your Dreams“ an; dem mittler­weile ungefähr neunten Studio­al­bum der Band.

Die Vorab-Single „Normal People“ fand ich schon äußerst vielver­spre­chend, vielleicht gerade deshalb, weil sie mit dem gewöhn­li­che Schema und Image der Band als Vertre­ter des Hardcore nicht mehr viel zu tun hatte.

Fucked Up sind inzwi­schen Genre-sprengende Meister der Abwechs­lung, davon zeugt „Dose Your Dreams“ zu genüge. Es gibt Shoegaze, Funk, Disco, Psych- und Avantgarde-Rock und sogar ein bißchen harten technoi­den Beat à la The Prodigy.

Das Album ist kein Meilen­stein, aber in seinem Abwechs­lungs­reich­tum höchst unter­halt­sam und mehr als gelun­gen. Mein Problem mit den älteren Alben war immer, das ich Damians Geschrei ungefähr 20 Minuten lang geil fand, dann aber genervt war und eine Pause brauchte. Das ist bei diesem Album nicht der Fall. Kaufemp­feh­lung!

Teile diesen Beitrag: