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Schallplatten

Wer diese Seiten regel­mä­ßig besucht, wird um meine Vorliebe für The Smith Street Band wissen. Nachfol­gen­des Video zeigt die Band in den Little Elephant (Studios?). Die gezeigte Session, bestehend aus Forrest, Birth­days, Sigour­ney Weaver und dem Nirvana‐Cover Terri­to­rial Pissings, wurde mitge­schnit­ten und ist wie alle Little Elephant‐Sessions als 12“-Platte erhält­lich.

Im Gegen­satz zum herkömm­li­chen Verfah­ren, bei denen Schall­plat­ten unter hohem Druck gepresst werden, werden die Platten von Little Elephant im sogenann­ten „Lathe Cut“-Verfahren herge­stellt. „Lathe Cut“ läßt sich ungefähr mit „spanab­he­bend“ überset­zen, das heißt, ein Sichel schnei­det die Rillen in den Rohling. Die Quali­tät der geschnit­te­nen Platten gilt landläu­fig als eher beschei­den und echtem HiFi‐Genuß eher abträg­lich. Little Elephant nimmt auf der Website den Mund aller­dings sehr voll: „We are here to erase the stigma of lathe cut records. The term has often been associa­ted with being lo‐fi and inferior. The records we are compa­ra­ble to factory pressed records in terms of sound quality, durabi­lity, and playa­bi­lity.“ Ich habe die 30 US‐$ für die beiden Sessi­ons der Smith Street Band mal inves­tiert und lasse mich vom Ergeb­nis und von der Audio­qua­li­tät überra­schen. Auch, wenn ich für die Liefe­rung aus den USA wohl wieder beim Zoll aufschla­gen darf, was zusätz­li­che 120 km Strecke und 2 h Fahrt­zeit beanspru­chen wird. Was tut man nicht alles für eine seiner Lieblings­bands… 😉

Wer mehr über das Lathe‐Cut‐Verfahren bei Little Elephant wissen möchte, schaut sich dieses Video an.

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Kaltfront ging aus den Punkbands Paranoia und Suizid hervor. Das erste Demo „Zieh dich warm an“ wurde im Januar 1987 bei Andeck Baumgär­tel unter „studio­ähn­li­chen Bedin­gun­gen“ aufge­nom­men und über den Tapetrading‐Markt veröf­fent­licht. Gleich­zei­tig erhielt die Band ihre Spiel­erlaub­nis und durfte auch in FDJ‐Klubs auftre­ten.

Vom 2. bis 6. Juni 1987 trat die Gruppe bei der „Werkstatt­wo­che der Amateur­tanz­for­ma­tio­nen des Bezir­kes Dresden“ in Görlitz auf und wurde dort als „beste teilneh­mende Band“ ausge­zeich­net. Sie erhiel­ten dafür 500 Mark.

Um diese Zeit lernten Kaltfront auch Lutz Schramm von der Radio­sen­dung „Parock­ti­kum“ kennen, der verschie­dene Aufnah­men der Gruppe in seiner Sendung auf DT 64 vorstellte. Im Februar 1988 erschien das „Holiday im Niemands­land“-Tape. Aufge­nom­men wurde es im Probe­raum der Metal‐Band STM („St. Metal“). 1989 folgte das Tape „5 Männer in der Stadt“. Gegen Ende des Jahres gingen Drummer Tom Tall und Sänger Kanne in den Westen. Mit Gastmu­si­kern erschien Anfang 1990 das Kaltfront‐„Mini‐Tape“.

Das Rundling-Label hat sich in den letzten Jahren um diverse (Wieder-)Veröffentlichungen verdient gemacht.

Bereits im Jahr 2000 erschien das „Live ’88“-Album mit einem Mittschnitt aus der Cottbus­ser „Onkel Toms Hütte“ vom 9. Dezem­ber 1988.

Dieser Mitschnitt ist jetzt erwei­tert wieder­ver­öf­fent­licht wurden und zwar unter dem Titel „Live 1988“. Aller­dings in einer erwei­ter­ten Version. Zum ersten Mal gibt es das Konzert vollstän­dig (inkl. „Niemands­land“ in der komplet­ten Version) auf einer Doppel‐LP. Songs wie „Mädchen“, „Ich will alles“, „Auf der Suche“, „Zu schnell“, „Enjoy Yours­elf“ oder die The Cure‐Adaption „Schwar­zer Schat­ten“ sind nur auf dieser Platte zu finden.

Auf der letzten LP‐Seite gibt es zusätz­lich vier Songs einer Liveauf­nahme aus dem Görlitz in ebenfalls sehr ordent­li­cher Quali­tät zu hören.

Die vollstän­dige Track­list:

A1 Intro
A2 White Mask
A3 Enter­tain­ment
A4 Mädchen
A5 Winter
A6 Sex & Violence

B1 Zu Schnell
B2 Auf Der Suche
B3 Toten­tanz
B4 Kriegs­lied
B5 Niemands­land

C1 Enjoy Yours­elf
C2 Schwar­zer Schat­ten
C3 Ich Will Alles
C4 Rudi
C5 Zugabe

D1 Nachts In Den Straßen
D2 Keine Tränen
D3 Karriere
D4 Kriegs­lied

Die Platte kann direkt bei Stephan vom Rundling‐Label bestellt werden.


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Der infor­mierte Tänzer von heute weiß: Das nennt man „Disko­tanz“. Und der Mann am Platten­spie­ler heißt „SPU“ – „Schall­plat­ten­un­ter­hal­ter“. 300 SPU haben sich in Neubran­den­burg getrof­fen – zum Gedanken‐ und Erfah­rungs­aus­tausch.

Ein herrli­ches Video mit DDR‐typisch kryptisch‐krudem Geschwa­fel über Theorie und Praxis. Mein Lieblings­zi­tat:

„Ich glaube bevor man also an die Gestal­tung, äh, an die Frage einer Gestal­tung eines Themas in der Disko­thek heran­geht, muß man erstmal anfan­gen, was will ich, im Sinne der Zielstel­lung auch die Möglich­kei­ten echt selbst­kri­tisch einschät­zen.“

In diesem Sinne: ein schönes Wochen­ende!

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Es heißt Schall­platte, Freund­chen! Ganz einfach Schall­platte!

Vinyl­bo­den ohne Vinyl ist wie Eiersa­lat ohne Eier – möglich, aber sinnlos. Was die Firma Meister bewogen hat, ihren vinyl­freien Vinyl­bo­den expli­zit als „Vinyl­bo­den“ zu bezeich­nen, bleibt rätsel­haft.

Überhaupt bleibt zu dieser Werbung anzumer­ken, dass man a) so keine Schall­plat­ten anfasst!, b) ein Platten­spie­ler ganz sicher nicht so auf dem Boden stehen sollte und c) zum Hörge­nuss ein Verstär­ker nebst Lautspre­chern durch­aus von Vorteil sein könnte. Aber sei’s drum, denn Werbung darf und soll alles, nur eben oft nicht die Reali­tä­ten abbil­den.

Dieses ständige Gequat­sche von „Vinyl“ geht mir übrigens ganz schön auf die Eier (auch auf die von eingangs erwähn­tem Salat). Es waren und sind S C H A L L P L A T T E N, und ich werde meine auch weiter­hin so nennen. Ich habe mitun­ter den Eindruck, dieser ganze jämmer­li­che „Vinyl“-Hype dient nur dazu, uns die zweihun­dert­fünfund­rei­ßigste Wieder­ver­öf­fent­li­chung von Pink Floyds „Dark Side Of The Moon“ in misera­bler Press­qua­li­tät für 32,99 € anzudre­hen. Well … fuck off!

 

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… 17 lange Jahre sind seit der letzten (länge­ren) Veröf­fent­li­chung von The Devil In Miss Jones ins Land gegan­gen. Vor kurzem nun ist das Abschieds‐Minialbum auf Sounds Of Subter­ra­nia erschie­nen. Es hört auf den schönen Namen Cliff­han­ger und erscheint wie gewohnt im schöns­ten aller Schall­plat­ten­for­mate, nämlich auf 10 schwar­zen Inch.

Die Platte war wohl schon ein paar Jahre einge­spielt und lag auf Halde; einzig die Gesangs­spu­ren fehlten noch. Nun fand sich offen­bar Zeit zum Einsin­gen und das Ergeb­nis ist wie gewohnt erstklas­si­ger, dunkler Garage‐Rock/Punk.

Als Anspiel­tipps werfe ich mal das geniale Heaven & Hell, den Opener Monster Man oder das elegi­sche The Eternal Beauty Of Life & Death in die Runde. Toll, toll, toll.

Wer sich traut, und das dicke Platten­co­ver aufschnei­det, findet in der Hülle eine einge­klebte 7“. Der Zerle­ge­vor­gang ist in nachfol­gen­der Galerie dokumen­tiert. Unter den beiden weite­ren Songs auf der Single findet sich auch eine Cover­ver­sion vom alten Billy & The Willies-Klassi­ker Kanga­roo.

 

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Tante Emma singt jetzt endlich auch bei mir beim Kochen. Die Jahre der Suche sind somit erfolg­reich zuende gegan­gen.

Auf Tante Emma aufmerk­sam gewor­den bin ich durch einen sehr hörens­wer­ten Beitrag auf radio­eins. Dann hatte ich die Platte jahre­lang meiner Suchliste hinzu­ge­fügt, sie tauchte aller­dings nie auf. Bis vor 2 Wochen, als sie in sagen­haft gutem Zustand für sensa­tio­nelle 7,49 € als Sofort‐Kauf auf eBay stand. Noch schlaf­trun­ken schlug ich zu und berich­tete sofort allen anwesen­den Perso­nen (1) von dem von mir als sensa­tio­nell empfun­de­nen Ereig­nis. Einige Tage später traf Tante Emma ein und wurde in einer nachmit­täg­li­chen Hörses­sion von mir und meiner Gattin Gundula – welche übrigens auch ein großes Herz für Trash hat (Wobei mir völlig schlei­er­haft bleibt, wieso ihr die The Sunscheins Angst machen… :-D) – am Stück durch­ge­hört.

Ein Unter­fan­gen, das mir nach bereits 20 Minuten große körper­li­che Schmer­zen berei­tete: Ohren­blu­ten, ein Ziehen in den Zahnwur­zeln, Schwin­del­keit und tempo­rä­rer Kontroll­ver­lust. Aber lauscht selbst, unten sind zwei meiner Youtube‐Uploads zu sehen.

Zu Tante Emma ließ sich übrigens gar nichts im Netz finden; keine Vorge­schichte, keine histo­ri­schen Tatsa­chen, kein gar nichts. Alles was ich weiß, entnahm ich dem oben verlink­ten Beitrag auf radio­eins.

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