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Tocotronic

Mein Verhält­nis zu Tocotro­nic darf als zerrüt­tet beschrie­ben werden. Während ich die ersten beiden Alben Nach der verlo­re­nen Zeit und Digital ist besser zum Zeitpunkt ihres jewei­li­gen Erschei­nens ebenso gnaden‐ wie beden­ken­los abfei­erte, war ich von ca. 1997 bis 2004 komplett raus aus dem tocotro­ni­schen Schaf­fens­kos­mos. Ab 2010 war es mit Schall & Wahn vollkom­men vorbei zwischen mir und den Hambur­gern. Vermurks­ter, verkopf­ter und dröger Indiepop, zu dem ich keinen Zugang mehr fand. Beson­ders die letzten beiden Alben aus den Jahren 2013 bzw. 2015 finde ich irgend­was zwischen verstö­rend und grauen­haft.

In der Zwischen­phase von 2005 bis 2010 jedoch veröf­fent­lichte die Band zwei Alben, die ich bis heute beden­ken­los empfeh­len kann. Neben Kapitu­la­tion von 2007 hat es mir vor allem Pure Vernunft darf niemals siegen aus dem Jahr 2005 angetan. Letzte­res ist seit kurzem endlich wieder zu einem zivilen Kurs auf Vinyl erhält­lich. Ein rundum gelun­ge­nes Album, mit tollen (noch nicht ganz so verkopf­ten) Texten, feinen Melodien und jeder Menge Hits. Neben­bei bemerkt ist die Pressung hervor­ra­gend; ein Umstand, der heutzu­tage leider nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Die Platte kommt auf 180g schwe­rem dunkel­grü­nen trans­lu­zen­tem Vinyl und ist frei von jedem Knistern oder Störge­räu­schen. Der inter­es­sierte Hörer sollte zuschla­gen, bevor die Bestände wieder zur Neige gehen…


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Ein Grund,

von Torsten am 26. März 2010 · 13 Kommentare

in Kraut und Rüben

warum ich Tocotro­nic nicht mehr so sehr mag, ist das rührse­lige, wunder­li­che, altvä­ter­li­che und larmo­yante Gedöns in ihren Newslet­tern:

Liebe Fanati­ke­rIn­nen,

Die erste Hälfte der „Schall und Wahn‐Tour“ war spitzen­mäs­sig! Ihr wart ein ganz reizen­des und extrem lässi­ges Publi­kum, es hat uns riesi­gen Spass berei­tet vor euch zu perfor­men. Kommet alle und sehet unsere rumpelnde Rockshow im zweiten Tourteil! Mit dabei, wie zuvor, die aurati­sche Songwri­te­rin Dillon!

Das Video zu unserer zweiten Single „Im Zweifel für den Zweifel“ (VOE 23.4.) ist fertig gestellt. Die göttli­che Ingrid Caven hat unter der Leitung von Stepha­nie von Beauvais eine Glanz­leis­tung absol­viert, in traum­hafte Bilder gegos­sen von Kamera­frau Jutta Pohlmann.
Perver­ser als Fassbin­der, boule­var­des­ker als Billy Wilder, unheim­li­cher als Dario Argento: Der kleine Film hat Premiere auf unserer Homepage am 01.04.10, hier auch ein kleiner Trailer dazu: http://www.youtube.com/watch?v=wTUZhIqOptc

Unsere T‐Shirt Kollek­tion wurde zur Tournee um ein Motiv erwei­tert: Es handelt sich um ein Jack‐Smith‐Gedenkshirt. Vorne: Mario Montez in „Flaming Creatures“, hinten unser aller Motto: „Keine Meister­werke mehr“. Sieht herrlich aus. Weiter­hin verfüg­bar bleiben die Motive „Schalls­pi­rale“, „Folter“ und das knall­rote „Macht es nicht selbst“-Shirt (Farbe beken­nen in der Hegemann‐Debatte!)
Umarmt den Konsum! Shop till you drop! Alles unter http://www.tocotronic.de/shop/

Wir sehen euch „on the road“, ihr Gammler

Herzlichst
Tocotro­nic

Bäh.

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Neuig­kei­ten von Tocotro­nic. Entge­gen ihrer eigenen Philo­so­phie sind die vier Herren aus Hamburg fleißig und veröf­fent­li­chen Ende Januar ihr neues Album „Schall und Wahn“. Thema wird wohl erneut die Kapitu­la­tion vor dem eigenen Ich sein, wie schon auf gleich­na­mi­gem Vorgän­ger­al­bum. Selbi­ges hat mich damals bei Erschei­nen zwar ganz schön umgehauen, dennoch sehe ich mit etwas Abstand die Lust an der Kapitu­la­tion etwas kriti­scher. Es ist wohl einfa­cher, wenn man sich – drama­tisch gespro­chen – ums eigene materi­elle (Über-)Leben keine allzu großen Gedan­ken machen muß. Entwe­der, weil man bisher fleißig war oder weil man mit einem gülde­nen Löffel­chen im Popo zur Welt kam. Aber das wird das hansea­ti­sche Bürger­tum wohl selbst am besten wissen…

Nachfol­gend die erste Single „Macht es nicht selbst“. Ich bleibe gespannt.



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