Kategorien
Kraut und Rüben Musik

Elbtour mit Die Strafe & Peppone

14718739_1195639857170565_7277306952117967625_n

Hier unser kleiner Erleb­nis­be­richt zur Boots­tour Die Strafe & Peppone am 22. Oktober in Machte­burch auf der schönen Elbe: Oktober, 10 Grad, Niesel­re­gen. Das kann doch einen Seemann nicht erschüt­tern. Am Freitag­abend schon durften wir die Herren der Die Strafe begrü­ßen, die sich trotz ihrer langen Anfahrt als gewohnt liebens­wür­dige und durch­weg nette Menschen präsen­tier­ten. Am Sonnabend­vor­mit­tag wurde dann das Boot beladen und an der Anlege­stelle Schöne­beck ging es gegen 13.00 Uhr elbab­wärts in Richtung Stadt­park Magde­burg. Dort kamen wir um 14.00 Uhr an und berei­te­ten alles für den Empfang unserer Gäste vor. Zur Begrü­ßung gab’s Pfeffi und Braunen und es wurde zünftig angesto­ßen. Der Kahn füllte sich schnel­ler als gedacht und Punkt 15.00 Uhr legten wir ab. Um 15.30 Uhr begann Peppone mit dem ersten Teil des Konzer­tes. Es wurden ein paar alte Hits zur Einstim­mung gespielt. Um Punkt 16.07 enter­ten Die Strafe in einer Nachmittag- und Nebel­ak­tion die Bühne und began­nen mit ihrem Programm. Vor der Bühne wurde es voll und voller und die Pogomeute begann mit ihrer Arbeit. Anschlie­ßend wieder Peppone, die das neue Album „Ohne Grund“ in origi­na­ler Reihen­folge darbo­ten. Unfaß­bar und gut zu beobach­ten: Viele Leute sind unserer Auffor­de­rung zum Download schein­bar gefolgt und konnten bereits die neuen Songs mitsin­gen. Highlights: „Das Urteil“ mit Gastge­sang von Budde Strafe, der natür­lich mit ran mußte, da er ja ohnehin auf dem Boot war. Weiter­hin „Ohne Grund“, der Titel­song und laut Jens jetzt die „offizi­elle Hymne der Börde­be­hörde“. Danke Jens, ich kann mir keine schönere vorstel­len… Dann gab’s noch „Schwei­gen“ und den „Herr Ober!“ mit Gastge­sang von Jenny und Laura und die Eupho­rie des Publi­kums sprang langsam auch auf die Band über.

bb_team2

Anschlie­ßend wieder Die Strafe, die sich mit zuneh­men­der Dauer und Hitdichte ihres Sets förmlich in einen Rausch spiel­ten. Knaller folgte auf Knaller und als der vielstim­mige Publi­kum­schor „Himmel hilft nicht“ mitsang, hatte ich tatsäch­lich Gänse­haut am ganzen Körper. Die komplette Setlist findet sich in der Galerie. Der Boden klebte irgend­wann vom vielen Bier, die Schei­ben waren von der Hitze komplett beschla­gen und überall sah man nur noch glück­li­che Gesich­ter. Auf dem Oberdeck genos­sen viele die Aussicht auf das nächt­li­che Magde­burg und pafften, was das Zeug hielt… Die Fahrt bis zur Schleuse Niegripp verging wie im Fluge und um Punkt 21.00 Uhr kamen wir wieder an der Anlege­stelle im Stadt­park an. Die Gäste wurden gebüh­rend verab­schie­det, die Bands schip­per­ten zum Ausla­den noch weiter nach Schöne­beck und verlie­ßen die MS Marco Polo mit einem überglück­li­chen Gefühl…

bb_team

Schon merkwür­dig, wenn man plötz­lich mit einer Band unter­wegs ist, deren erste Platte man 1995 gekauft hat und der man über die Jahre als Hörer immer treu geblie­ben ist… Was bleibt zu sagen… DANKE für die vielen guten Gesprä­che mit ausnahms­los netten Leuten, die ich an diesem Abend geführt habe… DANKE an Kai, Budde und Torsten von Die Strafe, die diesen großen Spaß mitge­macht haben. DANKE für ein großar­ti­ges Konzert und DANKE für die geschenkte Krunk-LP. DANKE an alle, die uns bei der Vorbe­rei­tung unter­stützt haben. DANKE an das gesamte leidens­fä­hige Schiffs­team und ganz beson­ders den Kapitän. Und natür­lich ein HERZLICHES DANKESCHÖN an alle Ticket­käu­fer. Wir hoffen sehr, ihr behal­tet diesen Abend in ebenso grandio­ser Erinne­rung wie wir.

Teile diesen Beitrag:
Kategorien
Kraut und Rüben Musik

Frank Turner in Berlin

Mit kleiner Verspä­tung der Reise- und Konzert­be­richt zu

Frank Turner & The Sleeping Souls
live im Postbahn­hof Berlin, 2. Dezem­ber 2011

Was für eine Woche. Der Saftla­den, der sich ganz harmlos Arbeit­ge­ber nennt, steckt im vorweih­nacht­li­chen Stress­chaos fest und fordert seinen Tribut in Form von Überstun­den ein. Also wieder kein Urlaub. Immer­hin war es mir möglich, meinen Arbeits­platz am Freitag pünkt­lich zu verlas­sen, denn die Fahrt nach Berlin stand an – Frank Haude­gen Turner und The Sleeping Souls baten zum kollek­ti­ven Fäuster­ecken.

Also mit Kolle­gin K ab nach Potsdam zu Kollege D, der sich freund­li­cher­weise bereit­erklärt hat, bis nach Berlin weiter zu fahren. Es stößt noch Kollege S zum Trio und somit ist das Quartett komplett. Ich war über die abgege­bene Last des Fahres froh, da ich ungern in Berlin Auto fahre. Das hat ausschließ­lich mit dem komple­xen Verkehrs­ge­sche­hen in der Haupt­stadt zu tun, die rein fortbe­we­gungs­tech­nisch einfach nicht meine Haupt­stadt ist. Zuviele Autos, zuviele Menschen und keine Ahnung wo es langge­hen könnte. Einmal Bauern­tram­pel, immer Bauern­tram­pel. Die Feldwege meiner Region sind mir vertraut wie der Inhalt meiner Jacken­ta­schen; die Alleen und Haupt­stra­ßen Berlins hinge­gen, bleiben mir auf ewig ein Buch mit sieben Siegeln.

Auf der Fahrt nach Berlin fiel ich durch penetran­tes aus-dem-Fenster-glotzen auf, was Kolle­gen S zu folgen­dem denkwür­di­gen Satz veran­lasste: „Ich stand mal im Wedding im Stau und mir war überhaupt nicht langwei­lig.“ Ich schlug vor, diesen Satz als aller­ers­ten seiner noch zu schrei­ben­den Autobio­gra­phie zu verwen­den, da er mir ausge­spro­chen gut gefiel. Ich glotze also und mir war auch nicht langwei­lig, denn die Stadt der Städte ist an Attrak­tio­nen reich: Es gibt chine­si­sche Restau­rants mit Namen Ding Dong, es gibt viel bunte Leucht­re­klame und es gibt Menschen aus aller Herren Länder. Am Potsda­mer Platz angekom­men, leuch­tete die neue Heilig­keit Berlins direkt vor uns. Ich weiß nicht, was die Berli­ner bzw. ihre Gäste am Potsda­mer Platz so finden. Ich finde den nämlich ganz schön gruse­lig. Die auch nachts illumi­nier­ten gleich­för­mi­gen Büros wecken unwei­ger­lich Assozia­tio­nen an Huxleys Schöne neue Welt oder Orwells 1984. Wer etwas anderes empfin­det, ist entwe­der merkbe­freit oder unsen­si­bel.

Wir erreich­ten den Ostbahn­hof, den vom Postbahn­hof nur das P und 100 m Fußweg trennen. Kollege S bekam Hunger, verschwand für eine gefühlte Viertel­stunde im Bahnhof und kam mit einer Pizzaschach­tel voller in Quadrate geschnit­te­ner Pizza­stü­cken zurück. Dem Anschein nach vermu­tete ich lauthals, Kollege S hätte um die Reste aus dem Stein­ofen gebet­telt – er blieb jedoch felsen­fest bei seiner Verlaut­ba­rung, für die Pizza bezahlt zu haben. Sei’s drum.

Pizza mampfend schrit­ten wir hinüber zum Postbahn­hof und baten an der Lokali­tät um Einlaß. Selbi­ger wurde uns prompt gewährt, denn klug wie wir nunmal sind, hatten wir bereits Karten. Es war recht voll und nach der obliga­to­ri­schen Geträn­ke­ver­sor­gung und dem Merch­check sahen wir vom Neben­raum aus Frank Teufels­kerl Turner und seine Mannen die Wendel­treppe zur Bühne hinab­wan­deln. Also flugs den Raum gewech­selt, in der Gewiß­heit die Vorband The XCerts verpaßt zu haben. Was kein Drama war, denn ich fand die Band schon beim Hannover-Konzert – Inter­es­sierte finden hier den Reise­be­richt – verzicht­bar.

Zu den Klängen von Eulogy ging’s los und das gleiche wohlige Gefühl stellte sich auch prompt ein. Meine Mitstrei­ter blieben hinten, ich kämpfte mich tapfer bis ins erste Drittel der Halle vor und fand einen guten Platz. Die Setlist bestand im wesent­li­chen aus den gleichen Songs wie beim Hannover-Gig. Ausge­nom­men das neue Cowboy Chords, das für eine kurze Verschnauf­pause im ersten Teil des Konzer­tes sorgte. Nach anfäng­li­cher Verhal­ten­heit hatte Frank Braten­ben­gel Turner nach 15 Minuten das Publi­kum fest im Griff und komplett auf seiner Seite. Spätes­tens bei Love Ire & Song gab es kollek­tiv kein Halten mehr. Die Gags, (deutsch­spra­chi­gen) Ansagen und Überlei­tun­gen waren im Großen und Ganzen auch diesel­ben wie in Hanno­ver. Zunächst war ich ob der Synchro­ni­tät der beiden Shows etwas überrascht bis enttäuscht, im Gesamt­fa­zit geht das als eine Art von Rock’n’Roll-Show aber durch­aus in Ordnung. Wenn Frank Wahnwitz Turner mit ganzem Herzen bei der Sache ist und seine Shows vor Herzblut, Leiden­schaft und Idealis­mus nur so strot­zen … dann dürfen von mir aus auch die Gags aus dem Drehbuch kommen. Das viele Herzblut erklärt übrigens auch die recht „kurze“ Show von 90 Minuten inkl. Zugaben. Kollege D stellte ganz zu Recht fest, daß seine Stimme das ohnehin nicht länger mitma­chen würde … bei dieser Art von leiden­schaft­li­chem Einsatz.

Zum Abschluß gab’s erneut das großar­tige Somebody To Love und als Zugabe das selten gespielte Rock’n’Roll Romance und den ebenfalls schon aus Hanno­ver bekann­ten Block aus The Ballad of Me and My Friends und Photo­syn­the­sis. Auch bei den letzten beiden Songs war das Publi­kum in exzel­len­ter Mitsingstim­mung, die Fäuste reckten sich gen Hallen­de­cke und der Schweiß sammelte sich auf dem Hallen­bo­den. Großes Kino.

Die Rückfahrt verlief enorm entspannt. Genau genom­men so entspannt, daß ich hinter Potsdam den Tempo­mat auf 140 tackerte und bis zu meiner heimi­schen Abfahrt weder Gas- noch Brems­pe­dal benut­zen mußte. Colas­aufend fuhren wir durch die Nacht… und da ich mein rechtes Bein nicht benötigte, pfiff ich auf dessen Zehen das England Keep My Bones Album in ganzer Länge.

Setlist wird nachge­reicht!

Schor­leb­log zum Thema
Akkord­ar­beit zum Thema

Teile diesen Beitrag:
Kategorien
Musik

Katzenjammer live in Magdeburg

Nach Frank Turner am Mittwoch in Hanno­ver bereits das zweite Konzert in dieser Woche: Die furio­sen Fjordfu­rien von Katzen­jam­mer gaben sich im ausver­kauf­ten Alten Theater zu Magde­burg die Ehre. Die vier grandio­sen Grazien aus Norwe­gen sorgten mit ihrer mitrei­ßen­den Mischung aus Jazz, Rock, Gypsy-Punk, Soul und Chanson für eine fantas­ti­sche Stimmung und wurden vom Publi­kum frene­tisch gefei­ert.

Das Vorpro­gramm bestritt eine Frau mit dem schönen Namen Unni Wilhelm­sen. Geboten wurde recht belang­lo­ser Singer-/Songwriter-Pop mit minimals­ten Folkein­flüs­sen. Ganz nett, aber eben auch nicht mehr.

Die Jammer­kat­zen boten dann anschlie­ßend handwerk­lich erstklas­sige Kost, was sich unter anderem daran festma­chen läßt, daß jede der vier Norwe­ge­rin­nen fast jedes Instru­ment spielen kann. Und auch spielt, so gab es dann einen steti­gen Instru­men­ten­wech­sel. Selbige waren zahlreich vorhan­den, so gab es die bekannte Bass-Balalaika, das Akkor­deon, die Mando­line, das Elektro­kla­vier, das Schlag­zeug, die Mundhar­mo­nika, das Banjo, das Glocken­spiel und beim grandio­sen A Bar In Amster­dam natür­lich auch die Trompete zu sehen und zu hören.

Anschlie­ßend gab’s noch eine Autogramm­stunde am Merchandise-Stand, die wir aber nicht mehr wahrge­nom­men haben. Die Damen schei­nen sehr auf dem Boden geblie­ben zu sein, wenn sie sich trotz des mittler­weile inter­na­tio­na­len Erfol­ges nach dem Konzert sogar noch unter das Publi­kum mischen.

Ein feucht-fröhlicher, beschwing­ter und gutge­laun­ter Abend mit einer exzel­len­ten Liveband. Takk og beste ønsker, Katzen­jam­mer!

Stell­ver­tre­tend und für einen kleinen Eindruck hier ein Live-Mitschnitt vom exzel­len­ten To The Sea.



Teile diesen Beitrag: