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Kraut und Rüben

Bring me the head of Karl-Heinz Swarovski

(Klick aufs Bild für volle Kanne Klimm­bow­sky)

Wer zur Hölle ist eigent­lich dieser Swarov­ski und warum hält ihn niemand auf, wenn er überall seine gräßli­chen Glitzer­steine hinklebt? Da sollte „verschan­delt“ stehen, nicht „veredelt“!

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Musik

Frau Blasko, ich bin sehr sehr böse mit Ihnen!

Sehr geehrte Frau Blasko,

seit Monaten tue ich beinahe nichts anderes, als Ihre wunder­same Stimme zu loben, Ihre Songs anzuprei­sen und alle Leser hier ganz grund­sätz­lich zum Erwerb Ihrer Alben zu überre­den. Jetzt haben Sie die Vorbe­stel­lun­gen für Ihr neues Album As Day follows Night freige­ge­ben. Wie schrei­ben Sie doch selbst so schön über den Inhalt Ihres neuen Albums:

As Day Follows Night, the long awaited third album from Sarah Blasko, is finally here! Well, almost. What we do have here is a super deluxe, extre­mely limited collector’s edition ready for you to pre-order right now. Only 1000 of these are going to be produ­ced in the entire world, and once they’re gone, that’s it!

Each signed and hand-packed box contains:
– Sarah Blasko’s new album As Day Follows Night
– A bonus disc titled Cinema Blasko, with Sarah performing her own rendi­ti­ons of some of her favou­rite film tunes from Annie Hall, The Sound Of Music, Cabaret, Fame and Xanadu
– 4 magic ink reveal cards and paint brushes. When the cards are painted with water, the artwork will be revea­led!

You can pre-order the As Day Follows Night Super Deluxe Edition NOW here and you will instantly receive No Turning Back. Please note – packa­ges will be posted on July 10th. Please allow several days for delivery. The price above is exclu­sive of postage and handling. This is the ultimate collector’s item for Blasko fans. Get in quickly before they all go!

Als folgsa­mer Jünger und leidlich erfolg­rei­cher Propa­gan­dist Ihres musika­li­schen Schaf­fens wollte ich natür­lich prompt mein extrem limitier­tes Exemplar vorbe­stel­len. Globale Welt, globa­les Glück, so dachte ich mir ich meinem jugend­li­chen Leicht­sinn, doch was muß ich da sehen:

Klick!
Klick!

Sie versen­den nur inner­halb Austra­li­ens?! Frau Blasko, bei aller gebote­nen Zurück­hal­tung, das kann bitte nicht ihr Ernst sein! Sie sehen mich empört, enttäuscht, entrückt und ent-tenteich! In was für einer Welt leben wir eigent­lich? Ich möchte bitte auch eine limitierte Ausgabe und dafür nicht nach Austra­lien ziehen! Lassen Sie mich am Glück Ihres neuen Albums teilha­ben und denken Sie vielleicht noch einmal darüber nach!

Zutiefst enttäuscht,
Ihr gnädigs­ter Unter­tan


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Kraut und Rüben Musik

Jupiter Jones – Urlaub in Oberursel

Neulich hat sich ein Leser bei mir beschwert, in der Behörde würde zuviel lobge­prie­sen. Man solle doch bitte mal miese Platten bespre­chen, zumin­dest gelegent­lich. Kein Thema – bitte­schön, alles für die Zielgruppe!

Jupiter Jones – das sind fünf Hanswürschte aus irgend­ei­ner verges­se­nen Provinz (inter­es­siert mich gerade nicht, wo die Herren herkom­men). Die Band fiel bereits mit dem mehr als bemüh­ten und jedem Textflow ins Gesicht spucken­den Titel „Entwe­der geht diese scheuß­li­che Tapete – oder ich“ ihres vorletz­ten Albums negativ auf. Klarer Fall von Wir-suchen-einen-coolen-Albumtitel-uns-fehlt-aber-der-Geist-dazu. Das können andere besser.

Doch nun zum aktuel­len Werk - „Holiday in Catato­nia“: Da glaubt man, der Deutsch­rock von Western­ha­gen, Maffay & Co. hätte sich vollkom­men zu Recht in die ewigen Jagdgründe verab­schie­det. Puste­ku­chen! Jupiter Jones schaf­fen es tatsäch­lich, den alten Zombie mit ihrem neuen Album zu reakti­vie­ren. Da steht er nun, der alte Zombie, schlen­kert mit den Armen und hat es inzwi­schen schon vom Fried­hof aus bis in die Fußgän­ger­zone der Innen­stadt geschafft. Mit Glitzer­tuch um den Hals, zu engen Hosen und Chucks. Da steht er nun, im Kreise seiner Verwand­ten: Den künfti­gen Sozialamts-Sachbearbeiterinnen und Verwal­tungs­fach­an­ge­stell­ten. Alle anders, alle gleich. Er fiedelt und gniedelt ein paar Soli auf seiner Leadgi­tarre und knödelt dazu wie Wolf Maahn in seinen besten Zeiten: schön­klin­gende Texte, deren Inhalts­wert bei ziemlich genau NULL liegt. Ein Trauer­spiel sonder­glei­chen, das mich merkwür­di­ger­weise aggres­siv macht. Wir sehen uns in irgend­ei­ner Arena vor 50.000 Goldkehl­chen zum Hartmut Engler-Gedächtnisabend. Bis dahin!

Kleine Kostprobe nachfol­gend. Wem das noch nicht gruse­lig genug ist, der sollte sich das neue Unplugged-Album der Sport­freunde Stiller reinzie­hen. Das ist mindes­tens genauso übel.



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