Die Alben des Jahres

von Torsten am 27. Januar 2012 · 0 Kommentare

in Musik

Wie immer mit leichter Verspä­tung: Eine kleine Übersicht über meine persön­li­chen Lieblings­alben des Jahres 2011. Wie immer gilt auch in diesem Jahr: Das Album muß nicht zwangs­läufig im letzten Jahr veröf­fent­licht worden sein; als Krite­rium gilt ausschließ­lich die persön­liche Entde­ckung der entspre­chenden Platte in 2011. Es kann also durchaus ein Album aus dem Jahre 1695 sein..

CoverEA80 - Definitiv: Nein! /// Plötz­lich ist alles wieder wie früher. Teenage Angst, Melan­cholie und diese unerklär­liche Wut, die tief aus dem Bauch kommt. Ich fühle 1992 förmlich in den Knochen und EA80 sind immer noch dabei, wie ein guter Freund der mit Dir alt geworden ist und Dir den Kopf hält, wenn Du kotzen mußt. Bestes Kopfkino und demoti­vie­rendstes Zumfrühdienstfahr-Album aller Zeiten. Beste Momente: Die „drei Songs in einem“ und das Hymnen­hafte in Bestand­teile und - natür­lich! - das epische Die Suche, der passendste aller Silves­ter­songs.

CoverEF - Mourning Golden Morning /// Von ihrer Reise ins schöne Schweden brachte uns die Christel von der Post den gleich­na­migen Rock mit. Schöner hat Chris­tels Postrock nie geklungen: Wunderbar entspannt, scheinbar wie locker aus dem Ärmel geschüt­telt und dennoch struk­tu­riert und drama­tisch. Würde ich Drogen nehmen, würde ich sie zu dieser Musik nehmen. Beste Momente: Das Schlag­zeug am Beginn von K-141 KYPCK und das wunder­bare Longing For Colors mit seinem zweistim­migem Gesang der mich schwer an Monochrome erinnert.

CoverFix-It - Kill Kill Kill /// Go Fuck Yourself! Gleich im ersten Song des Albums machen Fix-It alles klar. We are Fix-It we fight them all! So mag ich meinen Punkrock: Rotzig, mitten in die Kauleiste, ordent­lich garagig (aber nicht zu dreckig) und mit schwerem ’77-Einschlag. 100% DIY und nicht der übliche Industrie-Dreck, der den Kids von heute als Punk verkauft wird. No Passion, No Reaction! Das Bild links zeigt übrigens auch das zweite Album namens Who’s The Pig? welches ich ebenso unein­ge­schränkt empfehlen kann. Beste Momente: Das ganze verdammte Album, Alter! We need to feel the fire inside!

CoverIvan Mládek Mit Seiner Hexenschuss-Band - Guten Tag! /// Mein persön­li­cher Running Gag des Jahres: Ursprüng­lich hatte ich mal das inzwi­schen wohl weithin bekannte Jožin Z Bažin von der Banjo Band Ivana Mládka entdeckt. Ivan Mládek ist in Tsche­chien und der Slowakei ein großer Star. 1982 veröf­fent­lichte seine Banjo-Band ein Album mit ihren größten Hits - gesungen auf Deutsch. Dazu wurden alle tsche­chi­schen Origi­nal­texte mehr oder minder sinnvoll einge­deutscht und heraus kam ein lustiges und stellen­weise absurdes Kleinod. Um diese Platte zu lieben braucht man wohl einen merkwür­digen Humor … ich jeden­falls liebe sie und habe sehr lange nach ihr gesucht. Schlu­ßend­lich fand ich sie für nur 5 EUR auf eBay… Beste Momente: So richtig eigent­lich keiner. Irgendwie aber auch alle. :-D

CoverOut On A Limb - Drowned /// Den Postrock hatten wir weiter oben schon, hier kommt der Postpunk aus Karl-Marx-Stadt. Schön new wave-ig, dunkel, treibend und wie aus einer anderen Zeit. Das Beste vom Besten, irgendwo zwischen den Wipers und Joy Division. Ein großes Kleinod, das im schlimmsten Falle sträf­lich unter­be­wertet für einen Euro auf eBay landen wird. Nehmen die Dinge eine positive Entwick­lung, wird man irgend­wann auf das hervor­ra­gende Debüt einer großar­tigen Band zurück­bli­cken können. Geheim­tipp! Beste Momente: Das Album wirkt wie aus einem Guß, aber der Titeltrack ist großes Kino.

CoverDan Mangan - Nice, Nice, Very Nice /// Kein Album zum Neben­bei­hören, ein Album zum Genießen. Ein guter Song jagt den nächsten, und wenn die beiden damit fertig sind, fangen sie von vorne an. Meist sparsam instru­men­tierter Folkrockpop, der in seinen besten Momenten wirklich große Kunst ist. Mangans Nachffol­ge­werk Oh Fortune soll noch deutlich ruhiger ausge­fallen sein, was auch der Haupt­grund ist, warum ich mich bisher weigerte, in Oh Fortune reinzu­hören. Es kann einfach nur schlechter sein, denn ein besseres Album ist nur schwer vorstellbar. Beste Momente: Robots need love too … they want to be loved by you!

CoverThe Montesas - Midnight Beat /// Dieses Album steht hier eigent­lich nur stell­ver­tre­tend für all die tollen Montesas-Alben, die ich im letzten Jahr hören durfte. Neben dem Soul - siehe den nächsten Eintrag - haben auch der Beat, der Twist, der Hully Gully und der Rock’n’Roll Einzug in meine musika­li­sche Welt gehalten. Und zwar fast ausnahmslos in Gestalt der Montesas! Auch hier jagt ein Hit den nächsten. Diese Platte macht einfach nur gute Laune und läßt das Tanzbein zucken. Wie schade, wenn man dann gar nicht tanzen kann. Das muß wohl die vielbe­schrie­bene Ironie des Schick­sals sein… trotzdem freue ich mich schon auf The Montesas im Februar live und in Stereo in Leipzig. Beste Momente: Last Summer­days, Midnight Beat und Can’t be your lover

CoverSharon Jones & The Dap-Kings - Soul Time! /// 2011 wird als „das Jahr in dem auch der Soul Einzug hielt“ in meine private Musik­ge­schichte eingehen. Eine Compi­la­tion der ungekrönten Königin des Soul - Sharon Jones. Eine Platte die klingt, als wäre sie 40 Jahre alt. Die Band arbeitet ausschließ­lich mit Vintage-Instrumenten und lehnt jegli­chen neumo­di­schen Schnick­schnack ab. Heraus­ge­kommen ist ein Album voller Herzblut und Energie. „You may feel this LP is a lesson in soulful and funky music. It’s the coolest school you’ll ever see, brought you by Sharon Jones.“ Beste Momente: Der B-B-Beat in New Shoes und das Kopfkino, das auf die Frage What if we all stop paying taxes? folgt.

CoverSniffing Glue - s/t /// Deutsch­lands beste Hardcore­band. Aggres­sive Musik mit wütenden Texten. Punkt.










CoverSchon wenn die Ouver­türe in Form von Eulogy erklingt wird klar, daß etwas Großes beginnt. Turners Durch­que­rung seines Vater­landes in 15 Songs, die Bonus­tracks der Deluxe-Version einge­schlossen. Perfekter Rock’n’Roll-Zirkus mit großar­tigen Folkrock(was für ein wider­li­ches Wort!)-Songs und Texten und Worten und Zeilen, die oft ein Tattoo wert wären. Live eine Wucht. Beste Momente: Die positive Wut mit der Turner in One Foot Before The Other seine Asche in die Kanali­sa­tion spülen läßt und die Drama­tik­kurve in Redemp­tion.




Das soll’s auch schon gewesen sein. Für sachdien­liche Hinweise sind wie immer Kommen­tare sehr gern gesehen!

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