web analytics

Der Tag, an dem ich merkte, das es zwischen mir und meiner Edeltraud nicht mehr sonder­lich gut lief, war ein nebli­ger Mittwoch. Gerade hatte ich meiner Hilde­gard das Frühstück berei­tet, als es klingelte. Der Postmann stand vor der Tür und sein grenz­de­bi­les Grinsen verriet mir sofort, das es zwischen ihm und meiner Hanne­lore etwas geben mußte, das bis zu diesem nebli­gen Mittwoch­mor­gen im ebenso nebli­gen Tal meiner Vorstel­lungs­kraft verbor­gen lag. Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Sieglinde beich­tete mir alles sofort und nach kurzem Nerven­zu­sam­men­bruch meiner­seits, lud ich sie zu einem Abend ins Café Sahne­tört­chen ein. „Paarbis­tro – Zeit zu zweit“ hieß das Angebot und versprach einen „beson­de­ren Abend mit Ihrem Partner oder Ihrer Partne­rin abseits vom Alltag“. Das war nicht zuviel verspro­chen, denn meine Waltraud und ich wurden im Rahmen des Paarbis­tros wie die beiden alten Deutsch­lands wieder verei­nigt und sind seither wie ein Herz und eine Seele. Und morgen schon feiern wir Eiserne Hochzeit. Und Sie sind alle einge­la­den. Sofern Sie die Adresse kennen. Die ich aber nicht verrate, denn ich bin sehr arm und kann mir keine Schma­rot­zer am Tisch leisten.

Einen schönen Abend
Ihr glück­li­cher Gunnar Roß

{ 0 Kommentare }

Eine schöne Sendung im NDR‐Nachtclub über das Parock­ti­kum, DT64, Lutz Schramm und die Indie‐Szene der DDR Ende der 80er Jahre. Natür­lich mit viel Musik aus der Zeit. Absolut hörens­wert!

{ 0 Kommentare }

Kurz vor dem Jahres­wech­sel hat es uns nach Thürin­gen verschla­gen. Erfurt ist wirklich eine schöne Stadt; bräuchte es ein Muster­bei­spiel für den „Aufbau Ost“, sollte man Erfurt zu Rate ziehen. Am letzten Tag unseres Kurzur­lau­bes waren wir die Gedenk­stätte Buchen­wald auf dem Gelände des ehema­li­gen Konzen­tra­ti­ons­la­gers besuchen. Ich war bereits 1986 dort, auf der obliga­to­ri­schen Klassen­fahrt der 8ten Klassen einer jeden DDR‐Schule. Gänzlich unbekannt war mir der Fakt, das das Lager noch bis 1950 von der Sowjet­union als Gefan­ge­nen­la­ger genutzt wurde. Auch der beinahe vollstän­dige Abriß fast aller Gebäude wurde uns auf einer Führung damit erklärt. Die Sowjets wollten jedes Zeugnis ihres Lagers vernich­ten. Die Nutzung des Lagers bis 1950 wurde in der späte­ren DDR komplett totge­schwie­gen, ich hatte nie davon gehört.

Eindring­lich darge­stellt werden die Zeugnisse der Naziherr­schaft. Ob Krema­to­rium, Fleckfieber‐Versuche an Häftlin­gen, eine getarnte Genick­schuß­an­lage oder der ans Lager grenzende Zoo für ein bißchen Enter­tain­ment neben der Folter­herr­schaft – der übrigens auch für die Weima­rer Bevöl­ke­rung geöff­net war – die Eindrü­cke dort sind bedrü­ckend. Im ehema­li­gen Gebäude der Effekten‐, Kleider‐ und Geräte­kam­mer gibt es eine mehr als sehens­werte Ausstel­lung zur Geschichte des Lagers von 1937 – 1950 zu sehen. Für den Besuch allein der Ausstel­lung sollte man als Interessierte/r mindes­tens 2 Stunden einpla­nen. Neben jeder Menge Anschau­ungs­ma­te­rial und Original‐Dokumenten gibt es eine exzel­lent aufbe­rei­tete und chrono­lo­gisch angelegte Zeitachse „abzulau­fen“, auf deren Verlauf man die Lager­ge­schichte vom Bau bis zum Ende bis ins Detail verfol­gen und begrei­fen kann.

Wieder zuhause, habe ich reich­lich Wikipedia‐Artikel zum Thema verschlun­gen. Wer weiter­le­sen möchte, dem seien die Artikel über den 1. Lager­kom­man­dan­ten Karl Koch, seine Frau Ilse, die Stadt Weimar zur Nazizeit empfoh­len.

{ 0 Kommentare }

Aus unserer Rubrik „Bildun­ter­schrif­ten aus der Hölle“:

Schlüpfer‐Held: Thomas Seitel holte 2008 den Guinness‐Rekord fürs Überzie­hen von 82 Unter­ho­sen in fünf Minuten.

{ 0 Kommentare }

Aus unserer Rubrik „Bildun­ter­schrif­ten aus der Hölle“:

Heino genießt 1970 eine Suppe.

{ 0 Kommentare }

Scheissegaler

von Torsten am 21. Dezember 2018 · 0 Kommentare

in Kraut und Rüben, Musik

Morgens, 7.00 Uhr in Deutsch­land. Gibt es einen besse­ren Sound­track als Schrapp­mes­sers Scheiß­ega­ler für den letzten Arbeits­tag vor dem Weihnachts­ur­laub? Endlich raus aus dem Dreck­strott und ein paar Tage Ruhe. Juchhei! 🙂 Schrapp­mes­ser heitern mich ähnlich auf, wie es sonst vielleicht nur das Die Ärzte Album 5, 6, 7, 8 – Bullen­staat! schafft. Da zitiere ich mich an dieser Stelle doch gleich mal selbst: Punkrock in Deutsch­land ist vieles gewor­den. Vor allem langwei­lig. Die ewigglei­chen Dackelblut‐ und Turbostaat‐Klone schleu­dern ihre (post-)pubertären Weishei­ten verklau­su­liert unters Volk. Es herrscht eine gewisse Art von konser­va­ti­vem Starr­sinn: Alle sind für die gleichen guten Sachen und gegen die gleichen schlech­ten Dinge. Provo­ka­tion findet kaum noch statt. Man ist sich einig, hat sich einge­rich­tet und beschäf­tigt sich ansons­ten viel mit sich selbst und seinen Gedan­ken. Ich könnte jetzt x Bands nennen, aber ich will a) nieman­den dissen, und weiß b) daß das hier eh kaum jemand lesen wird. Schrapp­mes­ser jeden­falls – um zum Album zurück­zu­kom­men – sind anders. Ganz anders. Schrapp­mes­ser bringen dem Punkrock den Humor zurück. Und was für welchen! Punkrock mit platt­deut­schen Einspreng­seln, jeder Menge Genre‐Zitate und Songti­teln für die Ewigkeit: „Half Besuo­pen Is Wechsch­mä­ten Geld“, „Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Krümmer Absägen, Cuppi­ni­len­ker, Refrain“. Und die B‐Seite erst: 20 Minuten lang Bauernhof‐Geräusche. Da muß man erstmal drauf kommen. Ich hab mich lange nicht so sehr mit einer Platte vergnügt, wie mit diesem Album. Beste Momente: „Ich muß hier nur zwei Dinge halten: Ein Bier und Schnauze. Ich wachs mit meiner Aufgabe und meiner Plauze…“

Schöne Weihnach­ten allseits und macht euch ein paar entspannte Tage!



{ 0 Kommentare }