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Punk

Propagandhi – Victory Lap

von Torsten am 14. Februar 2018 · 0 Kommentare

in Musik

Propa­gan­dhi spielen seit Jahren im Punk/Hardcore dank dem unfass­ba­ren Songwri­ting in einer eigenen Liga. Da wartet man auch gerne 5 Jahre auf ein Album. „Victory Lap“ ist eine fantas­ti­sche Platte gewor­den. Todd Kowal­ski der ja schon auf den letzten Alben einige Songs als Leadsän­ger beisteu­erte, verar­bei­tete die Trauer um seinen Vater in „When All Your Fears Collide” und dem überra­gen­den „Nigredo“ – letzte­rer definitv eines der Höhepunkte des Albums. Die Songs des neuen Albums sind fast durch­gän­gig schnell und rockig aller­dings wird das Gaspe­dal etwas weniger druch­ge­tre­ten als noch auf „Failed States“. Man setzt wieder auf etwas eingän­gi­gere Melodien. Das sehr trashig begin­nende „Lower Order (A Good Laugh)“ oder „Cop Just Of Frame“ sind ein gutes Beispiel dafür.

Die Songs sind teilweise recht komplex, was das Album auch für die nächs­ten Wochen und Monate spannend machen wird – man wird immer wieder neue Dinge darauf entde­cken. Wertung: 910 Börde­kar­tof­feln!

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Im Zug der Recher­che und Vervoll­stän­di­gung der Musik­samm­lung mit starkem Regio­nal­be­zug, ist es mir gelun­gen, das Tape „Brumby Wood-Core“ von Invisi­ble Art aufzu­tun. Markus Angel­stein, ehema­li­ger Gitar­rist der Band und inzwi­schen Inhaber einer Musik­schule in Branden­burg, war so freund­lich, mir ein Exemplar aus seinen Keller­be­stän­den zu schicken.

Invisi­ble Art waren sowas wie ein Nachfolger/Ableger der legen­dä­ren Ernäh­rungs­feh­ler und machten Wave-/Indie-Pop im weites­ten Sinne. Tuba gründete später die recht bekann­ten Ben Racken, Thomas Koch macht Holzkunst mit der Ketten­säge. Was der Rest der Band heute macht, entzieht sich meiner Kennt­nis. Ich suche immer noch hände­rin­gend das dritte Tape „Zwischen­raum“ und bin für jeden Hinweis dankbar!

Mehr über die Band, u. a. tolle alte Scans aus der Volks­stimme, gibt es auf diesen Seiten von Tobias Reichert oder in diesem Artikel über 60 Jahre Rock in Haldens­le­ben.

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Groppendorf Mods

von Torsten am 12. Februar 2018 · 0 Kommentare

in Kraut und Rüben

Ich dachte ja lange, Punk wäre tot. Bis zu dem Tag, an dem ich zum ersten Mal die Sleaford Mods hörte. Die perfekte Platte für einen Montag­nach­mit­tag.

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© einestages/Spiegel Online

Heute vor 30 Jahren fand der Überfall auf das Konzert von Element Of Crime und Die Firma in der Zions­kir­che in Berlin statt. Ich erinnere mich noch an die (rudimen­täre) Bericht­erstat­tung in der DDR-Presse und den folgen­den Prozeß. Zwei inter­es­sante Artikel zum Thema halten eines­ta­ges und das BStU Stasi-Unterlagen-Archiv bereit.

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Wil Wagner wirkt gehetzt

von Torsten am 19. April 2017 · 0 Kommentare

in Musik

An dieser Stelle seit länge­rer Zeit mal wieder eine Musik­emp­feh­lung. Das neue Album der The Smith Street Band „More Scared Of You Than You Are Of Me“ ist am 7. April offizi­ell erschie­nen.

Ich hatte nach „Throw Me In The River“, das auch schon wieder 2 12 Jahre zurück­liegt, die höchs­ten Erwar­tun­gen und ich wurde nicht enttäuscht. Das neue Album bietet erneut eine furiose Achter­bahn­fahrt der Gefühle. Wil Wagner wird von „seiner“ Band durch das Album gehetzt; man könnte es auch anders­rum sehen. Ich bin ein schlech­ter Musik­kri­ti­ker und misera­bel im Beschrei­ben von Musik. Deshalb kann ich nur feststel­len, das ich von diesem Album ebenso geflasht bin, wie ich es vom Vorgän­ger war. Hoch-emotionaler Punkrock auf einem hervor­ra­gen­den spiel­tech­ni­schen Niveau, berüh­rend, mitrei­ßend und aufpeit­schend. Schön, daß es sowas heute überhaupt noch gibt.

Kleiner Wermuts­trop­fen: Ich konnte mich wieder nicht zurück­hal­ten und habe insge­samt drei verschie­dene Pressun­gen gekauft. Zum einen die deutsche Deluxe-Ausgabe auf Uncle M Music (limitiert auf 100 Exemplare, mit wunder­schö­nem einge­kleb­tem 16-seitigen Booklet im Vollfor­mat), die auf 150 Exemplare limitierte Pink Splat­ter UK-Version auf Specia­list Subject Records und die austra­li­sche Pressung auf Poison City Records (exklu­sive Farbe, 400 Exemplare). Alle Platten sehen toll aus und sind super aufge­macht, doch jetzt kommt das große ABER: Sie klingen scheiße und sind minder­wer­tig gepresst. Es ist ja grund­sätz­lich ein Problem, das die heutige Ferti­gungs­qua­li­tät mit der Massen­pro­duk­tion der 70er und 80er Jahre längst nicht mehr mithal­ten kann; aber was in diesem Fall abgelie­fert wurde, ist wirklich besorg­nis­er­re­gend: Alle Pressung sind „off-centre“ (also nicht exakt mittig gelocht), die Platten haben einen mehr oder weniger starken Höhen­schlag und allge­mein herrscht ein hohes Niveau an Rauschen und Neben­ge­räu­schen. Das hab ich so krass noch nicht erlebt und sollte für die Zukunft keine Schule machen. Ich bin kein audio­phi­ler Voodoo­on­kel, aber was in diesem Falle an Quali­tät abgelie­fert wurde, ist wirklich unter­ir­disch. Und sehr schade. 🙁

Nichts­des­to­trotz: Ein großar­ti­ges Album, das berührt wie nur wenig heutzu­tage. Toll, daß Punkrock im Jahr 2017 noch so begeis­tern kann.

Ein sehr schönes und inter­es­san­tes Track-By-Track-Interview gibt’s bei Uproxx..


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Der dumme August

von Torsten am 15. März 2016 · 0 Kommentare

in Musik

„Der dumme August“ geht auf die Antike zurück, der Centun­cu­lus („hundert Fleck“) trieb auf römischen Märkten und öffent­li­chen Plätzen seine derben Späße. Er trat in einem bunten Kostüm auf, Hose und Jacke waren aus vielen Fetzen zusam­men­ge­flickt, seine komische Wirkung wurde dadurch gestei­gert, dass er ohne Schuhe und ohne Haare auftrat. Er besaß damit schon jenen Kahlkopf, der zu einem Erken­nungs­merk­mal des heuti­gen als „inkom­pe­tent“ bezeich­ne­ten Clowns gehört, ebenso wie die überdi­men­sio­nier­ten absatz­lo­sen Schuhe, die seinen komischen Gang bewir­ken. Die Gestik, Mimik und Körper­hal­tung dieser Figur ist reduziert: Seine ganze Erschei­nung kündigt ein Schei­tern an. (Wikipe­dia)

Der dumme August sind auch eine Poppunk­band aus Köln. Gefun­den hat sich die Band im Jahre 2012 und vier Jahre hat es bis zum selbst­be­ti­tel­ten Debüt­al­bum gedau­ert. Und das ist recht formi­da­bel geraten und beinhal­tet Songs über die wichti­gen Dinge des Lebens: Tristesse, Liebe, wie sie ist und wie sie sein könnte, Küssen, Schei­tern. Der Tonfall ist dabei so lakonisch wie der musika­li­sche Vortrag sonnig. Der dumme August nimmt sich dabei selbst nicht so wichtig – eine Eigen­art, die ich an Bands seit jeher schätze. Erwähnt seien noch – für Namedrop­ping und ungefähre Schub­la­di­sie­rung – vorhe­rige Mitglied­schaf­ten in illus­tren Bands wie Knochen­fa­brik, Super­nichts, Angelika Express, Lili und Kommando Peter­mann.

Die Platte lohnt sich und ist hier käuflich zu erwer­ben. Eine kurze, aber sehr schöne Kritik gibt es beim Blueprint Fanzine, die in diesem wunder­ba­ren Schluß­satz gipfelt: „Das Schöne dabei ist, dass die Songs zwar einer­seits ein wenig wie aus der Zeit gefal­len wirken, sie aber dennoch eine gewisse Wohlfühl­at­mo­sphäre erzeu­gen. Lieder wie „Deine beste Freun­din“ oder „Hey Sven“ zu hören, fühlt sich ungefähr so an, wie im rusti­ka­len Eichen-Ambiente einer verrauch­ten Eckkneipe zu sitzen und Holsten Edel aus einer Biertulpe zu trinken, während andere gegen­über in der Hipster-Kneipe an ihrem Indian Pale Ale nippen. Und das ist letzt­end­lich das Schöne an dieser Platte: Sie versucht nicht auf Krampf modern oder spekta­ku­lär zu klingen, sondern lässt statt­des­sen lieber den Charme vergan­ge­ner Tage aufle­ben. Muss ja auch mal sein.“


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