DDR-Sprache

Eine tüchtige Bockwurstverkäuferin

Eine mein­er Freizeitbeschäf­ti­gung ist das Schauen und Sich­ern von alten Polizeiruf 110-Fol­gen in und aus den Mediatheken des Lan­des. Dazu habe ich mit­tler­weile eine stat­tliche Samm­lung von knapp 70 Fil­men ange­häuft. Dabei beschränke ich mich auf die Jahre 1971 bis 1991 in denen 153 Filme erschienen sind. Immer wieder stoße ich dabei auf Absur­des, Abson­der­lich­es oder Heit­eres. In der Zeit der Entste­hung der Filme gab es einen voll­ständig anderen poli­tis­chen und moralis­chen Kom­pass; vieles wirkt heute ein­fach nur kom­plett aus der Zeit gefall­en oder sehr albern. Hier mein Lieblingsmonolog von Ilse “Ils­ing” Boelsen (gespielt von Hel­ga Piur) aus der Folge “Kol­li­sion”, Film 45 aus dem April 1977. Großes Kino!

Leipzig im Herbst

Ein sehenswert­er Doku­men­tarfilm von Andreas Vogt aus dem Jahr 1990. Läßt sich lei­der nicht ein­bet­ten, hier geht’s zum Film.

Herb­st ’89, die Ereignisse auf den Straßen in Leipzig über­stürzen sich. Und doch sind nur wenige Doku­men­tarfilmer in diesen entschei­den­den Tagen mit der Kam­era dabei. “Leipzig im Herb­st” war die erste und ist die wohl umfassend­ste Doku­men­ta­tion der Ereignisse. Im Film kom­men Demon­stran­ten, Polizis­ten, Wehrpflichtige, Pas­toren, Arbeit­er und Funk­tionäre zu Wort, es zeigen sich Erbit­terung, Angst und Hoff­nung, und jene gefährliche Zus­pitzung der Lage, als fast jed­er mit Gewalt rechnete.

Neben der rev­o­lu­tionären Masse auf den Straßen wer­den die ver­schiede­nen Men­schen sicht­bar — auf bei­den Seit­en. Rev­o­lu­tion in Deutsch­land zwis­chen Erbit­terung und Hoff­nung — aus­ge­tra­gen zwis­chen Dien­stschluss und Schlafenszeit.