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Monat: Januar 2009

Ich bin ein Ex-DDR-Schlagersänger

Oh Mann. Da fragt man sich desöf­te­ren, warum wir ostzo­na­len Mitbür­ger im Rest des Landes für bekloppt gehal­ten werden. Bis dann wieder einer den Beweis antritt, daß wir es tatsäch­lich sind. Also natür­lich nicht alle, aber doch ein Großteil. Offen­sicht­lich vor allem ein Großteil derer, die von Berufs­we­gen dem Schla­ger oder der Volks­mu­sik zugetan sind. Okay, die gibt’s im Westen auch, und deren Texte sind genauso bekloppt. Nur weniger einsich­tig; wer kann das eigene Versa­gen und die Enttäu­schung so schön in Reime gießen wie Jörg Hinde­mith das hier tut?

Einsicht ist der erste Weg zur Besse­rung. Reeller kann Realsa­tire doch gar nicht sein, oder?! Ganz großes Kino, so dicht neben ALDI. Aua aua aua, mir tut alles weh.

*Dank an Jule für den freund­li­chen Hinweis. Ex-DDR-Schlagersänger Jörg Hinde­mith lebt in einem Nachbar­dorf ihrer Eltern im Thürin­ger Wald.

Ba-Ba-Banküberfall! (Das Böse ist immer und überall)

Volker Pispers über Klima­schutz, Merkel, die Bayeri­sche Landes­bank und mehr. Wie immer großar­tig: „Hätten wir schon vor Jahren angefan­gen, syste­ma­tisch die Banken zu überfal­len, hätten wir vielleicht einen Teil des Geldes in Sicher­heit bringen können.“


2009 wird mein Jahr!

Das meint zumin­dest die Citibank, die mich pünkt­lich zum Jahres­be­ginn mit dieser Postwurf­sen­dung beglückte:

Nun wird 1968 2009 vermut­lich nicht nur mein Jahr, da ich mir nicht vorstel­len kann, daß es sich um eine Postwurf­sen­dung mit der Aufla­gen­höhe von exakt einem Exemplar handelt. Ich bin da aber nicht so und teile mein Glück gern. So wünsche ich nicht nur den Empfän­gern der Citibank-Karte sondern auch dem unbestück­ten Rest alles Gute für das kommende Jahr.

Jahres­rück­bli­cke sind meistens langwei­lig, Ausnah­men bestä­ti­gen die Regel. Deshalb an dieser Stelle kein Rück‑, sondern ein Ausblick.

So wird 2009:

Januar: Es wird kalt. Bitter­kalt. Die Tempe­ra­tu­ren fallen Anfang Januar auf bis zu ‑20 Grad Celsius in der Nacht. Die Türen des Diesel-betriebenen Börde­mo­bils sind zum dritten Mal in diesem Jahr zugefro­ren. Der Einstieg durch den Koffer­raum begeis­tert inzwi­schen die ganze Straße. Rainald Grebe erhält für seinen Text zu „1968“ den deutschen Comedy-Preis.

Februar: Der Ölpreis fällt ins Boden­lose. Wir tanken praktisch für lau; das Mixge­tränk namens „Diesel“ wird durch echten Diesel ersetzt. Angela Merkel ruft zur „massi­ven Kanister-Befüllung“ auf. Rainald Grebe erhält für seinen Text zu „Zeitma­schine“ den Pulitzer-Preis.

März: Jossif Ocker­mann, Filial­lei­ter der Sparkasse Oberur­sel wird vom Kommando „Ausglei­chende Gerech­tig­keit“ (einer Split­ter­gruppe der „4. Hartz-Brigade“) entführt und taucht erst im April unter einer Autobahn­brü­cke bei Rheda-Wiedenbrück wieder auf. Seine Entfüh­rer ließen ihn laufen, nachdem er glaub­haft versi­chern konnte, daß es sich bei seiner Entfüh­rung um eine Verwechs­lung handeln mußte. Rainald Grebe erhält für seinen Text zu „Es gibt kein richti­ges Leben im falschen“ den Ingeborg Bachmann-Preis.

April: Aufat­men bei allen Privatfernsehen-Geschädigten: Oliver Geissen verliert alle seine Shows auf RTL und muß Privat-Insolvenz anmel­den. Außer­dem werden ihm auf Lebens­zeit die Bürger­rechte aberkannt. Rainald Grebe erhält für seinen Text zu „Raucher“ meinen aller­größ­ten Respekt.

Mai: Die Finanz­krise erreicht die Börde. Die Rüben­preise sind im Keller, aber die Kornvor­räte mehr als ausrei­chend. Wir steigen auf die Produk­tion von Doppel­korn um, Alkohol geht immer. Rainald Grebe erhält für seinen Text zu „Wellness­ho­tel“ das Börde­ver­dienst­kreuz am Ehrenband.

Juni: Der Sommer wird heiß. So heiß, das ausnahms­los alle Media-Märkte am 17. Juni nieder­bren­nen. Das Volk ist in Trauer vereint und kondo­liert in den Trümmern. Saturn erlebt ein gigan­ti­sches Umsatz­plus und der „Herr sch*ißt wieder auf den größten Haufen.“. Rainald Grebe wird für seinen Text zu „Ratte“ zum Ehren­bür­ger Magde­burgs ernannt.

Juli bis Dezem­ber: Wer jetzt immer noch nicht die „1968“-CD von Rainald Grebe gekauft hat, ist ein bedau­erns­wer­ter Tropf, da sämtli­che Rainald Grebe-CDs ausver­kauft sind. („1968“ auf Youtube, Teil 1, 2, 3, 4, 5.)

Bis bald!

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